Mittwoch, 13. Dezember 2017

03. April 2014 23:24 Uhr

Heuschnupfen

Pollenflug: Allergiker leiden jetzt besonders unter Birke

Pollenflug pur: Der Frühling ist zwar schön, wer unter Allergie leidet, hat allerdings Probleme. Heuschnupfen betrifft jetzt vor allem Menschen, die unter Birke leiden.

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Heuschnupfen im Jahr 2014: Sonne, blauer Himmel und warme Temperaturen stimmen zwar fröhlich, doch Allergiker leiden. Denn das trockene Wetter setzt viele Pollen frei - derzeit vor allem von der Birke. Viele Allergikern spüren bereits die typischen Heuschnupfen-Symptome.

Wegen des milden Winters flogen die Birkenpollen in diesem Frühjahr schon sehr früh. Im Süden Deutschlands begann die Pollensaison der Birke Mitte März, in den nördlichen Bundesländern in der vorletzten Märzwoche, wie die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst in Berlin mitteilt. Gräserpollen werden im Süden ab Mitte April, im  Norden dann eine Woche später fliegen. Die Beifußblüte beginnt voraussichtlich überall Mitte Juli.

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Allergiker müssen sich in diesem Jahr nach Angaben der Europäischen  Stiftung für Allergieforschung (ECARF) tatsächlich wieder auf einen verstärkten  Birkenpollen-Flug einstellen. Nachdem die Birken im vergangenen  Jahr weniger Pollen produzierten, sei 2014 von einer «verstärkten  Aktivität» auszugehen. Birken setzen alle zwei Jahre besonders  viele Pollen frei. Die Belastung hängt aber auch von den  Niederschlägen ab. Bei Regen wird der Pollen auf den Boden gespült  und ist für Allergiker weniger schlimm.

Doch von Niederschlag ist in diesen Tagen keine Rede. Der Saharastaub bereitet dem Pollenflug ebenfalls keine Probleme. Die Folge: Wer mit Birke Probleme hat, leidet in diesen Tagen besonders.

Wie können sich Allergiker schützen?

Experten empfehlen Allergikern, die Kleidung beim Betreten der Wohnung zu  wechseln. Auch ist es ratsam, vor dem Schlafengehen die Haare mit  Wasser auszuspülen. Sport im Freien sollte vermieden werden. Auf  dem Lande ist die Pollenbelastung in den frühen Morgenstunden am  stärksten, in der Stadt hingegen wird das Maximum erst abends  erreicht. Empfohlen wird daher, das Schlafzimmer nachts zu lüften  und die Fenster am frühen Morgen zu schließen und auch tagsüber  geschlossen zu halten.

Hilfreich ist auch ein Fensterschutz, ebenso ein Lüftungsfilter im  Auto. Bei ihrer Urlaubsplanung sollten sich Allergiker am  Pollenkalender orientieren. Eine Ferienreise ist dann am  günstigsten, wenn zu Hause der jeweils allergieauslösende Pollen  «Hochsaison» hat. Vor allem in den Hochgebirgen und am Meer, wo es  reichlich pollenarme Luft gibt, können Allergiker durchatmen.

Pollenflug: Welche Medikamente helfen?

Antiallergisch wirkende Antihistaminika werden bei akuten Symptomen  eingesetzt, moderne Mittel machen auch nicht mehr so müde. Es gibt sie als Nasenspray oder Augentropfen sowie als Tabletten und  Tropfen in der Apotheke. In stärkeren Fällen kann der Arzt  kortisonhaltige Mittel verordnen. Auch Akupunktur kann Heuschnupfen-Symptome vorübergehend lindern. Die sogenannte Hyposensibilisierung ist bisher die einzige Möglichkeit, um die  Ursache einer Allergie zu behandeln. Dabei wird das betreffende Allergen in steigender Dosis verabreicht, um den Körper daran zu  gewöhnen.

In Deutschland leidet etwa jeder Vierte an Heuschnupfen. Die hohe  Zahl der Heuschnupfenerkrankungen führen Experten zum einen auf die gesteigerte Hygiene zurück. Andererseits wird auch der aufgrund des Klimawandels früher einsetzende und stärkere Pollenflug dafür verantwortlich gemacht.

Wer wegen triefender Nase und geröteten, juckenden Augen bisher nur den Verdacht hat, an einer Pollenallergie zu leiden, geht am besten umgehend zu einem HNO-Arzt. Dieser könne anhand der Schleimhäute in der Nase abschätzen, ob es tatsächlich Heuschnupfen ist, erklärt Heinrich. Endgültige Klärung, welche Pollen für die Allergie relevant sind, liefere der sogenannte Pricktest und ein Beschwerdekalender, den der Patient möglichst genau führen sollte. AZ/bo

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