Sonntag, 26. Mai 2013

25. Januar 2012 18:33 Uhr

Landwirtschaft

Schmallenberg-Virus in fünf Bundesländern

Das Schmallenberg-Virus greift weiter um sich. Das Bundesagrarministerium denkt inzwischen über eine Meldepflicht nach.

Das Schmallenberg-Virus breitet sich bei Schafen und Rindern weiter aus: Jetzt denkt das Bundesagrarministerium über eine Meldepflicht nach. Damit sollen Labore verpflichtet werden, alle nachgewiesenen Fälle zu melden, teilte das Ministerium am Mittwoch in Berlin mit. So könnten Veterinärbehörden die Ausbreitung besser beobachten und bekämpfen. Über eine entsprechende Verordnung soll der Bundesrat Ende März entscheiden, dann könne sie in Kraft treten. Deutschland setzt sich auch für eine EU-weite Meldepflicht ein.

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Schmallenberg-Virus: 50 Betriebe betroffen

Das Schmallenberg-Virus ist mittlerweile in fünf Bundesländern nachgewiesen worden. Inzwischen seien rund 50 Betriebe betroffen, sagte die Sprecherin des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) auf der Insel Riems bei Greifswald, Elke Reinking, am Dienstag. "Wir nehmen die Entwicklung sehr ernst." Das Schmallenberg-Virus führt bei Schmallenberg-Virus, Ziegen und Rindern zu Fehl- und Missgeburten. Möglicherweise sei die Lage derzeit nur die Spitze des Eisberges: Bei den Schafen habe die Ablammsaison gerade erst begonnen, bei den Rindern starte die Abkalbsaison Ende Februar/Anfang März, erläuterte Reinking. Sie verwies auf Meldungen aus Nordrhein-Westfalen (NRW), wo betroffene Schäfer inzwischen rund 20 Prozent der neugeborenen Lämmer als krank oder tot meldeten.

Nach NRW (31 Betriebe), Niedersachsen (12 Betriebe) und Hessen (2 Betriebe) wurden auch Krankheitsfälle in zwei Betrieben in Schleswig-Holstein bestätigt. Weitere Verdachtsfälle werden nach Angaben des Landwirtschaftsministeriums in Schleswig-Holstein noch untersucht. In Rheinland-Pfalz entdeckten Tierärzte das Virus bei einem Bison-Fetus und seinem Muttertier. Bei fünf Lämmern werde es vermutet, teilte Landwirtschaftsministerin Ulrike Höfken (Grüne) in Mainz mit.

Erreger: Genauere Informationen nötig

Derzeit werde die Entwicklung eines Impfstoffes vorbereitet, sagte die FLI-Sprecherin Reinking. Das FLI als Bundesinstitut für Tiergesundheit hat eine deutschlandweite Meldepflicht für die Krankheit empfohlen. Darüber entscheiden muss der Bundesrat. Das Loeffler-Institut will zudem zusammen mit den Bundesländern ein Überwachungsprogramm starten, um genauere Informationen über Ausmaß und Ausbreitung des Erregers zu erhalten.

Die Muttertiere der derzeit geborenen Lämmer und Kälber haben sich nach Angaben des FLI vermutlich bereits im Sommer und Herbst 2011 infiziert. In den Niederlanden ist das Virus bereits flächendeckend verbreitet. Russland hatte wegen des Erregers kürzlich die Einfuhr von Schafen und Ziegen aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden gestoppt. Das Schmallenberg-Virus  war erstmals im vergangenen Herbst in den Niederlanden entdeckt worden. Unklar ist noch, ob der Erreger neu eingeschleppt wurde oder schon länger unerkannt in Europa vorkommt. Für Menschen ist es nach FLI-Einschätzung ungefährlich. In Deutschland war der Erreger erstmals im sauerländischen Schmallenberg nachgewiesen und deshalb Schmallenberg-Virus genannt worden.

Schmallenberg-Virus für Schafe und Ziegen gefährlich

Wegen des für Schafe und Ziegen gefährlichen Schmallenberg-Virus hat Russland die Einfuhr dieser Tiere aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden verboten. "Ich kann nicht ausschließen, dass der Importstopp auch auf Rinder ausgeweitet wird", sagte der stellvertretende Chef der russischen Veterinärbehörde, Nikolai Wlassow, einer Mitteilung vom Freitag zufolge. Außerdem sei auch eine Ausdehnung des Verbots auf andere europäische Länder möglich. Das "Westfalen-Blatt" hatte in seiner Internetausgabe über den Stopp berichtet. (AZ, dpa)

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