Die Entwicklung eines Impfstoffs gegen den in Europa am häufigsten verbreiteten Typ von Meningitis rückt nach Angaben von Forschern immer näher. Klinische Tests an Jugendlichen in Australien, Polen und Spanien belegen, dass der Impfstoff eine Immunität gegen Meningokokken vom Typ B erzeugt, ohne schwere Nebenwirkungen zu verursachen, wie die Autoren einer am Montag in der Fachzeitschrift The Lancet Infectious Diseases veröffentlichten Studie schreiben. 80 bis 100 Prozent der Testpersonen wiesen demnach eine Immunantwort als Anzeichen für einen Schutz gegen Meningitis auf.
Hirnhautentzündung verläuft in bis zu 14 Prozent der Fälle tödlich
Häufigster Nebeneffekt des Impfstoffs sei ein leichter Schmerz an der Injektionsstelle. Das Forscherteam um Peter Richmond von der Universität von Western Australia plant nun weitere Testreihen, um die Dauer der durch das Mittel erzeugten Immunität zu klären.
Meningokokken sind Bakterien, die über den Nasen-Rachen-Raum ins Blut gelangen und zu einer schweren Hirnhautentzündung (Meningitis) oder Blutvergiftung führen können. Betroffen sind vor allem Kinder und Jugendliche, die Erkrankung verläuft in bis zu 14 Prozent der Fälle tödlich. In Europa und Nordamerika ist der Meningokokken-Typ B am weitesten verbreitetet. Impfstoffe gibt es bislang nur gegen die Typen A und C. AFP/AZ