Montag, 20. Mai 2013

11. Mai 2012 07:28 Uhr

Wissenschaft

Forschen finden ältesten Maya-Kalender - doch kein Weltuntergang?

Apokalyptiker dürften enttäuscht sein: 2012 geht die Erde wohl nicht unter. Trotzdem bietet der bisher älteste gefundene Maya-Kalender einzigartige Einblicke.

Für viele sagt der Maya-Kalender den Untergang der Welt im Jahr 2012 voraus. Jetzt wurde die bisher älteste Ausgabe des Kalenders gefunden. Und es deutet wenig darauf hin, dass Propheten des Untergangs Recht haben könnten. Der Ufo-Forscher Erich von Däniken etwa ging davon aus, dass nicht die Welt untergehen, sondern Außerirdische landen würden. Vielleicht passiert es ja, aber angekündigt im Maya-Kalender ist es nicht.

Forscher entdecken ältesten Maya-Kalender

Der jetzt gefundene Maya Kalender ist 400 Jahre älter als der bisher älteste bekannte. Den mit weitem Abstand ältesten Kalender der Maya haben US-Forscher in Guatemala entdeckt. Das astronomische Zahlenwerk ist laut Experten verschiedener amerikanischer Universitäten 1200 Jahre alt. Damit sind sie vier Jahrhunderte älter als die Kalender, die bislang als die ersten der Maya galten. Die Aufzeichnungen wurden an den Wänden eines Gebäudes in der Ruinenstadt Xultún im Norden Guatemalas entdeckt.

ANZEIGE

1200 Jahre alte Aufzeichnungen an Wänden

Viele der Inschriften wurden von Grabräubern beschädigt, jedoch eine Reihe von Aufzeichnungen sei noch lesbar, hieß es. So entdeckten die Wissenschaftler Berechnungen der Mondphasen. Andere erscheinen rätselhafter, scheinen jedoch mit Mars, Merkur und Venus zu tun zu haben.

Einzigartige Inschriften

Die Inschriften sind nur wenige Millimeter groß und in schwarz und rot gehalten. Derartige Hieroglyphen seien noch niemals entdeckt worden. Dem Archäologen William Saturno von der Universität zu Boston zufolge soll es sich um verschiedene Systeme der Maya-Kalender handeln: Dem zeremoniellen Kalender mit 260 Tagen, dem Sonnenkalender mit 365 Tagen und sogar Kalender nach Venus und Mars mit 584 und 780 Tagen.

Maya-Kalender: Wand wie Tafel genutzt

«Wir sehen zum ersten Mal so etwas wie die Aufzeichnungen eines Schreibers, dessen Aufgabe es offenbar war, für die Maya-Siedlung solche Daten festzuhalten», erklärt Saturno. Er habe einfach alles an die Wand geschrieben: «Er nutzte sie wie eine Tafel.»

Die überwucherten Strukturen in dem Gebäude waren schon vor zwei Jahren entdeckt worden - von einem Studenten Saturnos, der den Pfaden von Plünderern gefolgt war. Mit Unterstützung der National Geographic Society kehrte der junge Mann mit seinem Professor und anderen Forschern zurück und legte die Hieroglyphen frei. Die Ruinenstadt selbst war schon vor 100 Jahren entdeckt worden. Vormals lebten hier Zehntausende Menschen.

Der Weltuntergang verschiebt sich wohl mal wieder

Der Maya-Kalender ist seit Jahren (spätestens seit dem Emmerich-Katastrophen-Film "2012") in aller Munde, weil er angeblich seit Jahrhunderten für den Dezember dieses Jahres den Untergang der Erde voraussagt. Die Wissenschaftler sehen das ganz anders: Der Kalender ende dann zwar - aber die Maya hätten dann einfach vorn wieder angefangen: «Es ist so, als ob der Kilometerzähler am Auto einmal umspringt», erklärt Anthony Aveni von der Colgate-Universität bei New York. «Das Auto ist dann zwar ein Stück dichter an der Verschrottung, die Maya haben einfach von Null wieder angefangen.»

Ergebnisse in «National Geographic Magazine» & «Science»

Die Ergebnisse der Forschung werden im Juniheft des «National Geographic Magazine» und im Wissenschaftsjournal «Science» veröffentlicht. Dann der Leser noch mindestens sechs Monate Zeit, die Texte zu lesen, bevor die Erde untergeht - trotz des ältesten gefundenen Maya-Kalenders aller Zeiten. dpa/stni

Jetzt bestellen! Das neue iPad inkl. e-Paper.

Artikel kommentieren

Mehr zum Thema

Mehr zum Thema