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26. Januar 2012 17:42 Uhr

Fremde Spinnenarten breiten sich in Deutschland aus

Zwei neue Spinnenarten wuseln verstärkt durch deutsche Lande.

Neue, eingeschleppte Spinnenarten breiten sich in Deutschland aus. Gefährlich für den Menschen seien sie aber nicht.

Gefährlich für Personen seien die Krabbler jedoch nicht, erklärt der Spinnenforscher am Senckenberg Forschungsinstitut in Frankfurt, Peter Jäger, am Donnerstag. Er hat in den vergangenen Jahren eingeschleppte Spinnenarten untersucht.

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Wahrscheinlich aus dem Bereich des Mittelmeers sei eine neue Art der Zitterspinnen (Holocnemus pluchei) hierher gekommen. Nachweise habe es zwar schon seit fast zwei Jahrzehnten gegeben, bisher aber jedoch an Orten, an denen es einen direkten Waren-Verkehr mit dem Mittelmeerraum gegeben habe. Jetzt ist die Art aus deutschen Innenstädten laut Jäger nicht mehr wegzudenken.

Deutschland wartet auf immer mehr Spinnen-Exoten

Es sei schon eine andere Art der Zitterspinnen (Pholcus phalangioides) heimisch - aber sie ist wohl schon vor Jahrhunderten aus dem vorderasiatischen Raum eingeschleppt worden. «Im Gegensatz zu unseren heimischen Zitterspinnen, ist die neue Art trockenheitsresistent; sie sitzt auch an Fenstern, wo es heiß werden kann», erläuterte Jäger den Unterschied. Die heimischen Zitterspinnen finde man eher in Kellern und anderen feuchten Räumen.Spinnen – zum Fürchten schön

Spinnenarten breiten sich hierzulande aus

Zitterspinnen haben eine Spannweite ihrer Beine von bis zu sieben Zentimetern und einen kleinen Körper. Sie würden oftmals mit Weberknechten verwechselt, obwohl es signifikante Unterschiede gebe: Weberknechte weben laut Jäger trotz ihres Namens keine Netze und sind an den Außenwänden von Gebäuden zu finden. Zitterspinnen dagegen bauten Netze und hielten sich eher in Innenräumen auf.

Zitterspinnen und Kräuseljagdspinnen

Auch die Kräuseljagdspinnen (Zoropsis spinimana) sind wohl aus dem Mittelmeerraum gekommen. Derzeit seien sie nur vereinzelt zu belegen. Dennoch geht der Forscher davon aus, dass sie sich auch schon wie die Zitterspinnen weiter verbreitet haben. Sie seien schwerer zu beobachten, weil die nachtaktiven Tiere ihre Netze versteckt bauten. Ihre gedrungene Gestalt habe Ähnlichkeit mit heimischen Wolfsspinnen.

Von beiden neuen Arten gehe aber keine Gefahr für den Menschen aus - das Gegenteil sei der Fall: Laut Jäger fressen sie unter anderem Schaben und Stechmücken. «Sie können sich immer entscheiden: Wollen Sie viele Insekten im Haus oder nur eine Spinne?», so der Experte. AZ/dpa

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