Sonntag, 20. April 2014

18. Februar 2013 07:59 Uhr

Russland

Wissenschaftler finden erste Teile von Ural-Meteorit

Russische Wissenschaftler haben Teile des Meteroiten gefunden, der am Freitag im Ural etwa 1200 Menschen verletzte. Das Gestein wird nun im Labor untersucht.

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Russische Wissenschaftler haben nach  eigenen Angaben Teile des Meteoriten gefunden, dessen Explosion am  Freitag im Ural schwere Schäden anrichtete und rund 1200 Menschen  verletzte. Nachdem die Behörden die Suche nach Fragmenten am  Sonntag eingestellt hatten, verkündeten Mitglieder der russischen  Akademie der Wissenschaften am Montag, sie hätten Meteoritenteile  gefunden und anhand chemischer Tests nachgewiesen, dass es sich um  Gesteine aus dem Weltall handelte.

Der Ural-Meteorit wird nun im Labor untersucht

Demnach untersuchten die Forscher Fragmente, die sie in der Nähe  des Tschebarkul-Sees gefunden hatten. Diese hätten «die  Zusammensetzung eines Meteoriten», sagte Akademie-Mitglied Viktor  Grochowski laut der Nachrichtenagentur RIA Nowosti am Sonntagabend.  Der Stein habe einen Eisengehalt von schätzungsweise zehn Prozent,  außerdem enthalte er Chrysolit und Sulfit. Weil um den See Teile  gefunden wurden, müsse sich der Hauptteil des Meteoriten im See  befinden, zitierte die Nachrichtenagentur Interfax den  Wissenschaftler.

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Das Fundstück wird wohl «Meteorit von Tschebarkul»  genannt

Am Montag veröffentlichte Grochowskis Universität eine  entsprechende Mitteilung auf ihrer Internetseite. Darin war ein  Foto enthalten, das einen Menschen mit einem porösen schwarzen  Steinchen zwischen Daumen und Zeigefinger zeigt. «Dieser Meteorit  gehört zur Klasse regulärer Chondriten», erklärte die Universität.  Das Fundstück werde voraussichtlich «Meteorit von Tschebarkul»  genannt werden.

Meteorit verletzte 1200 Menschen

Als der Meteorit am Freitagmorgen über der mehr als eine Million  Einwohner zählenden Stadt Tscheljabinsk und der gleichnamigen  Region mit einem grellen Blitz und einer Druckwelle explodierte,  barsten unter anderem zahlreiche Fensterscheiben. Fast 5000 Gebäude  wurden beschädigt und etwa 1200 Menschen verletzt.

Die Explosion gilt als einer der einschneidendsten kosmischen  Vorfälle in Russland seit dem sogenannten Tunguska-Ereignis im Jahr  1908. Damals wurde Sibirien von einer heftigen Explosion  erschüttert, die Wissenschaftler auf einen Asteroiden oder Kometen  zurückführten. Wissenschaftler der US-Weltraumbehörde NASA gehen  davon aus, dass die in der Atmosphäre freigesetzte Energie der  Meteoritenexplosion vom Freitag etwa 30 Mal höher war als die  Sprengkraft der Atombombe von Hiroshima. afp

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Moskau | Russland | Sibirien | Hiroshima | Nasa