Mittwoch, 7. Dezember 2016

11. März 2014 16:13 Uhr

Medizin

Homöopathie: Was steckt wirklich dahinter?

Viele Menschen schwören auf homöopathische Mittel. Doch was steckt dahinter? Von Lisa Schreck

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Vor allem bei Babys und Kleinkindern werden gerne die homöopathischen Mittel gegeben. Doch was steckt dahinter?
Foto: Symbolbild: Patrick Pleul, dpa

Was ist Homöopathie eigentlich? Homöopathie ist eine alternativmedizinische Behandlungsmethode, die auf den ab 1796 veröffentlichten Vorstellungen des deutschen Arztes Samuel Hahnemann beruht. „Homöopathie“ bedeutet auf Griechisch „ähnliches Leiden“. Dadurch erklärt sich die Grundidee:  Ähnliches soll durch Ähnliches geheilt werden.  Das meint, eine Erkrankung soll mit einer kleinen Menge eines Naturstoffs behandelt werden, der bei größerer Dosis zu ähnlichen Symptomen führt, wie das Krankheitsbild selbst: das „Simile-Prinzip“.Das „Simile-Prinzip“ wird auch in der normalen Medizin verwendet. Denn Impfungen oder Hyposensibilisierungen bei Allergikern funktionieren nach demselben Prinzip.

Die homöopathischen Mittwel werden in der sogenannten Potenzierung hergestellt. Dabei werden pflanzliche, tierische oder mineralische Wirkstoffe zuerst in eine flüssige oder in eine pulverisierte Form gebracht. Anschließend werden diese mit einer Trägersubstanz , meist Wasser, Ethanol oder Milchzucker vermischt.

Kritische Stimmen

Die Homöopathie hat viele Kritiker, da es für die homöopathischen Methoden keinen Wirksamkeitsnachweis gibt, wie er bei „normalen Medikamenten“ vorliegen muss.  Auch das "Simile-Prinzip" sei nicht nachvollziehbar, da es auf rein äußerlichen Symptomen beruht und nicht auf wissenschaftlichen Untersuchungen. Des weiteren beruhe die Wahl der Medikamente ausschließlich auf die subjektive Betrachtung des Homöopathen.

Ein weiterer Kritikpunkt sei, dass die Mittel oftmals so weit verdünnt seien, dass sie keine Wirkung mehr haben. Das behauptet auch Dr. Norbert Aust in einem Interview mit der Badischen Zeitung.

Homöopathie: Wirkung oder nur Placebo?

Homöopathen weisen den Vorwurf, dass ihre Mittel mur als Placebo wirken, zurück. Denn die homöopathischen Mittel helfen vor allem Babys und Kleinkindern, die naturgemäß keinen Placebo-Effekt kennen, so die Argumentation. Auch Carola Lage-Roy, Heilpraktikerin und Buchautorin aus Hagen, weist die Vorwürfe ebenfalls zurück: „Die Homöopathie befindet sich seit 200 Jahren weltweit auf dem Vormarsch. Die Homöopathie wirkt, sonst hätte sie sich nicht so weit verbreiten können!“

Letztlich entscheidet der Verbraucher selbst, ob er lieber zu normaler Medizin oder homöopathischen Mitteln greift. Mittlerweile übernimmt auch ein Teil der Krankenkassen die Kosten für verschreibungsfreie homöopathische Arzneimittel sowie für weitere Maßnahmen der Naturheilkunde.

 

 

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