Samstag, 27. Mai 2017

15. April 2017 18:53 Uhr

Rötelmaus

Hantavirus: Mehr Krankheitsfälle in Deutschland

Das Hantavirus in Deutschland ist zurück und sorgt wieder für mehr Krankheitsfälle. Vor allem ein Bundesland scheint stark betroffen. Wie man sich vor dem Virus schützen kann.

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Rötelmäuse übertragen den Hantavirus. Meiden sollte man derzeit Ausscheidungen von Nagern in Buchenwald-Gebieten.
Foto: Gg Vfd Wst (Hantavirus)/dpa-Archiv

218 gemeldete Fälle seit Jahresbeginn nur in Baden-Württemberg. Das Hantavirus ist in weiten Teilen Deutschlands derzeit aktiv. Zum Vergleich: 84 Erkrankungen hat es im kompletten Jahr 2016 gegeben. Diese Tendenz zeigt sich auch bundesweit: Dem Robert Koch-Institut (RKI) seien bis Mitte März 136 Fälle gemeldet worden - deutlich mehr als im vergangenen Jahr mit 38 Fällen.

Die Zahlen schwanken allerdings von Jahr zu Jahr erheblich, sagte eine Sprecherin des RKI. Und 2016 sei ein Jahr mit sehr geringen Fallzahlen gewesen: Nur 282 Menschen seien damals erkrankt, 2012 seien es 2825 gewesen.

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Baden-Württemberg besonders von Hantavirus betroffen

Für Baden-Württemberg rechnen Experten derzeit mit mehr als 2440 Erkrankungen im Jahr 2017. «Die aktuellen Fallzahlen sprechen für eine erhöhte Hantavirus-Aktivität», sagte eine Sprecherin des Landesgesundheitsamtes. Im bundesweiten Vergleich gehört Baden-Württemberg nach RKI-Angaben zu den Ländern mit den meisten Fallzahlen.

Grund für die hohen Zahlen sei der gute Ertrag der Buchen in den Wäldern im vergangenen Jahr. Dadurch habe es viele Bucheckern gegeben, die vor allem der Rötelmaus als Nahrung dienten. Die Rötelmäuse und andere Nagetiere übertragen das Hantavirus. Beim Menschen verursacht eine Infektion nach RKI-Angaben eine grippeähnliche Krankheit mit Fieber, Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen. Auch Blutdruckabfall und Nierenfunktionsstörungen bis zum -versagen können folgen.

Hantavirus: Kontakt mit Ausscheidungen von Nagern vermeiden

Um sich zu schützen, sollten Menschen nach Expertenangaben vor allem in Gebieten mit viel Buchenwald den Kontakt mit Ausscheidungen von Nagern vermeiden - beispielsweise bei Holzarbeiten in Wald und Garten und bei der Reinigung von Kellern, Schuppen, Scheunen und Ställen. dpa

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