Letzter Flug für das Space Shuttle: Huckepack auf einer Boeing 747 ist die US-Raumfähre «Discovery» in ein Museum in der Nähe von Washington gebracht worden.



Der Jumbo mit dem ausrangierten Space-Shuttle landete nach einer Ehrenrunde über der US-Hauptstadt Washington am Internationalen Flughafen Dulles im Bundesstaat Virginia. Die Boeing war mit ihrer wuchtigen Fracht vom Weltraumbahnhof Cape Canaveral in Florida gestartet.
Als die «Discovery» kurz vor zehn Uhr morgens (Ortszeit) im blauen Himmel über Washington auftauchte, verfolgten tausende Schaulustige das Spektakel auf der National Mall, der Prachtmeile im Herzen der Hauptstadt. Auf den Dachterrassen der Bürogebäude nahmen Angestellte eine kurze Auszeit, um die Abschiedstour des Raumschiffes mitzuerleben. Vor dem Pentagon applaudierten Soldaten dem vorbeifliegenden Tandem, das von einem Kampfjet eskortiert wurde.
Um kurz nach elf Uhr setzte die umgerüstete Boeing mit dem Shuttle dann sicher auf der Landebahn in Dulles auf. «Ich habe Tränen in den Augen», sagte der frühere Astronaut Joseph Allen, der 1984 mit der «Discovery» im All war, dem Nachrichtensender CNN.
Die US-Weltraumbehörde NASA hatte das Shuttle-Programm im vergangenen Jahr nach drei Jahrzehnten eingestellt, im Juli war die «Atlantis» als letzte Raumfähre von einem Flug ins All zurückgekehrt. Die «Discovery», mit insgesamt 39 Mission und 365 Tagen im Weltraum die dienstälteste US-Raumfähre, war bereits im März 2011 eingemottet worden.
Nach der «Challenger»-Katastrophe von 1986 kehrte die «Discovery» als erste Fähre wieder ins All zurück. Auch nach der Zerstörung der «Columbia» bei Wiedereintritt in den Orbit im Jahr 2003 war es die «Discovery», die die bemannte Raumfahrt wieder aufnahm. 14 Astronauten waren bei beiden Unglücken zu Tode gekommen.
Das Flugzeug, das die «Discovery» nach Virginia transportierte, fliegt in einigen Tagen auch nach New York. Dann trägt es die Shuttle «Enterprise» auf dem Rücken, die in ein Museum in New York kommt. Bisher stand diese Fähre, die zwar Testflüge machte, aber nie im All war, im Smithsonian Museum. Die Nasa möchte die ausrangierten Raumfähren möglichst weit verstreut im ganzen Land ausstellen. Die «Endeavour» kommt nach Kalifornien, während die «Atlantis» zu Hause in Cape Canaveral verbleibt.
In den kommenden Jahren werden die USA keine eigene Möglichkeit mehr haben, Menschen ins All zu befördern. US-Astronauten müssen vorerst mit russischen Sojus-Kapseln zur Internationalen Raumstation ISS fliegen. Erst 2015 soll eine US-Raumkapsel einsatzbereit sein, an der die NASA derzeit mit einer privaten Firma arbeitet. AZ, dpa, afp
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