Mittwoch, 18. Oktober 2017

10:53 Uhr

Grippewelle 2018

Grippeimpfung: Weniger Menschen lassen sich gegen Grippe impfen

Die Grippewelle 2018 steht an. Experten empfehlen bestimmten Risiko-Gruppen eine Grippe-Impfung. Im vergangenen Jahr haben sich weniger Menschen impfen lassen. Die News im Blog.

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Experten empfehlen eine Impfung gegen Grippe.
Foto: Kay Nietfeld, dpa (Symbolbild)
  • Die Grippewelle 2018 in Deutschland wird wohl wieder viele tausend Menschen mit den üblichen Symptomen aufs Krankenbett verbannen.
     
  • Experten raten dazu, sich im Herbst gegen Grippe impfen zu lassen. Idealerweise im Oktober, spätestens aber im November sollte man zum Arzt gehen.
     
  • In der zurückliegenden Grippe-Saison waren über 110.000 Menschen offiziell an der Influenza erkrankt. Mehr als 660 Menschen starben.

18. Oktober: Grippeschutz: Mehr Impf-Muffel im Westen als im Osten Deutschlands

Die Zahl der Grippeschutzimpfungen ist nach Krankenkassenangaben in den vergangenen Jahren gesunken. Während die Impfquote unter den Versicherten der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) bundesweit im Jahr 2014 noch bei 15,3 Prozent lag, erreichte der Wert im vergangenen Jahr nur noch 14,3 Prozent, wie die KKH am Dienstag in Düsseldorf mitteilte.

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Die meisten Menschen ließen sich laut einer Auswertung in Sachsen und Sachsen-Anhalt mit je rund 26,5 Prozent gegen Grippe impfen, es folgte Brandenburg mit 20,5 Prozent. Schlusslichter waren Rheinland-Pfalz (10,9 Prozent) sowie Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen (je 12,3 Prozent).

16. Oktober: Grippeimpfung für Ältere: Welche Impfstoffe infrage kommen

Menschen ab 60 Jahren sollten sich gegen Grippe impfen lassen. Für sie stehen drei Impfstoffe zur Verfügung: ein Standard-Impfstoff mit Antigenen gegen drei Virusstämme, ein Impfstoff mit Wirkverstärker sowie ein Stoff mit Antigenen gegen vier Stämme. "Älteren Patienten empfehlen wir, mit dem Arzt zu besprechen, welcher Impfstoff für sie infrage kommt - und welchen die Kasse bezahlt", sagt Andreas Leischker, Impfexperte der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und Chefarzt der Klinik für Geriatrie des Alexianer-Krankenhauses Krefeld.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt Älteren bisher nur die Impfung an sich, nicht einen speziellen Impfstoff. Für welche Impfstoffe die Krankenkassen bei welchem Patienten die Kosten übernehmen, variiert je nach Krankenkasse und Bundesland.

Ältere Menschen haben häufig ein schwächeres Immunsystem als jüngere. Daher ist auch ihre Immunantwort auf eine Impfung womöglich eingeschränkt. Impfstoffe mit Wirkverstärker setzen hier an. Sie erzeugen eine stärkere Immunantwort. Ob das am Ende allerdings auch besser vor Grippe schützt, ist laut RKI bisher nicht geklärt.

Impfstoffe, die Antigene gegen einen weiteren Virusstamm enthalten, sollen dann besser wirken, wenn in der jeweiligen Grippesaison viele Viren dieses Stamms zirkulieren. Leischker zufolge kann eine Impfung mit einem solchen Impfstoff daher sinnvoll sein, um ältere Menschen besser vor Grippeerkrankungen zu schützen. "Gerade für diese Altersgruppe hat ein solcher Infekt weitreichende Folgen."

Händewaschen kann vor Grippe schützen

Im Herbst beginnt meist die große Grippewelle. Anlässlich des "Welttag des Händewaschens" weist die Krankenkasse KKH darauf hin, dass der Verzicht auf Händewaschen die Ausbreitung vieler Krankheiten begünstigt - ein Drittel der Befragten einer repräsentativen Forsa-Umfrage verzichtet darauf, sich nach dem Nach-Hause-Kommen die Hände zu waschen. Dabei ist der regelmäßige Gang zum Waschbecken insbesondere in der bevorstehenden Erkältungszeit wichtig.

