Mittwoch, 24. August 2016

02. Juni 2016 16:13 Uhr

Zika-Newsblog

Zika-Virus: Brasilien registrierte seit Oktober 1271 Fälle von Mikrozephalie

Zika-Virus: Forscher schlagen Verschiebung der Olympischen Spiele 2016 in Brasilien vor, in den USA wird ein infiziertes Baby geboren und zwölf Deutsche erkrankten im Mai. Alle Infos im Newsblog.

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  • Das Zika-Virus löst  bei Babys im Mutterleib Schädelfehlbildungen aus. Jetzt gibt es Belege, dass es Mikozephalie auslöst.
     
  • Das Virus kann laut Forschern auch die Gehirne Erwachsener schädigen, nicht nur die von Babys.
     
  • Auch in Deutschland gibt es jetzt mehrere Zika-Erkrankungen.
     
  • Wegen der hohen Zika-Ausbreitung in Brasilien droht auch Besuchern und Sportlern bei den Olympischen Spielen möglicherweise Gefahr.

5. Mai: Brasilien registrierte seit Oktober 1271 Fälle von Mikrozephalie

Brasilien hat seit dem Ausbruch der Zika-Epidemie im Oktober vergangenen Jahres 1271 Fälle von Mikrozephalie bei Babys registriert. Wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch außerdem mitteilte, starben mindestens 57 Babys an dem schweren Defekt, bei weiteren 178 Todesfällen werde ein Zusammenhang vermutet. Normalerweise gibt es in Brasilien jährlich rund 150 Fälle von Mikrozephalie - dabei haben die Neugeborenen einen abnormal kleinen Kopf und häufig auch schwere Hirnschäden.

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29. April: Zika sucht Brasilien seit einem Jahr heim

Am 29. April 2015 veröffentlichten Gúbio Soares und Silvia Sardi eine kleine Mitteilung: Die Forscher der Universität Federal da Bahia in Salvador hatten das bis dahin in Brasilien unbekannte Zika-Virus bei einem Patienten festgestellt. Seitdem hat sich das Virus stark verbreitet. Mittlerweile gibt es auch Belege dafür, dass Zika Schädelfehlbildungen bei Babys im Mutterleib auslösen kann.

25. April: WHO warnt vor Zika-Ausbreitung in Europa

Vor einem Übergreifen des Zika-Virus auf bislang nicht betroffene Regionen wie Europa warnt die Weltgesundheitsorganisation WHO. Mit dem Beginn der Stechmücken-Saison in Europa könne die »Möglichkeit örtlicher Übertragungen zusammen mit der Wahrscheinlichkeit sexueller Übertragungen zu einer deutlichen Zunahme der Zahl der Menschen mit Zika» führen, sagte WHO-Vizegeneraldirektorin Marie-Paule Kieny am Montag bei einer Zika-Konferenz in Paris. Mit den ansteigenden Frühlingstemperaturen würden zwei Mückenarten aktiv, die das Virus übertragen könnten, sagte Kieny. »Mücken kennen keine Grenzen.» Wissenschaftler befürchten, dass Mücken in Europa jemanden stechen könnten, der sich beispielsweise bei einer Südamerika-Reise infiziert hat - die Stechmücke könnte das Virus dann auf andere Menschen übertragen.

In Paris beraten rund 600 Experten aus mehr als 40 Ländern über das bislang vor allem in Lateinamerika grassierende Zika-Virus. »Die Zika-Notlage verlangt nach einer schnellen Entwicklung unserer Wissensgrundlage, nach einem gemeinsamen Vorgehen und nach Innovationen», sagte WHO-Vertreterin Kieny. So müssten neue Tests entwickelt werden, um eine Infektion mit dem Virus schnell nachweisen zu können. Notwendig sei auch ein Impfstoff, sagte Kieny. Es werde aber Jahre dauern, bis ein solcher alle Tests durchlaufen habe und für den Markt zugelassen werde. Bislang werde weltweit in 23 Projekten an Zika-Impfstoffen gearbeitet.

15. April: Zika-Virus wohl auch bei Männern durch Sexualkontakt übertragbar

Die US-Gesundheitsbehörden haben einen Fall bestätigt, bei dem das Zika-Virus durch Sexualkontakt zwischen Männern übertragen wurde. Ein Mann, der in Venezuela gewesen sei, habe seinen Partner nach seiner Rückkehr im Januar in den US-Bundesstaat Texas infiziert, teilte die Gesundheitsbehörde Centers for Disease Control and Prevention am Donnerstag (Ortszeit) mit. Bislang sind bereits mindestens fünf Fälle bekannt, in denen Männer ihre Frauen durch Sexualkontakte infiziert hatten. Die US-Behörden rieten Männern, die mit dem Zika-Virus infiziert sind, daher zu einem mindestens sechsmonatigen Verzicht auf ungeschützten Geschlechtsverkehr. Die Empfehlung gelte sowohl bei einer entsprechenden Diagnose als auch für den Fall, dass typische Symptome aufträten.

