Bei dem Anti-Diät-Tag will der Verein Dicke e.V. auf die Diskriminierung von dicken Menschen aufmerksam machen.

Am 6. Mai ist Anti-Diät-Tag. Dieser Tag wird seit 1992 in einigen Ländern begangen - auch in Deutschland. Wie der Verein Dicke e.V. auf seiner Website ankündigt, wirbt der Tag für die Bekämpfung von Essstörungen und thematisiert die Gefahren von Diäten als Einstiegsdroge für zahlreiche Essstörungen. Außerdem soll der Anti-Diät-Tag auf die Situation dicker Menschen aufmerksam machen. Denn der Verein Dicke e.V. kritisiert, dass Dicke in der Gesellschaft diskriminiert würden - egal ob beim Arbeitsamt, bei der Krankenversicherung oder beim Arzt.
"Dicke Menschen werden immer wieder mit zahllosen Vorurteilen konfrontiert. Dabei werden sie aufgrund von äußeren Merkmalen schnell alle über einen Kamm geschoren und gelten schnell als träge, disziplinlos und faul", werden auf der Homepage von Dicke e.V. die gängigen Vorurteile beschrieben. Dicke e.V. wolle in der Öffentlichkeit für die Akzeptanz dicker Menschen eintreten.
Gisela Enders, Vorsitzende des Vereins, wirft in einem Interview mit Der Westen dem Staat vor, dass dicke Menschen nicht verbeamtet werden. Das sei eine Diskriminierungsform, die sich an anderen Stellen fortsetze, so Gisela Enders. Die Vorsitzende schildert in dem Interview einen Fall einer arbeitslosen Frau, die abgenommen hatte und wieder zur Arbeitsagentur ging. Dort habe die Beraterin vom Arbeitsamt zu ihr gesagt, dass man sie nun aus der Schublade der schwervermittelbaren herausnehmen könne.
Enders kritisiert weiterhin, dass Dicke bei privaten Krankenversicherungen Aufschläge zahlen müssen. Und sie prangert den Schlankheitswahn in der Gesellschaft an. Magersucht sei viel tödlicher und berge ein viel größeres Gesundheitsrisiko, als es jemals bei dicken Menschen geben würde, sagt Enders gegenüber der Zeitung. Für sie sei es das Hauptziel, dass die EU die Körperdiskriminierung in ihrer Richtlinie gegen Diskriminierung aufnehme. AZ
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