Donnerstag, 18. Januar 2018

17:47 Uhr

Grippesaison 2017/2018

Grippewelle 2018: Impfung hilft diesmal nicht optimal

Die Grippewelle 2017/2018 rollt aktuell über Deutschland. 2569 Grippe-Erkrankungen wurden in der zweiten Kalenderwoche 2018 offiziell gemeldet. Warum nicht jede Impfung schützt.

i

Die Grippewelle 2018 rollt aktuell über Deutschland. Das Problem: Selbst wer sich impfen ließ, ist möglicherweise nicht optimal gegen die Influenza geschützt.
Foto: Maurizio Gambarini, dpa (Symbolbild)
  • Laut Robert Koch Institut hat die Grippewelle 2017/2018 jetzt offiziell begonnen.

  • Grippe-Symptome sind bei jedem Patienten anders. Ein typischer Krankheitsverlauf geht aber meistens mit hohem Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Reizhusten und Schüttelfrost einher.

    ANZEIGE
  • In der zweiten Kalenderwoche (KW) 2018 sind in Deutschland 2569 Grippe-Fälle offiziell gemeldet worden. Elf Menschen starben in der aktuellen Saison an Influenza.

  • Einer der diesjährigen Grippe-Impfstoffe scheint nur bedingt gegen die Influenza zu schützen. 

17. Januar: Die Dreifach-Impfung gegen Grippe schützt dieses Jahr nicht optimal  

Viele Menschen, die sich gegen die Grippe haben impfen lassen, sind in dieser Grippesaison 2017/18 wohl nicht optimal geschützt. Woran liegt das? Was kann man jetzt tun? Die wichtigsten Antworten zum diesjährigen Grippe-Impfstoff:

Was genau ist das Problem?

Die Impfung mit dem gängigen Dreifachimpfstoff wirkt nach einer ersten Einschätzung von Experten in dieser Saison nur bedingt. Denn mehr als die Hälfte der bisher nachgewiesenen Influenza-Fälle wurde durch Influenza-B-Viren der sogenannten Yamagata-Linie verursacht. Diese Viren werden aber durch den gängigen Dreifachimpfstoff nicht abgedeckt, wie Marieke Degen aus der Pressestelle des Robert Koch-Instituts (RKI) erklärt.

Ist denn auch ein besserer Impfstoff verfügbar?

Ja. Seit einigen Jahren gibt es einen Vierfachimpfstoff, der aber teurer ist und bislang wesentlich seltener verabreicht wird. Dieser deckt mehr Viren ab - auch den Influenza-B-Virus der Yamagata-Linie. Seit kurzem empfiehlt die Ständige Impfkommission am RKI diesen Vierfachimpfstoff. Die Entscheidung ist laut RKI aber noch so jung, dass noch nicht klar ist, ob die Krankenkassen die Kosten für diese Impfung übernehmen. Das müsse im Moment jeder Versicherte mit seiner Kasse direkt klären. 

War eine Impfung mit dem Dreifachimpfstoff dann umsonst? 

Nein. "Die Impfung schützt ja immer noch vor allem gegen die A-Viren, die in dieser Saison noch verstärkt auftauchen können", sagt Marieke Degen. Und sie ergänzt: "Die Yamagata-Linie, die im jetzigen Dreifach-Impfstoff fehlt, war allerdings im Dreifachimpfstoff der Saison 2015/16 enthalten." Wer sich regelmäßig jedes Jahr gegen die Grippe habe impfen lassen, sei möglicherweise auch noch zu einem gewissen Teil geschützt. 

Kann ich mich jetzt noch nachimpfen lassen? 

Bei Menschen, die sich noch nicht gegen die Grippe haben impfen lassen, macht das Immunisieren mit dem Vierfachimpfstoff laut RKI jetzt noch Sinn. Wer bereits einen Dreifachimpfstoff erhalten hat, sollte sich aber nicht generell noch einmal nachimpfen lassen, wie Degen erklärt. Eine Nachimpfung komme aber eventuell bei Hochrisikopatienten in Frage, die an mehreren Grunderkrankungen leiden. "Aber das muss der Arzt individuell entscheiden." 

Wie gut können Grippeimpfungen überhaupt schützen? 

Der Schutzwirkung ist grundsätzlich nicht so hoch wie bei anderen Impfungen. "Eine Grippeimpfung hat bei älteren Menschen eine Wirksamkeit von etwa 40 bis 60 Prozent. Es gibt aber auch Jahre, in denen die Schutzwirkung noch geringer ausfällt, weil die Zusammensetzung des Impfstoffs nicht gut zu den zirkulierenden Viren passt", sagte Degen.

16. Januar: Institut: Dreifachimpfstoff wirkt nur bedingt gegen verbreiteten Grippevirus

Die Impfung mit einem Dreifachimpfstoff gegen Grippe wirkt aktuell nach Einschätzung von Experten nur bedingt. Eine Sprecherin des Robert-Koch-Instituts sagte: "Mehr als die Hälfte der bisher nachgewiesenen Influenza-Fälle wurde durch Influenza-B-Viren der Yamagata-Linie verursacht, die nicht in dem Dreierimpfstoff enthalten sind." Im Vierfachimpfstoff dagegen gebe es eine solche Komponente.

In dieser Saison soll der hierzulande am meisten eingesetzte Dreifachimpfstoff vor zwei Virusvarianten vom Typ A sowie einer vom Typ B schützen. Daneben gibt es noch einen Vierfachimpfstoff, der einen weiteren B-Typen enthält. Der Schutz kann so etwas breiter ausfallen - vorausgesetzt, der zusätzliche Typ kursiert überhaupt.

Bislang übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel die Kosten für den deutlich günstigeren Dreifachimpfstoff - außer, wenn der Arzt die Verschreibung des teureren Präparats begründet, etwa weil der Patient schwer krank ist.

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts macht eine Grippeschutzimpfung für Risikogruppen auch jetzt noch Sinn. Wegen der aktuellen Dominanz des B-Typs der Yamagata-Linie wäre es möglicherweise ratsam, Hochrisikopatienten bevorzugt mit dem Vierfachimpfstoff zu versorgen.

