Flechten von der Erde könnten auf dem Mars überleben. Zu diesem sensationellen Ergebnis kamen Planetenforscher. Sie nutzten eine Mars-Simulationskammer.

Flechten aus unwirtlichen Regionen der Erde könnten auch auf dem Mars leben. Dies ergaben Forschungen in einer Mars-Simulationskammer in Berlin, wie das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) am Donnerstag in Köln mitteilte.
DLR-Planetenforscher simulierten demnach 34 Tage lang die Bedingungen auf dem Mars und setzten verschiedene Mikroorganismen dieser Umgebung aus. «Die Flechten und Bakterien zeigten in diesem Zeitraum auch unter Marsbedingungen messbare Aktivitäten und betrieben Photosynthese», erklärte der DLR-Wissenschaftler Jean-Pierre de Vera.
Vor allem in Felsnischen, Fissuren und Ritzen des simulierten Marsbodens passten sich die Mikroorganismen den Angaben zufolge an die Umgebung an. Die Wissenschaftler werteten dies als möglichen Hinweis, dass durch solche Anpassungsstrategien Leben auch in den Nischen auf unserem Nachbarplaneten möglich ist. Mit Blick auf mögliche künftige Missionen zum Mars betonte de Vega: «Man muss extrem vorsichtig sein und keine irdische Lebensformen auf den Mars bringen. Sonst könnte man damit den Planeten kontaminieren.»



Der Astrobiologe fügte hinzu, mit dem Experiment sei die Frage nach möglichen dauerhaften Überlebenschancen von Mikroorganismen auf dem Roten Planeten nicht beantwortet. «Wir wissen: 34 Tagen könnten Flechten und Bakterien auf dem Mars überleben und aktiv sein», erklärte de Vega.
«Aber können die Organismen auch über diesen Zeitraum hinaus bis zu Jahren oder gar Jahrhunderten unter Marsbedingungen leben? Diese Frage muss leider offen bleiben, da solche Zeiträume den experimentellen Rahmen übersteigen würden.» afp/AZ
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