14. April: Deutschland: Bisher 37 importierte Infektionen mit Zika-Virus bekannt

Bei 37 Menschen in Deutschland ist nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) seit Herbst 2015 eine Infektion mit dem  Zika-Virus registriert worden. In allen Fällen handele es sich um Reise-Rückkehrer. «Nach unserer Kenntnis ist keine Schwangere darunter», sagte RKI-Pressesprecherin Susanne Glasmacher am Donnerstag in Berlin. Die tatsächliche Zahl der Infektionen könnte aber höher liegen; es gebe noch keine Meldepflicht.

Schädelfehlbildungen: Zika-Virus löst Mikrozephalie aus

Das Zika-Virus löst wohl wirklich Schädelfehlbildungen aus. Bisher gab es schon viele Anhaltspunkte, dass ein Zusammenhang mit Mikrozephalie besteht. Nach Angaben der US-Gesundheitsbehörde CDC ist dieser Zusammenhang nun bewiesen. Entsprechende Ergebnisse der CDC-Forscher zu Schädelfehlbildungen durch Zika wurden im «New England Journal of Medicine» veröffentlicht. Mikrozephalie führt häufig zu Entwicklungsverzögerungen und geistigen Beeinträchtigungen.

11. April: Urlaubszeit: Wird das Zika-Virus nach Europa importiert?

Die bevorstehende Urlaubszeit könnte nach Einschätzung von Experten das Zika-Virus zu Überträgermücken in Europa und den USA bringen - eine richtige Epidemie halten sie jedoch für unwahrscheinlich. Reisende, die aus Lateinamerika zurückkehrten, könnten das von Mücken übertragene Virus im Blut tragen, sagte der Tropenmediziner Eskild Petersen von der Universität Aarhus in Dänemark am Montag bei einer Konferenz zu Infektionskrankheiten in Amsterdam. Dies könne der Beginn einer Übertragung sein.

»Ich würde sagen, dass der Süden der USA und das südliche Europa definitiv einem Risiko ausgesetzt sind», sagte Petersen der Nachrichtenagentur AFP am Rande der Konferenz von Tropenärzten und Wissenschaftlern. Aber die Gefahr dürfe nicht überbewertet werden. In den meisten Fällen verlaufe die Krankheit mild. Auch seien nur wenige Fälle von sexueller Übertragung des Virus bekannt.

8. April: Falle für die Zika-Mücke: Wie alte Autoreifen helfen

Im Kampf gegen die Zika-Epidemie haben Wissenschaftler eine neuartige Falle für die Mücken entwickelt, die das gefährliche Virus übertragen. Wie die Zeitschrift »The Zika & Arbovirus Outbreaks channel» in ihrer neuen Ausgabe berichtet, wird die Falle aus alten Autoreifen gebaut und ist sehr preiswert - die Kosten der Anti-Zika-Kampagne lassen sich damit also womöglich deutlich senken.

In der Falle werden die Eier der Ägyptischen Tigermücke gesammelt, die nicht nur Zika, sondern auch das Dengue-Fieber überträgt. Diese Eier werden dann eingesammelt und vernichtet. Die neue Vorrichtung wurde dem Bericht zufolge bereits zehn Monate lang erfolgreich in Guatemala getestet.

Die von kanadischen und mexikanischen Wissenschaftlern entwickelte Falle wird der Zeitschrift zufolge aus zwei 50 Zentimeter langen Stücken alter Autoreifen in Form eines kleinen Schiffes zusammengebaut. Durch ein Ventil wird eine giftige Flüssigkeit auf der Basis von Milch eingelassen. Auf die so entstandene Lache wird ein Stück Holz oder Papier gelegt, auf dem sich die Mücken niederlassen.

Das Stück Holz oder Papier wird nach Angaben der Wissenschaftler zwei Mal in der Woche eingesammelt und auf Eier untersucht. Die Eier werden verbrannt oder mit Ethanol vernichtet. Die weiblichen Mücken hinterlassen in der Flüssigkeit weibliche Lockstoffe, die wiederum weitere Mücken anziehen.