Die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut empfiehlt eine Grippeschutzimpfung für Risikogruppen wie Ältere, chronisch Kranke und Schwangere.

15. Januar: Offiziell über 260 Grippe-Erkrankungen allein in Bayern

Die Grippewelle in Deutschland rollt. Bayern bleibt davon nicht unberührt. Wie das bayerische Landesamt für Gesundheit mitteilt, wurden in der ersten Meldewoche 2018 im Freistaat 262 Influenza-Fälle offiziell erfasst. Die meisten Kranken (101) wurden in Mittelfranken erfasst, gefolgt von Oberbayern (93 Fälle). In Schwaben wurden Anfang Januar drei Grippe-Fälle gemeldet.    

12. Januar: Die Grippewelle rollt an  - regionale Unterschiede sind laut RKI normal

Nach Einschätzung des Robert Koch-Instituts hat die Grippewelle in Deutschland begonnen. "Im Schnitt trägt mehr als jeder fünfte Patient mit Grippe-Symptomen auch tatsächlich Influenza-Viren in sich", sagte Sprecherin Susanne Glasmacher. "Das ist aber nicht ungewöhnlich und für die Jahreszeit auch normal."

Moderat bis deutlich erhöhte Werte gebe es bereits für Hessen und Nordrhein-Westfalen. Der Osten und der Norden des Landes seien bisher noch nicht so stark betroffen. "Regionale Unterschiede sind auch normal. Am Ende kommen alle dran", ergänzte Glasmacher. 

Die häufigsten nachgewiesenen Influenza-Viren gehörten in diesem Winter bisher zum Typ B. Im vergangenen Jahr dominierte Typ A, der oft zu mehr Todesfällen bei Grippewellen führt. Typ-B-Viren gelten deshalb aber nicht als harmlos. Das Vorkommen der Viren kann sich im Lauf der rund drei Monate dauernden Grippesaison auch noch verändern.

9. Januar: Bayern meldet immer mehr Grippe-Fälle

Die Zahl der Grippe-Kranken in Bayern ist in den vergangenen Wochen deutlich angestiegen. Seit dem Start der aktuellen Saison Anfang Oktober wurden bis Ende Dezember 376 Influenza-Fälle an das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) übermittelt, wie Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU) in München mitteilte. Bis Mitte Dezember waren es erst 101 Fälle von Grippe gewesen.

Huml rief daher erneut dazu auf, sich gegen Grippe impfen zu lassen. "Der Schutz ist nach ein bis zwei Wochen voll ausgeprägt und der Höhepunkt der Grippewelle kommt erst zwischen Januar und März", erläuterte die Politikerin laut Mitteilung. Empfohlen wird die Grippe-Impfung insbesondere für Mitarbeiter in Krankenhäusern oder Pflegeeinrichtungen, für Menschen ab 60 Jahren sowie für Schwangere und chronische Kranke.

28. Dezember: Die aktuellen Zahlen des Robert-Koch-Instituts - leichte Erhöhung akuter Atemwegserkrankungen

Die Arbeitsgemeinschaft Influenza  (AGI) vom Robert-Koch-Institut (RKI) stuft die Zahlen für die akuten Atemwegserkrankungen in der 50. Kalenderwoche im Vergleich zur Vorwoche als geringfügig erhöht ein.

Nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) wurden in der 50. Meldewoche 296 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI übermittelt. Somit beläuft sich die Zahl der übermittelten Fälle seit der 40. MW auf 903.

21. Dezember: Grippeimpfung durch Unternehmen - kein Schmerzensgeld bei Impf-Fehlern

Arbeitnehmer können nicht auf Schmerzensgeld vom Arbeitgeber hoffen, wenn sie gesundheitliche Folgeschäden durch eine Grippeschutzimpfung von Betriebsärzten erleiden. Das entschied das Bundesarbeitsgericht am Donnerstag in Erfurt in einem Fall aus Baden-Württemberg. Die Klägerin - eine ehemalige Verwaltungsangestellte im Universitäts-Herzzentrum Freiburg - scheiterte damit auch in der höchsten Instanz. Sie hatte Schadenersatz in Höhe von etwa 150.000 Euro verlangt.

Arbeits- und Landesarbeitsgericht in Baden-Württemberg hatten ihre Klage bereits abgewiesen. Im konkreten Fall wurde die Betriebsärztin für die freiwillige Impfaktion, zu der die Mitarbeiter des Herzzentrums aufgerufen wurden, freiberuflich beschäftigt. Die Arbeitsgerichte mussten sich mit dem Fall befassen, weil die Frau nicht auf Arzthaftung pochte, sondern das Herzzentrum als ihren Arbeitgeber verklagte.

"Die große Frage ist, hat die Beklagte Pflichten verletzt?", sagte die Vorsitzende Richterin Anja Schlewing. Sie und die anderen Richter des 8. Senats verneinten das. Zwischen der Klägerin und dem Herzzentrum sei kein Behandlungsvertrag zustande gekommen, heißt es in der Urteilsbegründung. Der Arbeitgeber musste sie deshalb nicht, wie vom Anwalt der Klägerin behauptet, über mögliche Risiken aufklären. Das Bundesarbeitsgericht entschied erstmals über Haftungsfragen bei Impfungen in Unternehmen.

Die Klägerin machte die Grippeschutzimpfung für dauerhafte Bewegungseinschränkungen ihrer Halswirbelsäule verantwortlich. In dem Herzzentrum war sie bis Mai 2012 im Bereich Controlling beschäftigt. Die Schutzimpfung sei damit nicht durch ihre Tätigkeit veranlasst worden, argumentierte der Anwalt des Herzzentrums. Er sprach von einem "Angebot zur allgemeinen Gesundheitsvorsorge". Impfschäden - im Sinne von körperlichen Schäden - seien sehr selten.

