Freitag, 15. Dezember 2017

16. März 2017 20:30 Uhr

Lebenserwartung

Studie: Wer Kinder hat, soll länger leben

Wer überlegt, ein Kind zu bekommen, hat jetzt ein Pro-Argument mehr: Laut einer schwedischen Studie erhöht Nachwuchs die Lebenserwartung.

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Kinder halten einen auf Trab. Wortwörtlich: Laut einer neuen Studie sind sie dafür verantwortlich, dass Eltern länger leben und kinderlose Menschen ein bisschen früher sterben.
Foto: Patrick Pleul, dpa

Schwedische Forscher haben herausgefunden, dass Menschen im Schnitt älter werden, wenn sie Kinder bekommen. Rund zwei Jahre beträgt der durchschnittliche Zugewinn an Lebenserwartung bei Menschen bis zum Alter von 60 Jahren mit Kindern im Vergleich zu kinderlosen, heißt es in der Studie.

Dabei schneiden Männer besser ab als Frauen. "Im Alter von 60 Jahren betrug die Differenz bei der Lebenserwartung zwei Jahre bei Männern und eineinhalb bei Frauen", schreiben die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Journal of Epidemiology & Community Health".

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Eltern haben höhere Lebenserwartung als Kinderlose

Die Forscher verglichen die Lebenszeit von Kinderlosen und Eltern sowie von Verheirateten und Unverheirateten.  Die Daten von 1,4 Millionen Männer und Frauen, die zwischen 1911 und 1925 geboren wurden, wurden ausgewertet. Das Ergebnis: Wer mindestens ein Kind hatte, wies ein niedrigeres Sterberisiko auf - unabhängig davon, ob derjenige verheiratet oder unverheiratet war. Das trifft vor allem auf Menschen in einem höheren Alter zu.

80 Jahre alte Väter konnten demnach sogar noch auf sieben Jahre und acht Monat Lebenszeit hoffen, während kinderlosen Altersgenossen nur noch sieben Jahre blieben. Für gleichaltrige Mütter waren demzufolge noch neuneinhalb Jahre möglich, während ihren Altersgenossinnen nur noch durchschnittlich acht Jahre und elf Monate Lebenserwartung bleibt. Eltern leben also im Schnitt einige Monate länger als Menschen ohne Kinder.

Eltern leben wegen Kinder wohl gesünder und darum länger

Doch warum wirkt sich das Kinderhaben positiv auf die Lebenserwartung aus? Dabei könnten der Studie zufolge verschiedene Faktoren eine Rolle spielen. Möglicherweise würden Eltern von der finanziellen Unterstützung ihrer Kinder im Alter profitieren. Jedoch könnten auch andere Gründe die Lebenserwartung beeinflussen, die unabhängig vom Kinderhaben sind, räumen die Forscher ein. Beispielsweise könnten Eltern insgesamt einen gesünderen Lebensstil pflegen als kinderlose Erwachsene. Aus der Studie lasse sich nicht die Schlussfolgerung ziehen, dass Kinderhaben allein lebensverlängernd wirke, betonen die Wissenschaftler.

Daneben existieren auch frühere Studien, wonach Töchter sich angeblich noch vorteilhafter auf die Lebenserwartung auswirken als Söhne. Dies sehen die Wissenschaftler aber nicht bestätigt. afp/AZ

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