Die Falle kostet nach Angaben der Forscher nur 3,50 Dollar (rund drei Euro). Sie sei effektiver als die Fallen, die bisher im Kampf gegen Zika eingesetzt würden. Während des Tests in der guatemaltekischen Kleinstadt Sayaxché seien 18.000 Eier monatlich zerstört worden, die in 84 Fallen gesammelt worden seien. Im selben Ort seien mit anderen Fallen nur 2700 Eier im Monat gesammelt worden.

31. März: Wissenschaftler erforschen Zika-Struktur

Das Zika-Virus ähnelt in seiner Struktur weitgehend dem Dengue-Erreger, hat jedoch entscheidende Unterschiede. Das ergab eine Analyse der Virenhülle, die sogar noch nahezu atomgroße Strukturen zeigte. Die Zika-Viren stehen im Verdacht, über Infektionen von Schwangeren bei ihren Ungeborenen die Schädelfehlbildung Mikrozephalie auszulösen. Die Strukturunterschiede auf der Virenhülle könnten entscheidend für die beobachteten Fehlbildungen sein, meinte Devika Sirohi von der Purdue University in West Lafayette, die Erstautorin der Studie. Im Blickfeld der Forscher steht vor allem ein spezifisches Glykoprotein auf der Oberfläche von Zika-Viren. Das Team um Sirohi und Richard Kuhn (ebenfalls Purdue University) veröffentlichte seine Studie im Fachmagazin «Science».

25. März: Zika-Virus wohl schon seit 2013 in Brasilien

Das Zika-Virus wurde im Mai 2015 in Brasilien entdeckt, soll dort laut Forschern aber schon 2013 eingeschleppt worden sein - also noch vor der Fußball-WM. Erbgut-Untersuchungen ergaben eine einzelne Einschleppung zwischen Mai und Dezember 2013, wie das Team um Nuno Rodrigues Faria von der Universität Oxford und dem brasilianischen Evandro-Chagas-Institut im Fachblatt Science berichtet. In dem Zeitraum sei auch die Zahl der Flugreisenden aus Ländern mit Zika-Infektionen gestiegen.

23. März: In Westafrika kehrt das Ebola-Virus zurück

In Guinea sollen mittlerweile fünf Menschen an Ebola gestorben sein. Liberia schließt deswegen die Grenze zum Nachbarland.

15. März: Die EU unterstützt die Zika-Forschung mit zehn Millionen Euro

Die Europäische Union stellt zehn Millionen Euro zur Erforschung der Zika-Erkrankung zur Verfügung. Das Geld soll in Projekte fließen, die den Zusammenhang zwischen dem Virus und Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen nachweisen sollen, teilte die EU-Kommission am Dienstag in Brüssel mit. Bislang gibt keine Behandlung oder Impfung gegen das vor allem von Stechmücken übertragene Zika-Virus. 41 Länder haben in den vergangenen neun Monaten Fälle von Zika-Infektionen gemeldet. In der EU gilt das Risiko einer Zika-Infektion als gering, allerdings wurde das Fieber in den vergangenen Wochen in wenigen Fällen von Reisenden nach Europa eingeschleppt.

15. März: Laut Medienbericht bis zu sieben Zika-Fäle in Belgien

In Belgien sind bislang sieben Fälle registriert, bei denen Reisende sicher oder wahrscheinlich mit dem Zika-Virus infiziert wurden. Das berichtet das Portal Grenzecho.net. Das Institut für Tropenmedizin in Antwerpen habe bei vier Patienten den Virus mit Sicherheit feststellen können.

13. März: WHO warnt, Zika sei gefährlicher als gedacht

Fünf Wochen nach Ausrufung eines globalen Gesundheitsnotstands wegen des Zika-Erregers zieht die WHO eine erste größere Bilanz. Sie fällt alarmierend aus. Die Verbreitung des Erregers dürfte weiter zunehmen. Das Zika-Virus ist nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gefährlicher als bisher angenommen. «Die geografische Verbreitung ist weiter, die Risikogruppe größer und zu den Übertragungswegen gehört neben Mückenstichen auch Geschlechtsverkehr», sagte WHO-Direktorin Margaret Chan. «Das ist alarmierend.» Im Zentrum der Sorge stünden weiterhin Schwangere. Die WHO riet ihnen ab, betroffene Gebiete zu bereisen. Schnelle Erfolge seien weder beim Impfstoff noch bei der Bekämpfung der krankheitsübertragenden Mücken zu erwarten. Neue Forschungen zeigen laut WHO, dass der Erreger nicht nur als Ursache für Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen (Mikrozephalie) gelten müsse, sondern wohl auch eine Rolle bei anderen neurologischen Störungen spiele. «Mikrozephalie ist nur eine von verschiedenen möglichen Anomalien», sagte Chan weiter.