20. Dezember: Behörden melden bisher nur 101 Grippe-Fälle in Bayern

In der neuen Grippesaison sind in Bayern bisher 101 Krankheitsfälle registriert worden. Im gleichen Vorjahreszeitraum seien es 217 Fälle gewesen, teilte Gesundheitsministerin Melanie Huml mit. Im Moment sieht es also noch nicht nach einer heftigen Grippewelle aus. Aber laut Huml ist "Die Impfung gegen die Grippe auch jetzt noch sinnvoll, da der Schutz bereits nach ein bis zwei Wochen voll ausgeprägt ist." Die Grippesaison habe zwar schon im Herbst begonnen, die eigentliche Grippewelle habe den Freistaat aber noch nicht erreicht. "Der Höhepunkt mit den meisten Ansteckungen ist erfahrungsgemäß erst zwischen Januar und März", sagte Huml.

Die Zahl der Grippe-Fälle schwankt je nach Saison. So wurden in der Grippesaison 2016/2017 mit mehr als 18.300 gemeldeten Fällen in Bayern relativ hohe Zahlen verzeichnet. In der vorangegangenen Saison waren hingegen nur gut 7400 Fälle gemeldet worden.

19. Dezember: Simple Erkältung oder echte Grippe?

Entwicklung: Erkältungen entwickeln sich schleichend, eine Grippe schlägt rasch und hart zu. Grippekranke fühlen sich demnach schnell sehr krank.

Symptome: Kopfweh, Schleim in der Nase, Fieber und schmerzende Glieder - einige Symptome haben Erkältung und Grippe gemeinsam. Doch eine Grippe wirkt sich mehr auf den ganzen Körper aus. Kein Appetit, starke Müdigkeit, hohes Fieber (auch über 40 Grad) sind typisch. Bei Babys und Kleinkindern können Magen-Darm-Beschwerden dazukommen.

Dauer: Eine Erkältung ist oft innerhalb einer Woche vorbei. Auch bei einer Grippe lassen die schlimmsten Beschwerden binnen einer Woche spürbar nach. Allerdings kämpfen Betroffene oft noch länger mit Erschöpfung und Husten.

16. Dezember: Zahl der Atemwegs-Erkrankungen bleibt stabil

Das Robert-Koch Institut (RKI) meldet im aktuellen Wochenbericht in der 49. Kalenderwoche keinen Anstieg akuter Atemwegs-Erkrankungen. Im Vergleich zur Vorwoche sei die Aktivität diesbezüglich bundesweit stabil geblieben. Influenza-Viren werden weiterhin nur vereinzelt nachgewiesen. Das RKI hat seit Beginn der Meldesaison in der 40. Kalenderwoche insgesamt 598 Grippe-Fälle gezählt. Die aktuellen Informationen beziehen sich auf den Datenstand vom 12. Dezember 2017.

13. Dezember: Viele banale Erkältungen, aber bislang wenig echte Fälle von Influenza

Viele Menschen husten und schniefen momentan - der Dezember ist eine klassische Zeit für Erkrankungen der Atemwege. In den allermeisten Fällen dürfte es sich dabei aber um ganz normale Erkältungen handeln - mit den üblichen Symptomen wie Husten, Schnupfen und Heiserkeit. Echte Grippe-Erkrankungen sind dagegen nach wie vor die Ausnahme. So meldet das Landesamt für Gesundheit in Bayern aktuell (Stand 8. Dezember) für den gesamten Freistaat nur elf registrierte Influenza-Fälle. Diese wurden alle in Oberbayern verzeichnet.

11. Dezember: Erkältung trotz Grippe-Impfung? Natürlich geht das.

Gelegentlich wundern sich Menschen, warum sie nach einer Grippeschutzimpfung trotzdem doch krank werden -  mit Symptomen wie Husten, Schnupfen oder Heiserkeit. Die Erklärung ist einfach: Die Grippe-Schutzimpfung schützt - wie der Name sagt - vor Grippeviren. Eine herkömmliche Erkältung kann sich der Geimpfte also immer noch zuziehen.

Wie gut die Impfung gegen Grippeviren schützt, hängt davon ab, welche Virusstämme kursieren. Zu 100 Prozent voraussagen lässt sich das nicht. Entsprechend ist der Impfstoff in manchen Jahren besser und in anderen weniger gut auf die kursierenden Virusstämme abgestimmt. In der Regel schützt er laut RKI vor gut der Hälfte der Influenza-Erkrankungen. Zudem verlaufen sie bei Geimpften, die es trotzdem trifft, milder - also mit weniger Komplikationen.

07. Dezember: Robert-Koch Institut meldet für Deutschland 418 registrierte Grippe-Kranke

Im aktuellen Bericht des Robert-Koch Instituts (RKI) wird ein leichter Anstieg der Grippe-Fälle gemeldet: Seit Beginn der Meldesaison wurden 418 Fälle gezählt.

Die Werte werden seit der 40. Kalenderwoche erhoben und dann jeweils addiert. Damit liegen die bislang bestätigten 72 Grippe-Fälle für die aktuelle Meldewoche laut dem RKI auf einem für die Jahreszeit üblichen Niveau.

04. Dezember: Grippeschutz durch Vierfachimpfstoff jetzt auch auf Krankenschein?

Bekommen Kassenpatienten in Zukunft einen anderen Impfstoff zum Schutz vor Grippe? Die Ständige Impfkommission (Stiko) am Robert Koch-Institut (RKI) ändert ihre bisherige Empfehlung und spricht sich nun für einen Impfstoff aus, der vor vier Virusvarianten schützen soll. Bislang erhalten gesetzlich Versicherte in der Regel nur einen günstigeren Dreifachimpfstoff. Die Änderung hat das Expertengremium bereits im November beschlossen. Bekannt gegeben wurde dies allerdings erst jetzt. So berichtete zuerst der Tagesspiegel am Samstag darüber. Bislang können gesetzlich Versicherte den Vierfachimpfstoff nur in Ausnahmefällen auf Kosten der Kasse bekommen, zum Beispiel bei einer schweren Erkrankung.

