Freitag, 23. Juni 2017

21. Juni 2017 07:36 Uhr

Rötelmaus

Hantavirus breitet sich vor allem in Baden-Württemberg aus

Das Hantavirus ist zurück und sorgt in Deutschland für mehr Krankheitsfälle. Ein Bundesland ist womöglich besonders stark betroffen. Wie man sich vor dem Virus schützen kann.

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Rötelmäuse übertragen den Hantavirus. Meiden sollte man derzeit Ausscheidungen von Nagern in Buchenwald-Gebieten.
Foto: Gg Vfd Wst (Hantavirus)/dpa-Archiv

Mehr als 200 gemeldete Fälle des Hantavirus sind seit Jahresbeginn allein in Baden-Württemberg verzeichnet worden. Das Hantavirus ist in weiten Teilen Deutschlands derzeit aktiv. Zum Vergleich: 84 Erkrankungen hat es im kompletten Jahr 2016 gegeben. Diese Tendenz zeigt sich auch bundesweit: Dem Robert Koch-Institut (RKI) seien bis Mitte März 136 Fälle von Erkrankungen mit Hanta gemeldet worden - deutlich mehr als im vergangenen Jahr mit 38 Fällen.

Die Zahlen der Erkrankungen durch das Hantavirus schwanken allerdings von Jahr zu Jahr erheblich, sagte eine Sprecherin des RKI. Und 2016 sei ein Jahr mit sehr geringen Fallzahlen gewesen: Nur 282 Menschen seien damals am Hantavirus erkrankt, 2012 seien es 2825 gewesen.

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Baden-Württemberg ist wohl besonders stark von Hantavirus betroffen

Für Baden-Württemberg rechnen Experten derzeit mit mehr als 2440 Erkrankungen mit dem Hantavirus im Jahr 2017. "Die aktuellen Fallzahlen sprechen für eine erhöhte Hantavirus-Aktivität", sagte eine Sprecherin des Landesgesundheitsamtes. Im bundesweiten Vergleich gehört Baden-Württemberg nach RKI-Angaben zu den Ländern mit den meisten Fallzahlen.

Grund für die hohen Zahlen von Infektionen mit Hantavirus sei der gute Ertrag der Buchen in den Wäldern im vergangenen Jahr. Dadurch habe es viele Bucheckern gegeben, die vor allem der Rötelmaus als Nahrung dienten. Die Rötelmäuse und andere Nagetiere übertragen das Hantavirus. Beim Menschen verursacht eine Infektion nach RKI-Angaben eine grippeähnliche Krankheit mit Fieber, Kopf-, Bauch- und Rückenschmerzen. Auch Blutdruckabfall und Nierenfunktionsstörungen bis zum -versagen können folgen.

So schützen Sie sich vor dem Hantavirus

Um sich vor dem Hantavirus zu schützen, sollten Menschen nach Expertenangaben vor allem in Gebieten mit viel Buchenwald den Kontakt mit Ausscheidungen von Nagern vermeiden - beispielsweise bei Holzarbeiten in Wald und Garten und bei der Reinigung von Kellern, Schuppen, Scheunen und Ställen. dpa

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2014: Tapfheimerin gestorben: So schützt man sich vor dem Hanta-Virus

2014: Frau aus Tapfheim stirbt an Hantavirus - im Umgang mit Mäusefallen infiziert 

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