13. März: Welt immer noch schlecht auf Epidemien vorbereitet

Etwa zwei Jahre nach dem Ausbruch der Ebola-Epidemie in Westafrika mit mehr als 11.000 Toten sieht der frühere UN-Sonderbeauftragte David Nabarro die internationale Gemeinschaft immer noch nicht gut auf kommende Epidemien vorbereitet. «Wir wissen, dass wenn die großen Ausbrüche kommen, dass wir dann weder die Arbeitskräfte noch das Geld haben, um damit umzugehen», sagte Nabarro in der Nacht zum Freitag bei einer Veranstaltung des TV-Senders HBO in New York. Die derzeitige Verbreitung des Zika-Virus sei ebenfalls «sehr besorgniserregend», sagte Nabarro, der inzwischen als Sonderbeauftragter für die Zukunftsziele der UN arbeitet.

12. März: Erster Mensch stirbt in Honduras an Folgen einer Zika-Infektion

In Honduras ist vermutlich der erste Mensch an den Folgen einer Zika-Infektion gestorben. Wie die Behörden mitteilten, starb er am Guillain-Barré-Syndrom. Diese wurde mit einer hohen Wahrscheinlichkeit vom Zika-Virus ausgelöst. Ob es sich bei dem Toten um eine Frau oder einen Mann handelte, wurde nicht mitgeteilt. In Honduras wurde die schwere Nervenkrankheit Guillain-Barré-Syndrom mittlerweile bei insgesamt 57 Menschen nachgewiesen.

11. März: Studie: Zika-Virus kann auch Gehirne Erwachsener schädigen

Das Zika-Virus kann laut französischen Forschern offenbar nicht nur Gehirne von Ungeborenen, sondern auch von Erwachsenen schädigen. Die Wissenschaftler schilderten am Donnerstag in der Fachzeitschrift »New England Journal of Medicine» den Fall eines 81-jährigen Manns, der nach einer Kreuzfahrt im Januar in ein Krankenhaus in Créteil nahe Paris eingeliefert worden sei. In seiner Rückenmarksflüssigkeit sei das Zika-Virus gefunden worden.

10. März: Zika-Virus bei Schwangerer in Norwegen nachgewiesen

In Norwegen ist das gefährliche Zika-Virus bei mindestens einer Schwangeren nachgewiesen worden. Drei Menschen seien nach ihrer Rückkehr von Reisen nach Südamerika positiv getestet worden, berichtete die norwegische Gesundheitsbehörde Folkehelseinstituttet am Donnerstag. Darunter seien ein oder mehrere Schwangere, sagte Jørgen Bjørnholt von der Behörde der Nachrichtenagentur NTB. Genauer wollte der Arzt sich demnach nicht äußern. Seit Februar seien 50 Proben analysiert worden.

WHO gibt Reisewarnung für Schwangere in Zika-Gebiete heraus

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat eine Reisewarnung für Schwangere in Zika-Gebiete herausgegeben. Schwangeren Frauen sei geraten, sich »nicht in Regionen zu begeben, die von der Zika-Epidemie betroffen sind», erklärte die UN-Sonderorganisation am Dienstag. Das Zika-Virus ist nach Erkenntnissen der Weltgesundheitsorganisation für Schwangere gefährlicher als bisher angenommen. Zwar fehlten weiterhin letzte Beweise dafür, dass das Virus Schädelfehlbildungen bei Neugeborenen (Mikrozephalie) verursache. Aber es sei klar, dass das Virus auch die Plazenta oder das Nervensystem schädigen könne, sagte WHO-Direktorin Margaret Chan am Dienstagabend in Genf.

7. März

Erster Zika-Fall seit mehreren Jahren auf Philippinen

Die Philippinen haben den seit Jahren ersten Zika-Fall in dem südostasiatischen Inselstaat gemeldet. Es handele sich um einen Einzelfall, betonte am Montag Präsidentensprecher Herminio Coloma. Die Bevölkerung solle aufmerksam und ruhig bleiben. Demnach drohte keine Ausbreitung. Eine Amerikanerin, die die Insel Luzon bereist hatte, war nach ihrer Rückkehr in die USA positiv auf Zika getestet worden. Zuletzt hatten die Philippinen 2012 eine Infektion mit dem durch Mücken übertragenen Virus festgestellt.