Die Änderung der Impf-Empfehlung ist erst für die nächste Grippesaison wichtig

Für die Patienten könnte die Änderung aber erst im nächsten Winter bedeutend werden. Denn gültig wird die Empfehlung nicht vor der Publikation der wissenschaftlichen Begründung der Experten im Januar 2018. Der Gemeinsame Bundesausschuss werde dann innerhalb von drei Monaten entscheiden, ob der Vierfachimpfstoff zur Kassenleistung wird, erläuterte eine RKI-Sprecherin. Danach müssten die Hersteller ihre Produktion umstellen.

Die Frage, welcher Impfstoff der bessere ist, sorgt in Fachkreisen schon lange für Diskussionen. Befürworter des seit 2013/14 verfügbaren teureren Präparats argumentieren, die Menschen könnten damit besser geschützt werden in Saisons, in denen die zusätzliche Virenvariante kursiert. Allerdings lässt sich nie genau vorhersagen, welche Virustypen zirkulieren. Wie sich der Impfstoff zusammensetzt, entscheidet sich zudem schon Monate vor dem Start der Impfsaison. Bis dahin können sich die Viren aber wieder verändern, mit Folgen für die Schutzwirkung. 

Die Stiko empfiehlt eine Grippeschutzimpfung für Risikogruppen wie Ältere, chronisch Kranke und Schwangere dennoch: Influenza ist so häufig, dass die Experten noch immer von einer Verhinderung zahlreicher Fälle ausgehen. 

03. Dezember: RKI registriert Grippe-Fälle bisher nur "vereinzelt"

Die Zahl der registrierten akuten Atemwegserkrankungen ist zuletzt relativ stabil geblieben, die Werte "lagen auf einem für die Jahreszeit üblichen Niveau", berichtet das Robert Koch Institut. Erkrankungen durch Grippe-Viren seien nur "vereinzelt" aufgetreten. In der 47. Meldewoche wurden demnach 73 Influenza-Fälle offiziell gemeldet. Insgesamt sind damit in der aktuellen Grippesaison 331 Fälle registriert worden. Drei Menschen mit Grippe starben.

Seit Mitte November steigt die Zahl der Grippefälle in Baden-Württemberg. Das geht aus Angaben des Landesgesundheitsamtes in Stuttgart hervor. Waren es Mitte des vergangenen Monats noch fünf Fälle in der Woche, wurden in der Folgewoche elf Influenza-Erkrankungen registriert. In der laufenden Woche zählte das Gesundheitsamt bereits zehn Fälle. Insgesamt sind seit Oktober 59 Personen erkrankt, darunter sechs Kinder. Als wichtigster Schutz gilt eine Grippe-Impfung. 

Im vergangenen Winter hatte es eine besonders schwere Grippewelle gegeben. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) wurden in der Saison deutschlandweit gut 114.000 Erkrankungen gemeldet, mehr seien es nur bei der Pandemie 2009 gewesen.

30. November: Grippeimpfung für Diabetiker dringend empfohlen

Bestimmten Risikogruppen wird immer wieder nahegelegt, sich vor Einbruch der Grippewelle mit einer Grippeimpfung zu schützen. In einer Pressemeldung empfiehlt das CJD Berchtesgaden - Diabeteszentrum Diabetikern, sich zur Vorsorge rechtzeitig impfen zu lassen. "Das Immunsystem ist durch erhöhte Blutzuckerwerte weniger abwehrstark. Dadurch kommt es leichter zu Infektionen und auch zur Grippeansteckung", warnt Dr. Gerd Schauerte.

Überschüssiger Zucker dockt an Immunzellen an, wodurch die weißen Blutkörperchen Krankheitserreger nicht mehr erkennen. Hohe Blutzuckerwerte sind deshalb während einer Grippewelle gefährlich. Für chronisch kranke Menschen wie Diabetiker seien die Folgen einer Grippe besonders gefährlich, warnt das CJD. Wenn die Infektion hohes Fieber auslöst, drohen Über- oder Unterzucker. Die Risiken der Grippeimpfung sind dagegen äußerst gering: "Die Impfung ist im Allgemeinen gut verträglich", so Dr. Schauerte in der Pressemeldung, "schwache Nebenwirkungen treten nur selten auf."

24. November:  Die Zahl der Atemwegserkrankungen nimmt leicht zu

Das Robert-Koch-Institut meldet für die 46. Kalenderwoche 2017 erneut einen leichten Anstieg der Anzahl akuter Atemwegserkrankungen. So seien die Werte im Vergleich zur Vorwoche bundesweit etwas gestiegen.

Laut der Arbeitsgemeinschaft Influenza wurden nach Infektionsschutzgesetz in der 46. Meldewoche bislang 34 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI übermittelt. Seit der 40. Meldewoche sind insgesamt 250 Fälle gemeldet worden.

Seit Oktober sind drei Menschen mit Grippe-Erkrankung in Deutschland gestorben.

20. November: In Bayern ist es relativ ruhig: nur zehn Grippe-Fälle

Die Zahl der Grippe-Fälle in Bayern ist bislang noch sehr überschaubar. Wie das bayerische Landesamt für Gesundheit berichtet, wurden in der 45. Meldewoche insgesamt zehn Fälle von Influenza-Erkrankungen im Freistaat offiziell gemeldet. Sechs Grippekranke wurden in Oberbayern registriert, in Schwaben bislang keiner.

16. November: Zahl der Atemwegserkrankungen steigt in normalem Ausmaß

Die Zahl der akuten Atemwegserkrankungen (ARE) ist in der 45. Kalenderwoche  2017 im Vergleich zur Vorwoche bundesweit leicht gestiegen, allerdings bestätigt das Robert Koch-Institut das eine derartige Aktivität für die Jahreszeit normal ist.

In der 45. Meldewoche (04. bis 10. November) wurden nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) bislang 38 bestätigte Influenzainfektionen an das Robert Koch-Institut übermittelt. Demnach sind seit der 40. Meldewoche 209 Influenza-Fälle offiziell bekannt. Bislang wurden drei Todesfälle mit Influenza-Viren an das RKI übermittelt.