Warum hilft Händewaschen gegen Grippe? Ganz einfach: "Viele Viren verbreiten sich gerade über die Hände besonders häufig", sagte Hannes Dietrich von der KKH. Regelmäßiges und gründliches Händewaschen senke das Risiko, an Erkältungen, Grippe und anderen Infektionen zu erkranken. 20 bis 30 Sekunden sind nötig, um alle Erreger abzuspülen. Dazu rät die KKH, sich nicht allein auf Wasser zu beschränken, sondern die Hände auch einzuseifen. Die Wassertemperatur spiele dagegen keine Rolle.

11. Oktober: Forscher: Grippeimpfung ist auch für Kinder sinnvoll

Zum Schutz vor einer Ansteckung wird eine Grippeimpfung standardmäßig für ältere Menschen und chronisch Kranke empfohlen. Doch auch für Kinder kann sie angebracht und sinnvoll sein, wie der finnische Grippeforscher Timo Vesikari von der Universität Tampere der Deutschen Presse-Agentur dpa am Rande einer internationalen Grippekonferenz in Riga erklärte. "Kinder sind in besonderem Maße von der Grippe betroffen. Deshalb ist es wichtig, sie zu impfen", sagte Vesikari. Nur so könnten sie vor verschiedenen möglichen Komplikationen geschützt werden. Zudem würden damit auch andere Personengruppen geschützt. "Kinder sind die Hauptüberträger des Virus innerhalb der Gesellschaft", sagte Vesikari.

9. Oktober: Ausgewogene Ernährung beugt Infekten im Alter vor

Kaum etwas schmeckt noch so richtig, außerdem lohnt sich das Kochen für einen allein doch gar nicht - viele alte Menschen kennen diese Gedanken. Häufig ernähren sie sich deshalb zu einseitig oder essen insgesamt zu wenig. Das kann ein Grund für immer wieder aufflammende Infekte sein, erklärt Altersmedizinerin Christine Eichler vom Evangelischen Zentrum für Altersmedizin in Potsdam. Eine ausgewogene Ernährung ist für alte Menschen deshalb besonders wichtig.

Eine Grippe setzt den Betroffenen meist für lange Zeit außer Gefecht. Nicht selten kann er sich hinterher nicht mehr selbst versorgen. Angehörige sollten daher darauf achten, dass der Mensch alle wichtigen Nährstoffe zu sich nimmt. Daneben macht Sport den Körper widerstandsfähiger - auch und gerade im Alter. Auch Saunagänge empfiehlt Eichler. Sie regen Stoffwechsel und Durchblutung an und lassen den Saunagänger zudem besser schlafen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) rät Menschen über 60 Jahren darüber hinaus zu einer jährlichen Grippeimpfung.

6. Oktober: Grippeschutzimpfung schützt nicht gegen Erkältung

Auch wer gegen Grippe geimpft ist, kann noch eine Erkältung bekommen. Die Grippe-Schutz-Impfung schützt nämlich  - wie der Name sagt - vor Grippeviren. Eine herkömmliche Erkältung kann sich der Geimpfte also immer noch zuziehen.

Wie gut die Impfung gegen Grippeviren schützt, hängt davon ab, welche Virusstämme kursieren. Zu 100 Prozent voraussagen lässt sich das nicht. Entsprechend ist der Impfstoff in manchen Jahren besser und in anderen weniger gut auf die kursierenden Virusstämme abgestimmt. In der Regel schützt er laut Robert Koch Instutut (RKI) vor gut der Hälfte der Influenza-Erkrankungen. Zudem verlaufen sie bei Geimpften, die es trotzdem trifft, milder - also mit weniger Komplikationen.

Dass man sich durch den Impfstoff selbst erkältet, ist eher nicht möglich. In der Regel enthält der Impfstoff nur abgetötete Grippe-Erreger. Lediglich für Kinder gibt es einen Lebendimpfstoff, der als Nasenspray verabreicht wird. Da dieser sich nicht als effektiver herausgestellt hat als der Totimpfstoff, wird er seit dieser Saison jedoch nicht mehr vorrangig empfohlen.

2. Oktober: Erkältung und Grippe - das sind die Unterschiede

Wer aktuell mit Husten, Schnupfen und Kopfschmerzen im Bett liegt, hat höchstwahrscheinlich einen grippalen Infekt, aber keine echte Influenza.

Umgangssprachlich werden die Begriffe Grippe - Influenza - und grippaler Infekt - Erkältung - zwar synonym verwendet. Doch die Krankheiten unterscheiden sich, vor allem in der Schwere.