3. März

Zika: Google gibt eine Million Dollar für Kampf gegen Virus

Google arbeitet nach eigener Aussagen mit dem UN-Kinderhilfswerk Unicef daran, Ausbrüche des Zika-Virus auf einer Karte darzustellen. Es sollen Daten aus verschiedenen Quellen einfließen, auch Wetter und Reiserouten. So soll die Entwicklung des Zika-Virus besser beobachtet werden können. Google unterstützt das Vorhaben nach eigenen Angaben mit einer Million Dollar.

WHO: Schwangere in Zika-Gebieten sollen konkrete Vorsichtsmaßnahmen beachten

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) rät Schwangeren in Zika-Gebieten zu konkreten Vorsichtsmaßnahmen. Die Frauen sollten ihre Haut zum Schutz vor Mückenstichen möglichst vollständig bedecken, heißt es in einer aktuellen Empfehlung der Organisation. Außerdem sollten sie unter Moskitonetzen schlafen und Insektenschutzmittel auftragen. Alle Türen und Fenster sollten mit Fliegengitter ausgestattet sein. Sex mit möglicherweise infizierten Partnern sollte nur mit Kondom erfolgen, heißt es in der Empfehlung weiter. 

Das gelte für Einheimische ebenso wie für Touristinnen, teilte die WHO in Genf mit. Wichtig ist es laut der UN-Behörde auch, alle vorgesehenen vorgeburtlichen Untersuchungen in Anspruch zu nehmen. Mit Zika infizierte Frauen sollten über alle Optionen aufgeklärt werden, auf Wunsch auch über Abtreibungen. Oft könne eine Mikrozephalie aber erst nach der Geburt diagnostiziert werden.

2. März

Löst Zika-Virus Mikrozephalie aus? 641 Babys mit Fehlbildungen in Brasilien

Verursacht das Zika-Virus tatsächlich Fehlbildungen bei Babys? Neue Zahlen aus Brasilien könnten diesen Verdacht bestätigen: 641 Babys sind in Brasilien seit Beginn der Zika-Epidemie im Oktober mit Mikrozephalie, d.h. Fehlbildungen, auf die Welt gekommen. Außerdem teilte das brasilianische Gesundheitsministerium mit, dass 139 Sägulinge an dem schweren Defekt starben. In Brasilien treten normalerweise in einem Jahr rund 150 Fälle von Mikrozephalie auf. Die brasilianischen Behörden untersuchen derzeit außerdem noch über 4200 weitere mögliche Fälle von Mikrozephalie, wie das Gesundheitsministerium mitteilte.

Mikrozephalie bedeutet, dass Babys mit einem abnormal kleinem Kopf auf die Welt kommen. Davon tragen sie häufig schwere Hirnschäden davon. Das Zika-Virus steht im Verdacht, bei ungeborenen Babys Mikrozephalie auszulösen. Deshalb ist das Virus vor allem für Schwangere besonders gefährlich. Inwieweit das Virus mit der Schädelfehlbildung zusammenhängt, wird momentan erforscht. 1,5 Millionen Menschen sind in Brasilien insgesamt mit dem Zika-Virus infiziert. In Süd- und Mittelamerika breitet sich die Epidemie rasch aus, weil dort die Mücken vermehrt vorkommen.

Erste Zika-Infektion in Kuba registriert

Auf der Karibikinsel Kuba ist der erste Fall einer Zika-Infektion registriert worden. Das Virus sei von einer venezolanischen Medizin-Studentin eingeschleppt worden, die am 21. Februar nach Kuba einreiste, wie das Gesundheitsministerium in der Nacht auf Mittwoch mitteilte. Die 28-Jährige zeige die typischen Symptome wie Fieber, Gelenkschmerzen und Ausschlag. Eine Laboruntersuchung habe die Infektion bestätigt. Nach Angaben der Frau waren bereits ihr Ehemann und ihr Schwager an Zika erkrankt.

Bislang 26 Zika-Fälle in Deutschland bekannt

In Deutschland sind seit Oktober vergangenen Jahres 26 Infektionen mit dem Zika-Virus erfasst worden. Schwangere seien nach bisherigen Erkenntnissen nicht darunter, sagte eine Sprecherin des Robert Koch-Instituts am Dienstag in Berlin. Auch Übertragungen durch Geschlechtsverkehr seien nicht bekannt. Diese Informationen würden aber auch nicht notwendigerweise übermittelt. Unklar sei darüber hinaus, ob weitere Fälle vorkamen. Für Zika-Infektionen gibt es demnach keine Meldepflicht. 

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