13. November: Warum Männer häufiger krank werden

"Männer haben's schwer, nehmen's leicht", sang Herbert Grönemeyer in den Achtzigern und landete damit einen großen Hit. Doch viele Frauen, die einen Mann mit drohender Erkältung zu Hause haben, erleben eher einen Jammerlappen als einen starken Kerl - sagen sie zumindest. So hält sich hartnäckig das Klischee vom Mann, der bei einer kribbeligen Nase und leichtem Halskratzen gleich schwere Qualen erleidet. So manche Frau möchte da genervt umdichten: "Männer haben's leicht, nehmen's trotzdem schwer."

Forscher erklären jetzt: Die Sorgen der Männer sind nicht ganz unbegründet. Hier erfahren Sie, warum Männer tatsächlich häufiger krank werden.

10. November: Grippeschutzimpfung wird auch Asthmatikern empfohlen

Wer Asthma hat, sollte sich vor dem Winter unbedingt gegen Grippe impfen lassen. Dazu rät die Deutsche Lungenstiftung.

Außerdem sollten Asthmatiker während der Grippesaison besonders darauf achten, ihre Medikamente regelmäßig und wie vom Arzt verordnet exakt einzunehmen. Denn je weniger sie ihre Lungenkrankheit unter Kontrolle haben, desto höher ist ihr Infektionsrisiko.

Auch die Folgen einer Infektion können für Asthmatiker schwerwiegend sein: Bei einer Grippeerkrankung müssen sie den Angaben zufolge mit besonders schweren Asthmaanfällen rechnen.

08. November: Grippeschutzimpfung ist bei Herzschwäche besonders wichtig

Patienten mit Herzschwäche sollten sich gegen Grippe impfen lassen. Darauf weist die Deutsche Herzstiftung in ihrem Ratgeber "Das schwache Herz. Diagnose und Therapie der Herzinsuffizienz heute" hin. Die Impfung schützt demnach auch vor einer Verschlechterung der Herzschwäche. Eventuell komme eine Pneumokokken-Impfung ebenfalls infrage. Am besten sprechen Betroffene ihren Arzt darauf an.

06. November: Robert-Koch-Institut beantwortet Fragen zur Grippeschutzimpfung

Kann man trotz einer Grippeschutzimpfung andere Menschen anstecken? Wie setzt sich der Impfstoff gegen Influenza zusammen? Kann ich mich trotz Schwangerschaft impfen lassen? Wer sollte sich nicht gegen Grippe impfen lassen?

Fragen wie diese, die wegen der erwartenden Grippewelle und der möglichen Influenzaimpfung wichtig sind, beantwortet das Robert-Koch-Institut auf einer eigenen Seite.

05. November: Bisher nicht mehr Influenza-Fälle in Baden-Württemberg als üblich

Die Grippesaison beginnt langsam. Im Oktober erkrankten in Baden-Württemberg 20 Menschen an der Influenza. Das geht aus Angaben des Landesgesundheitsamts in Stuttgart hervor. "Bislang liegt die Anzahl der übermittelten Influenza-Fälle auf einem für die Jahreszeit üblichen Niveau", teilte ein Sprecher mit.

In den nächsten Wochen sei mit einem Anstieg zu rechnen. Im vergangenen Jahr hatte es im Oktober 30 Grippe-Fälle gegeben, 2015 waren es zwölf. Als wichtigster Schutz gilt eine Grippe-Impfung. Das zuständige Paul-Ehrlich-Institut hat bereits rund 16,9 Millionen Influenza-Impfdosen freigegeben (Stand 20. Oktober).

03. November: 138 Grippe-Fälle in der laufenden Saison - zwei Tote

Die Grippewelle steht in Deutschland kurz bevor, wenn andere Länder bereits mit den Nachwirkungen der Influenza zu kämpfen haben. Australien etwa musste mit mehr als zweieinhalb mal so vielen Grippe-Fällen wie im Vorjahreszeitraum kämpfen - gut 195.000 an der Zahl, berichtet die Deutsche Presse-Agentur. Medienberichten zufolge erkrankten die Menschen heftig, es gab Todesfälle nicht nur bei Älteren.

Kann daraus auf die anstehende Grippewelle in Deutschland geschlossen werden? Eher nein: "Wir leiten aus der Entwicklung im Ausland nur sehr wenig ab", sagte der Leiter des Fachgebiets Impfprävention am Robert Koch-Institut (RKI) in Berlin, Ole Wichmann.

Sicher ist: Die Erreger, Influenza-Viren, kommen. Die ersten Krankheitsfälle sind registriert. Seit Anfang Oktober wurden in Deutschland 138 bestätigte Grippe-Erkrankungen an das RKI gemeldet. Zwei Menschen mit Influenza-Infektionen starben.

01. November: Erster Todesfall mit Influenza-Infektion gemeldet

Für die 42. Meldewoche 2017 (14. bis 20. Oktober 2017) wurden bislang 32 bestätigte Influenzainfektionen an das Robert Koch-Institut übermittelt. Das teilte das RKI in seinem aktuellen Wochenbericht mit. Insgesamt seien damit in drei Wochen insgesamt 100 Grippe-Infektionen offiziell bekannt geworden. In dieser Zeit wurde auch ein Todesfall mit Influenzainfektion (Influenza A) an das RKI übermittelt.

In der vergangenen Grippesaison waren offiziell 723 Menschen in Deutschland an der Influenza gestorben.

27. Oktober: Weniger Atemwegserkrankungen als in der Vorwoche

Während Anfang Oktober die Zahl der akuten Atemwegserkrankungen (ARE) noch etwas höher lag, ist sie in der 42. Kalenderwoche (16. bis 22. Oktober) bundesweit gesunken. Das teilte das Robert-Koch-Institut auf der Internetseite der Arbeitsgemeinschaft Influenza mit.

