Mittwoch, 24. September 2014

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08. März 2011 13:38 Uhr

PID

Was ist Präimplantationsdiagnostik?

Derzeit wird viel über pro und contra der Präimplantationsdiagnostik diskutiert. Dabei wissen viele nicht einmal was die PID ist. Hier die Antworten.

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Pro und contra der PID werden derzeit heftig diskutiert.
Foto: DPA

Laut Deutschem Ethikrat ermöglicht „die Präimplantationsdiagnostik (PID) eine Beurteilung der Entwicklungsfähigkeit und genetischen Ausstattung von künstlich befruchteten Embryonen, noch bevor sie in den Körper der Frau übertragen werden. Ein Sonderfall der PID ist die sogenannte Polkörperdiagnostik, die vor Abschluss der Befruchtung erfolgt.“ Polkörperdiagnostik ist in Deutschland erlaubt. Der Ethikrat eröffnet mit seiner Stellungnahme heute die neuerliche Debatte. Der Bundestag wird sich in der kommenden Woche mit dem Thema befassen. Dem Parlament liegen derzeit drei Gesetzentwürfe vor, die jeweils von parteiübergreifenden Gruppen vertreten werden. Alle Gesetzentwürfe sehen vor, grundsätzlich am PID-Verbot festzuhalten. Zwei Entwürfe sprechen sich für Ausnahmeregelungen aus. Im Einzelfall sollen dann Ethikkommissionen entscheiden. Notwendig wird das PID-Gesetz, weil sich der Berliner Arzt Matthias Bloechle 2006 selbst angezeigt hatte. Er hatte die umstrittene PID angewandt. Bloechle wollte juristisch klären lassen, ob die PID gegen das Embryonenschutzgesetz verstößt. 2010 wurde er vom Bundesgerichtshof freigesprochen.

Pro und contra? Fakten! So funktioniert die Präimplantationsdiagnostik

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Methode Die Präimplantationsdiagnostik (PID) ist ein Verfahren, um im Reagenzglas gezeugte Embryonen auf Erbkrankheiten zu untersuchen. Dazu werden mehrere Eizellen künstlich befruchtet. Meist drei Tage danach entnimmt man aus dem achtzelligen Embryo ein bis zwei Zellen und untersucht die Gene auf Krankheiten wie z.B. die Bluterkrankheit oder Mukoviszidose. Gesunde Embryonen werden in die Gebärmutter eingesetzt, die anderen lässt man absterben.

Risiken für die Frau Vor der künstlichen Befruchtung muss die Frau mit Hormongaben behandelt werden, damit mehrere Eizellen reifen. Dies führt gelegentlich zu bedrohlichen Überreaktionen Fälle Bisher sind weltweit rund 1200 Kinder nach einer PID geboren worden. Ärzte schätzen die Zahl der Paare in Deutschland, für die die PID infrage kommt, auf 150 bis 200 im Jahr.

Urteil Neu befeuert wurde die Debatte im Juli 2010 mit einem Urteil des Bundesgerichtshofs. Die Richter erklärten die PID für zulässig. Das Verfahren verstoße nicht gegen das Embryonenschutzgesetz. Das Gericht bestätigte damit den Freispruch eines Berliner Arztes. Der Mediziner hatte die PID in den Jahren 2005 bis 2006 für drei Paare angewendet. AZ

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