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04. Januar 2011 21:17 Uhr

Weniger Verlangen

Hoffnung: Anti-Raucher-Medikamente entdeckt

Hoffnung für Millionen Raucher? Amerikanische Forscher haben Anti-Raucher-Medikamente entdeckt, die die Lust auf Zigaretten und Nikotin deutlich senken.

Rauchen verstärkt Schmerzen bei Krebspatienten
Foto: DPA

Hoffnung für Millionen Raucher? Amerikanische Forscher haben Anti-Raucher-Medikamente entdeckt, die die Lust auf Zigaretten und Nikotin deutlich senken.

Zwei Forscherteams aus den USA haben herausgefunden, wie Anti-Raucher-Medikamente die Sucht nach einer Zigarette dämpfen: Die Stoffe verändern die Reaktion des Gehirns auf Signale, die Sucht auslösen. Dies könnte etwa das Betrachten einer Filmszene mit einem rauchenden Darsteller sein.

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Dadurch sind die Raucher, die mit dem Laster aufhören wollen, weniger empfänglich für solche Reize und kommen nicht so schnell in Versuchung, wieder zur Zigarette zu greifen. Dies konnten die amerikanischen Wissenschaftler mit Hilfe von Aufnahmen des Gehirns und Befragungen Freiwilliger aufzeigen.

Eine der Gruppen um Christopher Culbertson von der University of California in Los Angeles hatte dabei den Wirkstoff Bupropion untersucht, der ebenso als Antidepressivum verwendet wird wird. Das zweite Team um Teresa Franklin von der University of Pennsylvania in Philadelphia setzte sich auf den Wirkstoff Vareniclin, der schon seit mehreren Jahren als Anti-Raucher-Mittel genutzt wird.

Weniger Verlangen: Anti-Raucher-Wirkstoffe lassen Gehirn abstumpfen

Beide Teams stellen ihre Ergebnisse im Fachblatt «Archives of General Psychiatry» vor (Online-Vorabveröffentlichungen, dois: 10.1001/archgenpsychiatry.2010.193 und 10.1001/archgenpsychiatry.2010.190). Bupropion ist eines der am meisten verwendeten Medikamente zur Raucherentwöhnung weltweit. Ursprünglich wurde es zur Behandlung von Depressionen zugelassen. Als Nebeneffekt entdeckten Ärzte jedoch, dass es den behandelten Patienten leichter fiel, mit dem Rauchen aufzuhören. Zurückzuführen ist das darauf, dass Bupropion das Verlangen nach einer Zigarette dämpft, konnten Forscher bereits zeigen - wie das Mittel diesen Effekt auslöst, war bisher jedoch unbekannt. Um das zu nun verstehen, führten Culbertson und seine Mannschaft eine Studie mit 30 Zigaretten-Rauchern durch, von denen die Hälfte das Medikament Bupropion nahm und die Anderen ein Scheinmedikament bekamen.

Die Gehirne der Teilnehmer wurden sowohl zu Beginn der Studie als auch nach einer achtwöchigen Behandlungszeit mit einem bildgebenden Verfahren, der Magnetresonanztomographie, untersucht. Während der Gehirnaufnahmen wurden den Studienteilnehmern kurze Filmsequenzen vorgeführt, von denen einige rauchende Schauspieler zeigten und damit Rauchimpulse setzten.

Mit Bupropion behandelte Patienten spürten weniger Verlangen nach Nikotin

Deutliches Ergebnis: Die mit Bupropion behandelten Probanden spürten deutlich weniger Verlangen nach Nikotin als die zugehörige Vergleichsgruppe. Parallel dazu waren bei ihnen auch Gehirnregionen, die mit starkem Verlangen assoziiert werden, weniger aktiv - vor allem Teile des für Emotionen zuständigen Limbischen Systems und Areale im präfrontalen Cortex, einer wichtigen Steuerzentrale für Handlungen und Emotionen. Zu ähnlichen Ergebnissen kommen auch Teresa Franklin und ihr Team in ihrer Untersuchung zur Wirkung von Vareniclin. Sie untersuchte 22 Raucher, die für 21 Tage entweder das Medikament oder ein Scheinmedikament bekamen.

Während der Hirnaufnahmen sahen die Studienteilnehmer ebenfalls Filme, von denen einige Raucher zeigten. Vor der Behandlung führten diese Reize zu einer Aktivierung von Gehirnregionen, die bekanntermaßen Suchtverhalten fördern, wie das ventrale Striatum und der mediale orbitofrontale Cortex, entdeckten die Forscher. Nach Vareniclin-Behandlung waren diese Regionen weniger aktiv.

Anti-Raucher-Wirkstoffe hemmen Sucht im Gehirn

Dafür war die Aktivität einer anderen Gehirnregion, dem lateralen orbitofrontalen Cortex, erhöht. Die Wissenschafter aus den USA vermuten, dass die Aktivierung dieser Region im Gehirn zur Hemmung der anderen beiden führt. Das sei bisher so nicht bekannt gewesen, trage jedoch höchstwahrscheinlich zur Wirkung des Medikaments bei, erklären die Forscher. AZ

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