Dabei gibt das RKI an, dass das Nationale Referenzzentrum für Influenza in Sentinelproben nur sporadisch Influenzaviren nachweisen konnte. Bislang sollen in der 42. Meldewoche nach Infektionsschutzgesetz (IfSG) 32 und seit der 40. Meldewoche 100 labordiagnostisch bestätigte Influenzafälle an das RKI übermittelt worden sein.

20. Oktober: Grippe und Erkältungen: Zahl der Atemwegserkrankungen leicht gestiegen

In Deutschland ist die Zahl der akuten Atemwegserkrankungen (ARE) in der 41. Kalenderwoche (9 bis 15. Oktober) 2017 im Vergleich zur Vorwoche bundesweit leicht gestiegen. Das berichtet das Robert Koch Institut in seinem aktuellen Influenza-Wochenbericht.

Demnach handelt es sich aber überwiegend um Erkältungen, nicht um echte Grippe-Erkrankungen. Die Erkrankungen seien hauptsächlich auf Rhinoviren zurückzuführen, so das RKI. Insgesamt liege die Zahl der Atemwegserkrankungen aktuell auf einem für die Jahreszeit normalen Niveau.

18. Oktober: Grippeschutz: Mehr Impf-Muffel im Westen als im Osten Deutschlands

Die Zahl der Grippeschutzimpfungen ist nach Krankenkassenangaben in den vergangenen Jahren gesunken. Während die Impfquote unter den Versicherten der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) bundesweit im Jahr 2014 noch bei 15,3 Prozent lag, erreichte der Wert im vergangenen Jahr nur noch 14,3 Prozent, wie die KKH am Dienstag in Düsseldorf mitteilte.

Die meisten Menschen ließen sich laut einer Auswertung in Sachsen und Sachsen-Anhalt mit je rund 26,5 Prozent gegen Grippe impfen, es folgte Brandenburg mit 20,5 Prozent. Schlusslichter waren Rheinland-Pfalz (10,9 Prozent) sowie Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen (je 12,3 Prozent).

16. Oktober: Grippeimpfung für Ältere: Welche Impfstoffe infrage kommen

Menschen ab 60 Jahren sollten sich gegen Grippe impfen lassen. Für sie stehen drei Impfstoffe zur Verfügung: ein Standard-Impfstoff mit Antigenen gegen drei Virusstämme, ein Impfstoff mit Wirkverstärker sowie ein Stoff mit Antigenen gegen vier Stämme. "Älteren Patienten empfehlen wir, mit dem Arzt zu besprechen, welcher Impfstoff für sie infrage kommt - und welchen die Kasse bezahlt", sagt Andreas Leischker, Impfexperte der Deutschen Gesellschaft für Geriatrie (DGG) und Chefarzt der Klinik für Geriatrie des Alexianer-Krankenhauses Krefeld.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) beim Robert-Koch-Institut (RKI) empfiehlt Älteren bisher nur die Impfung an sich, nicht einen speziellen Impfstoff. Für welche Impfstoffe die Krankenkassen bei welchem Patienten die Kosten übernehmen, variiert je nach Krankenkasse und Bundesland.

Ältere Menschen haben häufig ein schwächeres Immunsystem als jüngere. Daher ist auch ihre Immunantwort auf eine Impfung womöglich eingeschränkt. Impfstoffe mit Wirkverstärker setzen hier an. Sie erzeugen eine stärkere Immunantwort. Ob das am Ende allerdings auch besser vor Grippe schützt, ist laut RKI bisher nicht geklärt.

Impfstoffe, die Antigene gegen einen weiteren Virusstamm enthalten, sollen dann besser wirken, wenn in der jeweiligen Grippesaison viele Viren dieses Stamms zirkulieren. Leischker zufolge kann eine Impfung mit einem solchen Impfstoff daher sinnvoll sein, um ältere Menschen besser vor Grippeerkrankungen zu schützen. "Gerade für diese Altersgruppe hat ein solcher Infekt weitreichende Folgen."

Händewaschen kann vor Grippe schützen

Im Herbst beginnt meist die große Grippewelle. Anlässlich des "Welttag des Händewaschens" weist die Krankenkasse KKH darauf hin, dass der Verzicht auf Händewaschen die Ausbreitung vieler Krankheiten begünstigt - ein Drittel der Befragten einer repräsentativen Forsa-Umfrage verzichtet darauf, sich nach dem Nach-Hause-Kommen die Hände zu waschen. Dabei ist der regelmäßige Gang zum Waschbecken insbesondere in der bevorstehenden Erkältungszeit wichtig.

Warum hilft Händewaschen gegen Grippe? Ganz einfach: "Viele Viren verbreiten sich gerade über die Hände besonders häufig", sagte Hannes Dietrich von der KKH. Regelmäßiges und gründliches Händewaschen senke das Risiko, an Erkältungen, Grippe und anderen Infektionen zu erkranken. 20 bis 30 Sekunden sind nötig, um alle Erreger abzuspülen. Dazu rät die KKH, sich nicht allein auf Wasser zu beschränken, sondern die Hände auch einzuseifen. Die Wassertemperatur spiele dagegen keine Rolle.

11. Oktober: Forscher: Grippeimpfung ist auch für Kinder sinnvoll

Zum Schutz vor einer Ansteckung wird eine Grippeimpfung standardmäßig für ältere Menschen und chronisch Kranke empfohlen. Doch auch für Kinder kann sie angebracht und sinnvoll sein, wie der finnische Grippeforscher Timo Vesikari von der Universität Tampere der Deutschen Presse-Agentur dpa am Rande einer internationalen Grippekonferenz in Riga erklärte. "Kinder sind in besonderem Maße von der Grippe betroffen. Deshalb ist es wichtig, sie zu impfen", sagte Vesikari. Nur so könnten sie vor verschiedenen möglichen Komplikationen geschützt werden. Zudem würden damit auch andere Personengruppen geschützt. "Kinder sind die Hauptüberträger des Virus innerhalb der Gesellschaft", sagte Vesikari.

