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Blutspenden: Mit Blutproben den Krankheiten schon vor Ausbruch auf der Spur

Blutspenden

Mit Blutproben den Krankheiten schon vor Ausbruch auf der Spur

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    Im Blut können Anzeichen für Krankheiten enthalten sein. Ein Pilotprojekt der Uni Würzburg und des Blutspendedienstes soll dem Blut jetzt weitere Geheimnisse entlocken.
    Im Blut können Anzeichen für Krankheiten enthalten sein. Ein Pilotprojekt der Uni Würzburg und des Blutspendedienstes soll dem Blut jetzt weitere Geheimnisse entlocken. Foto: Oliver Killig

    Blut spenden rettet Leben. Dieser Satz könnte bald noch mehr Wahrheit in sich haben. Die Universität Würzburg kann als erste deutsche Hochschule Blut von Patienten mit älteren Proben aus der Zeit vor der Erkrankung vergleichen - zumindest, wenn sie in Bayern Blut gespendet haben.

    Eine entsprechende Kooperation haben der Blutspendedienst des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) und die Uniklinik am Montag in Würzburg besiegelt. Das Klinikum kann damit künftig für Forschungszwecke auf rund drei Millionen Plasmaproben des Blutspendedienstes zugreifen.

    Das Pilotprojekt macht es möglich, die Blutwerte der erkrankten Spender vor und nach der Krankheit miteinander zu vergleichen.

    Blutproben sind eine Chance für die Wissenschaft

    "Das ist eine einmalige Chance für die Wissenschaft", sagte der Direktor der Biomaterial- und Datenbank des Uniklinikums, Roland Jahns. So finden sich im Blut von Patienten mit Herzschwäche beispielsweise Peptid-Moleküle, die bereits auf die Krankheit hinweisen, bevor die Betroffenen überhaupt Symptome spüren. Diese sogenannten Biomarker wollen die Würzburger Wissenschaftler weiter erforschen. "Wir haben jetzt die Chance, bislang völlig unbekannte Biomarker zu entdecken."

    Blutproben werden der Forschung zur Verfügung gestellt

    Biobank: Blutproben für die Forschung

    In einer Biobank werden mit Zustimmung des Spenders oder Patienten Proben von Blut, Urin, Speichel und Gewebe gelagert.

    Sie werden bei Temperaturen bis zu minus 60 Grad Celsius aufbewahrt. So können sie auch nach 25 Jahren noch ausgewertet werden.

    Mit Hilfe dieser Proben können Wissenschaftler Merkmale erforschen, die bei einer Krankheit auftreten.

    Normalerweise wird dafür das Blut von kranken Patienten mit dem Blut von gesunden Menschen verglichen.

    In der Biobank des Blutspendedienstes des Bayerischen Roten Kreuzes (BRK) lagern rund drei Millionen Plasmaproben.

    Jeder dritte bayerische Blutspender erklärt sich BRK-Angaben zufolge damit einverstanden, dass ein kleiner Teil seines Blutes für mehr als fünf Jahre eingefroren und aufbewahrt wird.

    Die Biodatenbank des Roten Kreuzes in Bayern steht im unterfränkischen Wiesentheid (Landkreis Kitzingen). In dem voll automatisierten Probenlager gibt es Platz für bis zu zehn Millionen Blutproben.

    Die Blutspender-Biobank in Bayern besitzt nach eigenen Angaben eine der weltweit größten Probensammlungen.

    Die seit 2006 existierende Biobank des BRK-Blutspendedienstes hat mit Zustimmung der Blutspender je zwei Milliliter Blut länger als fünf Jahre gelagert und auch der Forschung zur Verfügung gestellt. Dem BRK zufolge war bislang jeder dritte Blutspender damit einverstanden. Die Blutspender-Biobank in Bayern besitzt nach eigenen Angaben eine der weltweit größten Probensammlungen.

    Die Uni baut seit dem Sommer 2011 in Würzburg eine von fünf nationalen Biomaterial- und Datenbanken in Deutschland auf. Dort werden neue Gewebe- und Flüssigkeitsproben von Patienten gesammelt. Die vier anderen Standorte sind Aachen, Heidelberg, Berlin und Kiel. Nur die Uni Würzburg jedoch arbeitet zudem mit der regionalen Blutspender-Biobank zusammen. AZ, dpa

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