Montag, 20. November 2017

19. März 2014 09:27 Uhr

DRD2

Forscher entdecken Gen für Schusseligkeit und mangelnde Aufmerksamkeit

Mangelnde Aufmerksamkeit und Schusseligkeit - und Schuld soll ein Gen sein? Das behaupten Forscher der Universität Bonn, die das Gen DRD2 mit einem Dirigenten vergleichen.

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Mangelnde Aufmerksamkeit und Schusseligkeit - und Schuld soll ein Gen sein?
Foto: picture alliance/dpa

Foscher finden Gen für Schusseligkeit: Schlüssel verlegt oder Name vergessen? Wer  häufig unter solchen Schusseligkeiten leidet, kann sich nun mit  einer genetischen Ursache herausreden. Psychologen der Universität Bonn haben einen Zusammenhang zwischen solch alltäglichen Aussetzern und dem Gen DRD2 nachgewiesen, das eine wichtige Rolle  bei der Signalweiterleitung in die Stirnlappen spielt, wie die  Universität am Dienstag mitteilte.

Mangelnde Aufmerksamkeit lässt sich nun mit Gen begründen

Wer über eine bestimmte Variante  dieses Gens verfügt, lässt sich leichter ablenken und erlebt  deutlich häufiger Momente, die mangelnder Aufmerksamkeit geschuldet  sind.

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Die Wissenschaftler haben im Labor schon vor längerem Hinweise  gefunden, dass das Gen an der Vergesslichkeit beteiligt ist. Die  Struktur sei «mit einem Dirigenten vergleichbar, der das Gehirn als  Orchester koordiniert», erklärte Sebastian Markett, Erstautor der  Studie. Macht der Dirigent mit seinem Taktstock - in diesem Fall  das Gen DRD2 - Fehler, kommt das Orchester durcheinander.

"Schusseligkeitsgen" schränkt die Konzentrationsfähigkeit ein

Für ihre Studie haben die Psychologen insgesamt 500 Frauen und Männer getestet und deren Speichelproben auf das  «Schusseligkeitsgen» untersucht. Zudem sollten die Teilnehmer  anhand eines Fragebogens ihre Schusseligkeit und ihre  Konzentrationsfähigkeit einschätzen. Die Ergebnisse zeigten demnach  einen deutlichen Zusammenhang zwischen den Aussetzern und einer  bestimmten Genvariante.

Gegen Schusseligkeit kann man trotz Gen etwas unternehmen

Gegen die Schusseligkeit lässt sich nach Angaben der Experten  allerdings einiges tun. «Man kann sich Merkzettel schreiben oder  mehr anstrengen, den Haustürschlüssel nicht irgendwo, sondern an  einen bestimmten Platz aufzubewahren», erklärte Markett. Wer sich  solche Strategien für die unterschiedlichen Lebenslagen  zurechtlege, könne besser mit seiner Schusseligkeit umgehen. (AZ/afp)

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