Schwangere und Säuglinge leiden häufig unter einem Vitamin D Mangel, ebenso Jugendliche.

Viele Schwangere und Neugeborene in Deutschland sind einer Studie zufolge deutlich unterversorgt mit Vitamin D. Dadurch könnten sie Störungen beispielsweise beim Knochenaufbau erleiden, teilte die Universität Gießen mit. Ein Ernährungswissenschaftler der Hochschule sowie der Chefarzt eines Gießener Krankenhauses hatten das Blut von 84 Schwangeren sowie deren Neugeborenen untersucht.
Dabei stellten sie den Angaben zufolge bei 90 Prozent der Mütter und 88 Prozent der Säuglinge einen Mangel fest. Die Forscher fordern nun von den Behörden eine höhere Zufuhrempfehlung.
Damit schließen sich die Forscher der Empfehlungen der Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) an, die ebenfalls eine Ausweitung der Vitamin-D-Versorgung fordern. Nicht nur Babys, sondern alle Kinder und Jugendlichen in Deutschland sollten zusätzliches Vitamin D erhalten, zum Beispiel als Nahrungsergänzungsmittel oder in Form von Tabletten. In den USA sind bereits viele Lebensmittel mit Vitamin D angereichert.
Vitamin D komme natürlicherweise nur in sehr wenigen Lebensmitteln vor. "Der Körper bildet das Vitamin, zu circa 90 Prozent über Sonnenlicht, das auf die Haut gelangt,"erläutert Ulrich Fegeler vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Köln. Daher sollten Eltern ihre Kinder wiederholt dazu drängen, im Freien zu spielen und weniger Zeit vor dem Fernseher oder PC zu verbringen. "Bewegung im Freien ist unter anderem für die Bildung von Vitamin D wichtig, das für die Knochenzusammensetzung erforderlich ist",
Zwischen Oktober und März reicht die UV-B-Strahlung in der Regel nicht aus, um genügend Vitamin D über die Haut zu bilden. Doch wenn der Körper etwas Vitamin D während der Sommermonate gespeichert hat, kann er in den Wintermonaten davon einige Monate zehren. Im Februar ist der Vitamin-D-Spiegel deshalb meist am geringsten. "Jugendliche sollten mindestens drei- bis viermal pro Woche 15 bis 30 Minuten, besser täglich mindestens 10 bis 15 Minuten maßvoll Sonne genießen", rät Fegeler. Das bedeute, sich an der frischen Luft mit teilweise unbedeckter Haut bewegen - freies Gesicht, Hände und Unterarme reichen. dapd/dpa
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