Typisch bei einer Influenza ist der schlagartige Beginn mit Fieber, häufig Schüttelfrost, starken Kopf- und/oder Gliederschmerzen, trockenem Husten und Halsschmerzen. Kein Appetit, starke Müdigkeit, hohes Fieber (auch über 40 Grad) sind typisch für die Influenza. Bei Babys und Kleinkindern können Magen-Darm-Beschwerden dazukommen.

Der grippale Infekt zeigt meist eine mildere Verlaufsform, die nach wenigen Tagen bereits abklingt.

1. Oktober: Vorige Grippewelle in Baden-Württemberg war heftig

Die Grippewelle bei älteren Menschen ist in Baden-Württemberg in der vergangenen Saison heftiger ausgefallen als im Jahr zuvor. Das Landesgesundheitsamt registrierte in der Saison 2016/2017 rund 7000 Fälle bei den über 60-Jährigen. Das teilte das Regierungspräsidium Stuttgart mit. In der vorherigen Saison war die Anzahl der Erkrankungen mit knapp 1050 Fällen deutlich niedriger.

 "Die Grippewelle des Winterhalbjahres 2016/2017 war die schwerste, die wir seit Jahren verzeichnet haben", sagt Matthias Kreuzinger vom Regierungspräsidium Stuttgart. Sie sei lediglich von der Influenzapandemie 2009/2010 übertroffen. 

Die nächste Grippewelle wirft bereits ihre Schatten voraus: Im September wurden in Baden-Württemberg neun Grippefälle gemeldet. Dabei handelte es sich überwiegend um Reiserückkehrer. Das Landesgesundheitsamt empfiehlt, sich unabhängig vom Alter gegen Grippe impfen zu lassen. 

Laut Landesapothekerverband Baden-Württemberg ist die beste Zeit für eine Impfung im Oktober und November. Da Grippewellen häufig zum Jahresbeginn auftreten würden, bliebe so genügend Zeit, damit sich der Impfschutz aufbauen könne. "Wer sich impfen lässt, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch seine Mitmenschen", betonte Christoph Gulde, Vizepräsident des Verbands. Die Krankheit könne sich schlechter ausbreiten, wenn viele Menschen geimpft seien. 

28. September: Grippesaison 2018 steht bevor - Impfung gilt als bester Schutz

In diesen Tagen beginnt die optimale Zeit für eine Schutzimpfung gegen Grippe. Diese sei die wichtigste Maßnahme, um sich vor einer Ansteckung mit dem Grippevirus zu schützen, betonten Experten des Robert Koch-Instituts (RKI) am Donnerstag in Berlin. Bislang sind demnach rund 17 Millionen Impfdosen freigegeben. Wichtig für den Grippeschutz sei es zudem, häufig die Hände zu waschen und Abstand von Grippepatienten zu halten. Influenza kann insbesondere für ältere und Menschen mit Vorerkrankungen tödlich enden.

Das RKI veröffentlichte auch seine Auswertung der vergangenen Saison: Die Grippewelle 2016/17 stufen die Fachleute demnach als verhältnismäßig stark ein. Vor allem ältere Menschen seien von dem Virus betroffen gewesen. Insgesamt wurden in der Saison demnach gut 114.000 Grippe-Fälle gemeldet, mehr seien es nur bei der Pandemie 2009 gewesen. Bundesweit starben laut Bericht nachweislich 723 Menschen an der echten Grippe, davon waren 94 Prozent älter als 59 Jahre. Geschätzt verursachte die Grippe-Welle laut Angaben etwa sechs Millionen Arztbesuche. 

Bei einer besonders gefährdeten Gruppe der Grippewellen besteht noch Handlungsbedarf. "Leider sind gerade bei den Senioren die Impfquoten mit rund 35 Prozent besonders niedrig", erklärte RKI-Präsident Lothar Wieler. Obwohl die Wirksamkeit der Impfung "nicht optimal" sei, könnten angesichts der Häufigkeit der Grippe damit immer noch viele Erkrankungsfälle und schwere Verläufe verhindert werden.

