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09. Februar 2012 10:01 Uhr

Biologie

Koboldmakis: Eine Unterhaltung per Ultraschall

Der Philippinen-Koboldmaki verständigt sich mit extrem hohen Ultraschalllauten. Das ist einzigartig und bringt viele Vorteile mit sich.

Philippinen-Koboldmakis können sich ungestört unterhalten. Niemand kann sie belauschen, denn fast niemand kann sie hören. Die Primaten kommunizieren mit extrem hohen Ultraschall-Rufen und die sind für Menschen und fast alle Tiere nicht hörbar. Das berichtete die Forscherin in ein Team um die Antropholgin Marissa Ramsier von der Hunboldt State Universitiy in Kalifornien im Fachmagazin Biology Letters.

Einzigartig unter Primaten

Seine Rufe erreichen Frequenzen von mehr als 70 Kilohertz - das ist weit oberhalb der menschlichen Hörgrenze, die bei rund 20 Kilohertz liegt. Hören kann der etwa rattengroße Primat sogar noch Töne bis zu 91 Kilohertz. Diese Werte seien unter den höchsten, die jemals bei einem Landtier gemessen wurden und ein extremes Beispiel für Ultraschall-Kommunikation, berichten die US-amerikanischen Forscher.
 

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"Nur sehr wenige Säugetiere können reine Ultraschallsignale senden und empfangen, darunter Wale, Katzen sowie ein paar Fledermäuse und Nagetiere", schreibt Marissa Ramsie. Unter den Primaten gebe es zwar einige, deren Rufe neben hörbaren Frequenzen auch einen Ultraschallanteil enthalten. Eine reine Ultraschall-Kommunikation habe man aber zuvor bei einem Primaten noch nicht gefunden. Der Philippinen-Koboldmaki sei damit bisher einzigartig unter den Primaten.

Exklusiver Kommunikationskanal

Das Rufen im Ultraschallbereich könnte den Koboldmakis gleich mehrere Vorteile bringen, wie die Forscher erklären. Zum einen seien Ultraschallsignale ein sehr exklusiver Kommunikationskanal: Da nur wenige Fressfeinde, Beutetiere oder Konkurrenten diese Frequenzen hören können, ermögliche dies den Makis die Verständigung ohne selbst bemerkt zu werden.



Zum anderen könnte das feine Ultraschallgehör den Koboldmakis beim Aufspüren ihrer Beute helfen. "Die Makis könnten damit beispielsweise die zwischen Motten oder Heuschrecken ausgetauschten Ultraschallsignale belauschen oder die Position ihrer Beute am feinen Blätterrascheln orten", schreiben die Forscher. Ob dies tatsächlich der Fall sei, müsse man nun in weiteren Studien untersuchen.

Hirnströme gemessen

Die Wissenschaftler hatten für ihre Studie die Rufe von wilden Philippinen-Koboldmakis auf den philippinischen Inseln Bohol und Leyte aufgenommen. Dabei beobachteten sie immer wieder Tiere, die zu rufen schienen, ohne dass ein Ton zu hören war. Bei der Analyse der Aufnahmen habe sich dann gezeigt, dass mindestens acht Makis reine Ultraschallrufe ausgestoßen hatten, berichten die Forscher.

Um den Hörbereich der Koboldmakis genauer zu untersuchen, fingen die Forscher sechs Tiere vorübergehend ein. In einer speziellen Schallkammer spielten sie den Makis kurze Ultraschalltöne verschiedener Frequenzen und Lautstärken vor. Über Elektroden, die zuvor am Schädel und an den Ohren der Tiere befestigt worden waren, leiteten die Forscher deren Hirnströme ab. Hatten die Makis den Ton gehört, zeigte sich ein Ausschlag in den Hirnströmen. (AZ)

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