9. Oktober: Ausgewogene Ernährung beugt Infekten im Alter vor

Kaum etwas schmeckt noch so richtig, außerdem lohnt sich das Kochen für einen allein doch gar nicht - viele alte Menschen kennen diese Gedanken. Häufig ernähren sie sich deshalb zu einseitig oder essen insgesamt zu wenig. Das kann ein Grund für immer wieder aufflammende Infekte sein, erklärt Altersmedizinerin Christine Eichler vom Evangelischen Zentrum für Altersmedizin in Potsdam. Eine ausgewogene Ernährung ist für alte Menschen deshalb besonders wichtig.

Eine Grippe setzt den Betroffenen meist für lange Zeit außer Gefecht. Nicht selten kann er sich hinterher nicht mehr selbst versorgen. Angehörige sollten daher darauf achten, dass der Mensch alle wichtigen Nährstoffe zu sich nimmt. Daneben macht Sport den Körper widerstandsfähiger - auch und gerade im Alter. Auch Saunagänge empfiehlt Eichler. Sie regen Stoffwechsel und Durchblutung an und lassen den Saunagänger zudem besser schlafen.

Die Ständige Impfkommission (STIKO) rät Menschen über 60 Jahren darüber hinaus zu einer jährlichen Grippeimpfung.

6. Oktober: Grippeschutzimpfung schützt nicht gegen Erkältung

Auch wer gegen Grippe geimpft ist, kann noch eine Erkältung bekommen. Die Grippe-Schutz-Impfung schützt nämlich  - wie der Name sagt - vor Grippeviren. Eine herkömmliche Erkältung kann sich der Geimpfte also immer noch zuziehen.

Wie gut die Impfung gegen Grippeviren schützt, hängt davon ab, welche Virusstämme kursieren. Zu 100 Prozent voraussagen lässt sich das nicht. Entsprechend ist der Impfstoff in manchen Jahren besser und in anderen weniger gut auf die kursierenden Virusstämme abgestimmt. In der Regel schützt er laut Robert Koch Instutut (RKI) vor gut der Hälfte der Influenza-Erkrankungen. Zudem verlaufen sie bei Geimpften, die es trotzdem trifft, milder - also mit weniger Komplikationen.

Dass man sich durch den Impfstoff selbst erkältet, ist eher nicht möglich. In der Regel enthält der Impfstoff nur abgetötete Grippe-Erreger. Lediglich für Kinder gibt es einen Lebendimpfstoff, der als Nasenspray verabreicht wird. Da dieser sich nicht als effektiver herausgestellt hat als der Totimpfstoff, wird er seit dieser Saison jedoch nicht mehr vorrangig empfohlen.

2. Oktober: Erkältung und Grippe - das sind die Unterschiede

Wer aktuell mit Husten, Schnupfen und Kopfschmerzen im Bett liegt, hat höchstwahrscheinlich einen grippalen Infekt, aber keine echte Influenza.

Umgangssprachlich werden die Begriffe Grippe - Influenza - und grippaler Infekt - Erkältung - zwar synonym verwendet. Doch die Krankheiten unterscheiden sich, vor allem in der Schwere.

Typisch bei einer Influenza ist der schlagartige Beginn mit Fieber, häufig Schüttelfrost, starken Kopf- und/oder Gliederschmerzen, trockenem Husten und Halsschmerzen. Kein Appetit, starke Müdigkeit, hohes Fieber (auch über 40 Grad) sind typisch für die Influenza. Bei Babys und Kleinkindern können Magen-Darm-Beschwerden dazukommen.

Der grippale Infekt zeigt meist eine mildere Verlaufsform, die nach wenigen Tagen bereits abklingt.

1. Oktober: Vorige Grippewelle in Baden-Württemberg war heftig

Die Grippewelle bei älteren Menschen ist in Baden-Württemberg in der vergangenen Saison heftiger ausgefallen als im Jahr zuvor. Das Landesgesundheitsamt registrierte in der Saison 2016/2017 rund 7000 Fälle bei den über 60-Jährigen. Das teilte das Regierungspräsidium Stuttgart mit. In der vorherigen Saison war die Anzahl der Erkrankungen mit knapp 1050 Fällen deutlich niedriger.

 "Die Grippewelle des Winterhalbjahres 2016/2017 war die schwerste, die wir seit Jahren verzeichnet haben", sagt Matthias Kreuzinger vom Regierungspräsidium Stuttgart. Sie sei lediglich von der Influenzapandemie 2009/2010 übertroffen. 

Die nächste Grippewelle wirft bereits ihre Schatten voraus: Im September wurden in Baden-Württemberg neun Grippefälle gemeldet. Dabei handelte es sich überwiegend um Reiserückkehrer. Das Landesgesundheitsamt empfiehlt, sich unabhängig vom Alter gegen Grippe impfen zu lassen. 

Laut Landesapothekerverband Baden-Württemberg ist die beste Zeit für eine Impfung im Oktober und November. Da Grippewellen häufig zum Jahresbeginn auftreten würden, bliebe so genügend Zeit, damit sich der Impfschutz aufbauen könne. "Wer sich impfen lässt, schützt nicht nur sich selbst, sondern auch seine Mitmenschen", betonte Christoph Gulde, Vizepräsident des Verbands. Die Krankheit könne sich schlechter ausbreiten, wenn viele Menschen geimpft seien. 

28. September: Grippesaison 2018 steht bevor - Impfung gilt als bester Schutz

In diesen Tagen beginnt die optimale Zeit für eine Schutzimpfung gegen Grippe. Diese sei die wichtigste Maßnahme, um sich vor einer Ansteckung mit dem Grippevirus zu schützen, betonten Experten des Robert Koch-Instituts (RKI) am Donnerstag in Berlin. Bislang sind demnach rund 17 Millionen Impfdosen freigegeben. Wichtig für den Grippeschutz sei es zudem, häufig die Hände zu waschen und Abstand von Grippepatienten zu halten. Influenza kann insbesondere für ältere und Menschen mit Vorerkrankungen tödlich enden.

