Daher habe sich die Plagiats-Plattform nach eigenen Angaben auch gegen eine Veröffentlichung der Vorwürfe entschieden. VroniPlag-Gründer Martin Heidingsfelder sagte der Neuen Osnabrücker Zeitung: «VroniPlag hat bereits seit einigen Wochen an dem Fall Schavan gearbeitet, dann aber entschieden, ihn nicht zu publizieren.» Ähnlich äußerte er sich in der Südwest Presse aus Ulm.
"Umfang und Schwere nicht mit ganz schweren Plagiaten zu vergleichen"
Offenbar seien Umfang und Schwere der Vorwürfe noch nicht mit den ganz schweren Plagiaten zu vergleichen, sagte Heidingsfelder. «Einige Stellen in Frau Schavans Arbeit sind aus meiner Sicht ganz klar Plagiate, aber insgesamt handelt es sich um keinen zweiten Fall Guttenberg.» Heidingsfelder forderte Schavan auf, sich der Diskussion um ihre Promotion zu stellen. Er lobte die Veröffentlichung der Vorwürfe durch einen anonymen Verfasser als sehr mutig. «Sich öffentlich zu outen, kann ich niemandem empfehlen.»
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Nach den Recherchen der Plattform hatten unter anderem die FDP-Europapolitiker Silvana Koch-Mehrin und Georgios Chatzimarkakis ihre Doktortitel verloren. Jüngst traf es die FDP-Beraterin Margarita Mathiopoulos - auch an ihrem Fall war VroniPlag beteiligt.
Anonyme Plagiatsvorwürfe gegen Schavan
Schavan muss sich seit Mittwoch gegen den anonym erhobenen Vorwurf von Plagiaten in ihrer Doktorarbeit wehren. In einem Internet-Blog werden dazu zahlreiche Stellen aus ihrer Dissertation vor 32 Jahren aufgeführt - sie soll Quellen nicht immer ausreichend benannt haben. Die Bundesbildungsministerin forderte den oder die Autoren des Blogs auf, sich zu erkennen zu geben. Zugleich versicherte sie, aufklären zu wollen. dpa
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Gekaufte Doktortitel oder Plagiatsvorwürfe haben schon so manchen Politiker zu Fall gebracht. Eine Übersicht:
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Karl-Theodor zu Guttenberg (CSU): Viele Passagen fremder Autoren in der Doktorarbeit des damaligen Verteidigungsministers sorgten im Februar 2011 für Aufsehen. Wenig später erkannte ihm die Uni Bayreuth den Doktortitel ab. Nach heftigen Protesten trat Guttenberg von seinen Ämtern zurück.
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Silvana Koch-Mehrin (FDP): Wegen rund 120 Plagiaten in der Doktorarbeit der Europapolitikerin entzog die Universität Heidelberg ihr den Titel Mitte Juni 2011.
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Jorgo Chatzimarkakis (FDP): Der Europaabgeordnete verlor seinen Titel im Juli 2011, da mehr als die Hälfte seiner Arbeit nach Angaben der Uni Bonn aus fremder Feder stammte.
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Dieter Jasper (CDU) - Der nordrhein-westfälische Bundestagsabgeordnete wurde Anfang Mai 2011 zu einer Geldstrafe von 5000 Euro verurteilt, weil er einen Doktortitel zu Unrecht geführt hatte. Jasper hatte den Doktor der Wirtschaftswissenschaften 2004 an einer Universität in der Schweiz erworben, die gegen Geld akademische Grade vergeben soll.
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Kai Schürholt (CDU) - Der Oberbürgermeisterkandidat der Landauer CDU hatte sich 2007 im Wahlkampf mit einem Doktortitel geschmückt, obwohl er seine Promotion noch längst nicht abgeschlossen hatte. Das Amtsgericht Landau verurteilte ihn wegen Titelmissbrauchs zu einer Geldstrafe.
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Bernd Althusmann (CDU): Der niedersächsische Kultusminister und Präsident der Kultusministerkonferenz geriet im Juli 2011 ebenfalls wegen seiner Doktorarbeit unter Druck. Die Universität Potsdam überprüfte die Arbeit daraufhin und kam zum Schluss: Althusmanns Dissertation weise zwar eine Vielzahl formaler Mängel auf, die guter wissenschaftlicher Praxis widersprächen. Ein Plagiats-Verdacht habe sich aber nicht bestätigt.
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Florian Graf: Der Berliner CDU-Fraktionschef gab im April 2012 seinen Doktortitel wegen gravierender wissenschaftlicher Mängel zurück. Er sei den an sich selbst gestellten Ansprüchen «im Hinblick auf ein Standhalten meiner Dissertation in der Öffentlichkeit nicht gerecht geworden», teilte er mit - und kam einem Zeitungsbericht zuvor.
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Margarita Mathiopoulos: Nach Plagiatsvorwürfen entzog die Universität Bonn der Politikprofessorin und FDP-Politikerin im April 2012 den Doktortitel.
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Annette Schavan: Weil sie in ihrer 1980 eingereichten Doktorarbeit Zitierfehler gemacht und Quellen nicht richtig ausgewiesen hatte, wird der Bundesbildungsministerin im Februar 2013 der Doktortitel entzogen. Schavan hatte Flüchtigkeitsfehler in ihrer Dissertation eingeräumt, den Vorwurf der Täuschung aber stets zurückgewiesen.
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