Freitag, 24. Mai 2013

02. Mai 2012 08:46 Uhr

Studie

Hirn von Jugendlichen zeigt zu Hang zu Drogenmissbrauch

Ob Jugendliche einen Hang zum Drogenmissbrauch haben oder nicht, das lässt sich am Gehirn feststellen.

Am Gehirn eines Jugendlichen lässt sich feststellen, ob ein Hang zum Drogenmissbrauch vorliegt.
Foto: dpa

Am Gehirn eines Jugendlichen lässt sich feststellen, ob ein Hang zum Drogenmissbrauch vorliegt. Wie ein großes Forscherteam im Fachjournal «Nature Neuroscience» schreibt, hätten einige Teenager ein höheres Risiko, mit Drogen und Alkohol zu experimentieren, weil bestimmte Eigenheiten ihres Gehirns sie impulsiver machten. Das Ergebnis helfe bei der Klärung der Frage, ob bestimmte Hirnmuster vor dem Drogenmissbrauch da sind - oder durch diesen entstehen.

Hang zum Drogenmissbrauch

Die Studie über den Hang zum Drogenmissbrauch wurde von der Europäischen Union finanziell unterstützt. Sie ist Teil des Analyse-Projekts «Imagen», bei dem europäische Wissenschaftler Daten von 2000 Jugendlichen aus Irland, Frankreich, England und Deutschland über Jahre erfassen und auswerten. An der aktuell präsentierten Studie waren Forscher aus Hamburg, Berlin, Heidelberg und Dresden beteiligt.

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Jugendliche und Drogen

Von knapp 1900 14-Jährigen hatte das internationale Team um Robert Whelan und Hugh Garavan von der University of Vermont (USA) Aufnahmen des Gehirns angefertigt. Die Bilder wurden mit funktioneller Magnetresonanztomographie (fMRT) während einer Versuchsreihe aufgezeichnet: Bei einem Test sollten die Jungen und Mädchen einen Knopf drücken. In einigen Fällen mussten die Teenager die Bewegung in letzter Sekunde stoppen - Menschen mit guter Impulskontrolle gelingt dies besser. Die Forscher hatten zudem abgefragt, ob und welche Drogen die Jugendlichen bereits konsumiert hatten. Einbezogen wurden auch genetische Analysen.

Experimentierfreudigkeit bei Alkohol, Zigaretten und illegale Drogen

Eine Schlüsselerkenntnis: Eine verminderte Aktivität in einem neuronalen Netzwerk, zu dem der Orbitofrontalen Cortex gehört, ist assoziiert mit der Experimentierfreudigkeit bei Alkohol, Zigaretten und illegalen Drogen. Das Netzwerk funktioniere bei einigen Kindern nicht so gut wie bei anderen, das mache diese impulsiver, wird Whelan in einer Mitteilung seiner Universität zitiert. Der Orbitofrontale Cortex, ein Teil des Frontallappens der Großhirnrinde, wird schon lange mit mangelnder Impulskontrolle und Drogenmissbrauchsverhalten in Verbindung gebracht. Zahlreiche Studien belegen den Zusammenhang.

Die aktuelle Untersuchung zeigte auch, dass bei der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) andere Netzwerke involviert sind. Anders als bisher angenommen würden der Hang zum Drogenkonsum und ADHS - obwohl beide mit mangelnder Impulskontrolle in Verbindung stehen - wohl nicht komplett über die selben, sondern verschiedene Steuerkreise reguliert. ADHS sei somit auch nicht unbedingt ein Zeichen für ein höheres Risiko eines Kindes, Drogen auszuprobieren. dpa/AZ

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Schlagworte

Studie | Drogenmissbrauch | London




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