Das RKI veröffentlichte auch seine Auswertung der vergangenen Saison: Die Grippewelle 2016/17 stufen die Fachleute demnach als verhältnismäßig stark ein. Vor allem ältere Menschen seien von dem Virus betroffen gewesen. Insgesamt wurden in der Saison demnach gut 114.000 Grippe-Fälle gemeldet, mehr seien es nur bei der Pandemie 2009 gewesen. Bundesweit starben laut Bericht nachweislich 723 Menschen an der echten Grippe, davon waren 94 Prozent älter als 59 Jahre. Geschätzt verursachte die Grippe-Welle laut Angaben etwa sechs Millionen Arztbesuche. 

Bei einer besonders gefährdeten Gruppe der Grippewellen besteht noch Handlungsbedarf. "Leider sind gerade bei den Senioren die Impfquoten mit rund 35 Prozent besonders niedrig", erklärte RKI-Präsident Lothar Wieler. Obwohl die Wirksamkeit der Impfung "nicht optimal" sei, könnten angesichts der Häufigkeit der Grippe damit immer noch viele Erkrankungsfälle und schwere Verläufe verhindert werden.

26. September:  Grippe-Vorbereitungen sind sehr gründlich

Für die kommende Grippe-Saison ist bundesweit schon mehr Impfstoff hergestellt und freigegeben worden als in der Vorsaison. "Wir sind gut vorbereitet", sagte eine Sprecherin des Paul-Ehrlich-Instituts in Langen am Dienstag. Für ganz Deutschland seien bisher über 16,7 Millionen Dosen zugelassen. Bis Ende 2016 waren es - für die jahresübergreifende Grippe-Saison 2016/17 - etwa 15 Millionen gewesen. Wie stark die Grippe diesmal zuschlage, könne noch nicht gesagt werden, sagte die Sprecherin. Die Impfstoff-Herstellung schwanke jährlich, weil die Produktion nicht immer gleich gut klappt.

Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) treten Erkältungen vermehrt seit wenigen Wochen auf. Dabei handele es sich meist nicht um die Grippe, betonte eine Sprecherin. "Da ist vielleicht mal eine Influenza dabei. Aber das sind sehr wenige Fälle." In den vergangenen Jahren ging es mit der Grippewelle meist ab Januar richtig los.

24. September: Grippe-Zeit steht bevor - Ministerin ruft zum Impfen auf

Vor dem Start der Grippe-Saison Anfang Oktober hat Bayerns Gesundheitsministerin Melanie Huml zum Impfen aufgerufen.  "Insbesondere chronisch kranke Menschen und über 60-Jährige sollten sich bereits im Herbst vor der Grippe schützen", sagte die CSU-Politikerin in München. Unverzichtbar sei die Impfung auch für das Personal in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen. Auch Schwangeren wird die Impfung empfohlen.

Die Zahl der Grippe-Fälle kann je nach Saison stark schwanken. 2016/2017 waren in Bayern mit 18 328 gemeldeten Erkrankungsfällen relativ hohe Zahlen verzeichnet worden. In der Saison 2015/2016 waren es nur 7425 Fälle, 2014/2015 hingegen 16 844. Die Impfung muss jedes Jahr aufgefrischt werden, weil der Impfstoff für jede Saison neu zusammengesetzt wird, um den aktuellen Grippe-Viren zu begegnen. Die Kosten werden von den Gesetzlichen Krankenkassen übernommen.

Huml betonte: "Wer geimpft ist, schützt nicht nur sich, sondern auch andere Menschen. Deshalb ist es wichtig, dass möglichst viele Menschen die Möglichkeit einer Grippe-Impfung nutzen."

23. September: 16,6 Millionen Dosen für Influenza-Impfung 2017 freigegeben

Der Influenza-Impfstoff für die Saison 2017/2018 setzt sich gemäß der Empfehlungen der WHO und des Ausschusses für Humanarzneimittel (CHMP) bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) aus den Antigenen weltweit zirkulierender Varianten folgender Viren zusammen:

A/Michigan/45/2015 (H1N1) pdm09- ähnlicher Stamm

A/Hong Kong/4801/2014 (H3N2)- ähnlicher Stamm

B/Brisbane/60/2008- ähnlicher Stamm

Zur Erklärung: A und B bezeichnen die Virustypen, der Ortsname bezieht sich laut Paul Ehrlich-Institut auf den Ort der Virus-Isolierung; die erste Ziffer gibt die Nummer des jeweils isolierten Stamms an, die zweite bezieht sich auf das Isolierungsjahr. Mit H und N werden die beiden wichtigsten Proteine der Virushülle Hämagglutinin und Neuraminidase abgekürzt, die Ziffer dahinter bezeichnet den aktuellen Hämagglutinin- bzw. Neuraminidase-Subtyp.

Zum Stichtag 8. September 2017 waren laut Paul-Ehrlich-Institut rund 16,6 Millionen Dosen für die Influenza Impfung - also die Grippeschutz-Impfung -2017 freigegeben.

19. September 2017: Grippewelle 2018 wird für Januar erwartet 

Die jährliche Grippewelle hat in den vergangenen Jahren meist im Januar begonnen und drei bis vier Monate gedauert. Das berichtet das Robert Koch Insitut. ­­Warum die Influenza-Welle bei uns jeweils im Winter auftritt, ­­könnte demnach verschiedene Ursachen haben. So seien Influenza­viren bei niedrigen Tempe­ra­turen und in trockener Luft stabiler. Außerdem wird vermutet, dass die Schleimhaut der oberen Atem­wege bei trockener Luft anfälliger für eine Infektion ist und das Immun­system im Winter weniger schlagkräftig ist als im Sommer, so das RKI.

Ein weiterer Faktor könnte auch sein, dass sich im Winter viele Menschen zusammen mit anderen Menschen in weniger belüfteten Räumen aufhalten.

Die jährliche Grippe­welle in Europa beginnt oft in den südwestlichen Ländern Europas und setzt sich dann über Mitteleuropa nach Osteuropa fort. "In den sehr seltenen Fällen einer Influenza-Pandemie durch ein völlig neues Virus kann eine Grippe­welle auch außerhalb des Winters kommen", so das RKI weiter. (AZ/dpa )

i