Samstag, 25. Oktober 2014

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10. September 2011 15:10 Uhr

Forschung

Lungenkrankheit COPD trifft durchschnittlich jeden Vierten

Jeder vierte Mensch wird im Laufe seines Lebens die schwere, unheilbare Lungenkrankheit COPD entwickeln. Das haben Wissenschaftler aus Kanada herausgefunden.

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Die Lungenkrankheit COPD galt lange Zeit als "Raucherlunge". Inzwischen haben Forscher herausgefunden, dass etwa jeder vierte Mensch im Laufe seines Lebens an COPD erkrankt.
Foto: dpa

Wie die Forscher im Fachmagazin «The Lancet» berichteten, ähnele das Erkrankungsrisiko der Chronic Obstructive Pulmonary Disease (COPD) somit dem von Diabetes und Asthma und sei dreimal so hoch wie das eines Herzinfarkts.

Die durch Rauchen oder Umweltschadstoffe ausgelöste Lungenerkrankung ist nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation WHO heute die vierthäufigste Todesursache weltweit. «Obwohl COPD eine der tödlichsten, häufigsten und teuersten chronischen Krankheiten weltweit ist, gab es bisher keine Zahlen darüber, wie hoch das Erkrankungsrisiko in der breiten Bevölkerung ist», so die Wissenschaftler.

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Für ihre Studie werteten die Forscher die Gesundheitsdaten von 13 Millionen Einwohnern der kanadischen Provinz Ontario aus. Dabei habe sich gezeigt, dass eine heute 35 Jahre alte Frau im Laufe ihres Lebens mit dreifach höherer Wahrscheinlichkeit an COPD erkranken werde als an Brustkrebs, berichten Erstautorin Andrea Gershon von der University of Toronto und ihre Kollegen. Bei Männern liege das Risiko dreifach höher als für Prostatakrebs.

«Trotzdem scheint die breite Öffentlichkeit noch immer kaum etwas über COPD und seine gesundheitliche Bedeutung zu wissen», sagen die Forscher. Sie hoffen, dass ihre neuen Erkenntnisse nun mehr Aufmerksamkeit für diese Krankheit wecken. Sie könnten aber auch dazu beitragen, künftig mehr finanzielle Förderung sowohl für die Behandlung und Betreuung der Betroffenen, als auch für die weitere Forschung zu erhalten, hoffen die Wissenschaftler.

COPD könnte 2030 dritthäufigste Todesursache sein

 

Lange Zeit als «Raucherlunge» abgetan, gilt die chronisch obstruktive Lungenkrankheit COPD heute als eine der schwerwiegendsten Krankheiten weltweit. 8 bis 20 Prozent aller über 40-jährigen sind laut WHO bereits davon betroffen. Bis zum Jahr 2030 könne COPD sogar zur dritthäufigsten Todesursache nach Herzkrankheiten und Schlaganfällen werden, heißt es. Sie sei schon jetzt eine der führenden Ursachen für Krankenhausaufenthalte und habe einen großen Anteil an den Kosten der nationalen Gesundheitssysteme.

Auswurf, Husten und Atemnot sind die Hauptsymptome der COPD. Wird das Fortschreiten der Krankheit nicht gebremst, können schwere Entzündungen und Veränderungen an den Lungenbläschen zu einer Unterversorgung mit Sauerstoff und letztlich zum Tode führen. Heilbar ist COPD bisher nicht.

Männer offenbar stärker betroffen als Frauen

 

Gershon und ihre Kollegen analysierten Gesundheitsdaten von 13 Millionen Menschen im Alter zwischen 35 und 80 Jahren, die von der staatlichen Krankenversicherung der kanadischen Provinz Ontario erfasst waren. Beginnend mit dem Jahr 1996 untersuchten die Forscher, wie viele Personen in den folgenden 14 Jahren COPD bekamen, aber auch, welche anderen Krankheiten im Untersuchungszeitraum auftraten. Aus der Häufigkeit, mit der COPD in verschiedenen Altersklassen neu auftrat, ermittelten die Forscher das Risiko für eine Person, im Laufe ihres Lebens diese Krankheit zu bekommen.

Die Wissenschaftler kamen auf ein Gesamtrisiko für COPD von 27,6 Prozent, das entspricht mehr als einem Viertel aller Personen. Männer seien etwas stärker betroffen als Frauen, sagen die Forscher. Zudem steige das Risiko exponentiell mit dem Alter. Als weitere, die Krankheit fördernde Faktoren hätten sich ein niedriger sozio-ökonomischer Status und das Leben in der Stadt erwiesen. dapd/AZ

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