Samstag, 23. August 2014

News aus Wissenschaft und Technik

15. Februar 2013 16:41 Uhr

Russland

Meteorit über Ural explodiert: Jetzt schon 1200 Verletzte

Im Ural (Russland) ist ein Meteoriten-Regen niedergegangen. 1200 Menschen wurden verletzt. Der Einschlag im Ural ist unabhängig von "Asteroid 2012 DA14".

i

Beim Einschlag eines Meteoriten am Uralgebirge sind am heutigen Freitagmorgen 1200 Menschen verletzt worden. Wie der örtliche Gouverneur Michail Jurewitsch laut einer Meldung der Nachrichtenagentur Ria Nowosti mitteilte, handelt es sich bei zwei Dritteln der Fälle um leichte Verletzungen durch umherfliegende Glassplitter oder andere Materialien. Allein in der Region Tscheljabinsk hätten sich mehr als 750 Menschen in ärztliche Behandlung begeben, darunter 200 Kinder.

Russland: Meteoriten-Einschlag am frühen Morgen

Die russischen Behörden mobilisierten in der Region rund um die Industriestadt Tscheljabinsk 20.000 Katastrophenhelfer. Der Meteorit erschien um 9.20 Uhr Ortszeit (04.20 Uhr MEZ) am Himmel. Im Internet verbreitete Aufnahmen von Amateurfilmern zeigten einen aus Nordost eintretenden Schweif, der sich Richtung Südwesten über dem wolkenlosen Morgenhimmel erstreckte.

Ural: Video des Meteoriten aus dem Weltall

Hier gibt es ein Video zum Download, welches den Eintritt des Meteoriten in die Atmosphäre aus dem Weltraum aus zeigt. Es stammt von eumetsat.int.

Die mehr als eine Million Einwohner zählende Stadt Tscheljabinsk und die umliegende gleichnamige Region wurden von einem grellen Blitz und einer anschließenden Druckwelle erschüttert. Durch die Druckwelle zerbarsten in der Region Fensterscheiben, mindestens ein Fabrikgebäude wurde schwer beschädigt.

Nach Meteorit-Absturz im Ural: Hohe Schäden

In ersten Schätzungen gingen die Behörden von einem Schaden von einer Milliarde Rubel aus, rund 25 Millionen Euro, wie Gebietsgouverneur Michail Jurewitsch sagte. «Allein die Renovierung der Eishalle wird wohl 200 Millionen Rubel kosten», meinte der Politiker. Er brach eine Moskauer Dienstreise ab. «Bei Temperaturen von minus 18 Grad in Tscheljabinsk ist es jetzt am wichtigsten, dass die zertrümmerten Scheiben ersetzt werden», sagte der Verwaltungschef.

Meteorit explodiert über Russland

Hunderte Menschen erlitten infolge dessen Prellungen und Schnittverletzungen, mindestens 14 Menschen wurden nach Behördenangaben schwer verletzt. Die zerstörten Fensterscheiben trafen die Bewohner in einer Zeit, da in der Region Temperaturen um Minus 18 Grad Celsius herrschen. Die Mobilfunkverbindungen waren nach dem Einschlag zeitweise gestört.

Bei dem Meteoriten habe es sich um ein "ziemliches großes Objekt mit einem Gewicht von mehreren Dutzend Tonnen" gehandelt, sagte der russische Astronom Sergej Smirnow dem Fernsehsender Rossia 24.

Auf den zahlreichen Amateuraufnahmen waren Anwohner zu sehen, die panisch auf die Schockwelle reagierten. Viele starrten aber auch in einer Mischung aus Faszination und Ratlosigkeit auf das seltene Naturschauspiel.

Meteoriten-Explosion beschädigt zahlreiche Gebäude

Der Meteorit ist nach Einschätzung der europäischen Weltraumorganisation Esa erst explodiert und dann niedergeregnet. «Auslöser des Schadens war die Druckwelle, die bei der Explosion entstand», sagte der Esa-Experte Andreas Ottenbacher (50) am Freitag in Darmstadt.

Esa: Meteorit explodiert und dann niedergeregnet

Im Fernsehen war ein greller Blitz zu sehen, der den Himmel erhellte, und Menschen, die in Gebäuden Zuflucht suchten. Schulen in der Region blieben am Freitag geschlossen, weil in zahlreichen Gebäuden die Fensterscheiben zerbrochen waren und die Temperaturen in Zentralrussland bei minus 18 Grad liegen. Laut Katastrophenschutzbehörde wurde nach dem Meteoritenregen keine erhöhte Radioaktivität festgestellt. Im Zentrum von Tscheljabinsk stürzte in einer Fabrik eine Mauer ein, wie ein Angestellter der Nachrichtenagentur Interfax sagte. Drei oder vier Menschen seien verletzt worden.

Kein Zusammenhang zu "Asteroid 2012 DA14"

Der Einschlag des Meteoriten am Uralgebirge hat nach Angaben deutscher Weltraumexperten nichts mit dem Asteroiden "2012 DA14" zu tun, der an diesem Freitagabend (15. Februar 2013) knapp an der Erde vorbeirasen wird. "Das ist etwas völlig anderes", sagte ein Sprecher der europäischen Weltraumagentur Esa am Freitagmorgen auf Anfrage. "Flugbahn und Ort des Anschlages sprechen dagegen."

Soldaten an den "Einschlagstellen"

Die Menschen wurden aufgerufen, nicht in Panik zu verfallen. Das Verteidigungsministerium entsandte Soldaten zu den "Einschlagsstellen" der Gesteinsfragmente. Medienberichten zufolge war der Meteoritenregen auch in Kasachstan zu sehen. (afp, dpa, AZ)

Ural: Hier das Video der Meteoriten-Explosion

 

i

Artikel kommentieren

Die neuesten Kommentare