26. September:  Grippe-Vorbereitungen sind sehr gründlich

Für die kommende Grippe-Saison ist bundesweit schon mehr Impfstoff hergestellt und freigegeben worden als in der Vorsaison. "Wir sind gut vorbereitet", sagte eine Sprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts in Langen am Dienstag. Für ganz Deutschland seien bisher über 16,7 Millionen Dosen zugelassen. Bis Ende 2016 waren es - für die jahresübergreifende Grippe-Saison 2016/17 - etwa 15 Millionen gewesen. Wie stark die Grippe diesmal zuschlage, könne noch nicht gesagt werden, sagte die Sprecherin. Die Impfstoff-Herstellung schwanke jährlich, weil die Produktion nicht immer gleich gut klappt.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) treten Erkältungen vermehrt seit wenigen Wochen auf. Dabei handele es sich meist nicht um die Grippe, betonte eine Sprecherin. "Da ist vielleicht mal eine Influenza dabei. Aber das sind sehr wenige Fälle." In den vergangenen Jahren ging es mit der Grippewelle meist ab Januar richtig los.

24. September: Grippe-Zeit steht bevor - Ministerin ruft zum Impfen auf

Vor dem Start der Grippe-Saison Anfang Oktober hat Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml zum Impfen aufgerufen.  "Insbesondere chronisch kranke Menschen und über 60-Jährige sollten sich bereits im Herbst vor der Grippe schützen", sagte die CSU-Politikerin in München. Unverzichtbar sei die Impfung auch für das Personal in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Auch Schwangeren wird die Impfung empfohlen.

Die Zahl der Grippe-Fälle kann je nach Saison stark schwanken. 2016/2017 waren in Bayern mit 18 328 gemeldeten Erkrankungsfällen relativ hohe Zahlen verzeichnet worden. In der Saison 2015/2016 waren es nur 7425 Fälle, 2014/2015 hingegen 16 844. Die Impfung muss jedes Jahr aufgefrischt werden, weil der Impfstoff für jede Saison neu zusammengesetzt wird, um den aktuellen Grippe-Viren zu begegnen. Die Kosten werden von den Gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Huml betonte: "Wer geimpft ist, schützt nicht nur sich, sondern auch andere Menschen. Deshalb ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen die Möglichkeit einer Grippe-Impfung nutzen."

23. September: 16,6 Millionen Dosen für Influenza-Impfung 2017 freigegeben

Der Influenza-Impfstoff für die Saison 2017/2018 setzt sich gemäß der Empfehlungen der WHO und des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) aus den Antigenen weltweit zirkulierender Varianten folgender Viren zusammen:

A/Michigan/45/2015 (H1N1) pdm09- ähnlicher Stamm

A/Hong Kong/4801/2014 (H3N2)- ähnlicher Stamm

B/Brisbane/60/2008- ähnlicher Stamm

Zur Erklärung: A und B bezeichnen die Virustypen, der Ortsname bezieht sich laut Paul Ehrlich-Institut auf den Ort der Virus-Isolierung; die erste Ziffer gibt die Nummer des jeweils isolierten Stamms an, die zweite bezieht sich auf das Isolierungsjahr. Mit H und N werden die beiden wichtigsten Proteine der Virushülle Hämagglutinin und Neuraminidase abgekürzt, die Ziffer dahinter bezeichnet den aktuellen Hämagglutinin- bzw. Neuraminidase-Subtyp.

Zum Stichtag 8. September 2017 waren laut Paul-Ehrlich-Institut rund 16,6 Millionen Dosen für die Influenza Impfung - also die Grippeschutz-Impfung -2017 freigegeben.

19. September 2017: Grippewelle 2018 wird für Januar erwartet 

Die jährliche Grippewelle hat in den vergangenen Jahren meist im Januar begonnen und drei bis vier Monate gedauert. Das berichtet das Robert Koch Insitut. ­­Warum die Influenza-Welle bei uns jeweils im Winter auftritt, ­­könnte demnach verschiedene Ursachen haben. So seien Influenza­viren bei niedrigen Tempe­ra­turen und in trockener Luft stabiler. Außerdem wird vermutet, dass die Schleimhaut der oberen Atem­wege bei trockener Luft anfälliger für eine Infektion ist und das Immun­system im Winter weniger schlagkräftig ist als im Sommer, so das RKI.

Ein weiterer Faktor könnte auch sein, dass sich im Winter viele Menschen zusammen mit anderen Menschen in weniger belüfteten Räumen aufhalten.

Die jährliche Grippe­welle in Europa beginnt oft in den südwestlichen Ländern Europas und setzt sich dann über Mitteleuropa nach Osteuropa fort. "In den sehr seltenen Fällen einer Influenza-Pandemie durch ein völlig neues Virus kann eine Grippe­welle auch außerhalb des Winters kommen", so das RKI weiter. AZ/dpa 

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