Mittwoch, 22. Mai 2013

16. März 2012 16:50 Uhr

Zu viel Chemie: Frühjahrsputz kann krank machen

Wer es beim Putzen übertreibt, gefährdet seine Gesundheit und belastet die Umwelt. Dies lässt sich jedoch mit einfachen Mitteln vermeiden.

Putzen kann krank machen: In vielen Haushalten steht jetzt der Frühjahrsputz an. Ein übertriebener Feldzug gegen Keime und Bakterien gefährdet jedoch die eigene Gesundheit und belastet zudem die Umwelt. Das Umweltbundesamt und Verbraucherschützer raten deshalb: So wenig Chemie wie möglich verwenden.
Foto: dpa

Putzen kann krank machen: In vielen Haushalten steht jetzt der Frühjahrsputz an. Ein übertriebener Feldzug gegen Keime und Bakterien gefährdet jedoch die eigene Gesundheit und belastet zudem die Umwelt. Das Umweltbundesamt und Verbraucherschützer raten deshalb: So wenig Chemie wie möglich verwenden.

Vier Mittel für den perfekten Frühjahrsputz

Viel Chemie heißt nicht automatisch mehr Hygiene. Um die Wohnung  auf Vordermann zu bringen, reichen grundsätzlich vier Mittel aus: ein Neutralreiniger für Fußböden, Fliesen und andere glatte  Oberflächen, Scheuermilch für hartnäckigen Schmutz, Spülmittel fürs Fensterputzen und Zitronensäure oder Haushaltsessig gegen Kalk. Flecken auf Polstern und Teppichen lassen sich oft mit Seifenschaum oder lauwarmer Feinwaschmittellösung entfernen. Bei den Produkten sollten Verbraucher auf das Umweltzeichen "Blauer Engel" achten.

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Reinigungsmittel mit antibakteriellen Zusätzen, die in der Werbung heftig propagiert werden, sind nach Ansicht von Experten  hingegen überflüssig. Desinfektionsmittel und antibakterielle  Reiniger können die nützlichen Bakterien der Hautflora schädigen und Allergien und Ekzeme auslösen. Sie greifen die Abwehrkräfte an  und ebnen somit erst recht Krankheiten den Weg.

Desinfektionsmittel: Erbgutverändernde Wirkung?

Zudem gelten einige  Desinfektionsmittel als möglicherweise erbgutverändernd oder krebserzeugend. Bei vielen Reinigungsmitteln mit antimikrobiellen  Zusätzen ist zudem die Wirksamkeit gar nicht erwiesen.

Viele Stoffe in Reinigungsmitteln können gefährlich werden

Viele desinfizierende Mittel enthalten Stoffe, die dem Menschen  gefährlich werden können: Triclosan zum Beispiel kann über die Haut  aufgenommen werden und in den Entgiftungsstoffwechsel der Leber eingreifen. Aus Natriumhypochlorid, einer Substanz, die in vielen Reinigern zu finden ist, wird Chlor freigesetzt. Das wiederum kann  Putzen.

Solche Reiniger sollten nie mit anderen, etwa essighaltigen  Putzmitteln gemischt werden, da es sonst zu schweren Vergiftungen  kommen kann. Für die Umwelt können Desinfektionsmittel schädlich  sein, weil sie Wasserorganismen abtöten und die Funktion von  Kläranlagen stören können.

Beim Putzen Chemie einsparen

Auch für Kinder ist eine übertriebene Hygiene alles andere als  gesund. Die Keime, mit denen sie ansonsten in Wohnräumen in  Berührung kommen, müssen nicht vernichtet werden - sie trainieren  im Gegenteil das Immunsystem. Grundsätzlich gilt: Kräftiges Scheuern kann einiges an Chemie  einsparen. Aber auch die Putzlappen sollten häufiger gewechselt  oder ausgekocht werden.

Beim Putzen Kilokalorien verbrennen

Nicht zuletzt fördert ein Frühjahrsputz ohne "Chemiekeulen" die  Fitness. Immerhin verbraucht ein Mensch mit 70 Kilogramm  Körpergewicht beim Fensterputzen in 15 Minuten schon 83  Kilokalorien, wie die Verbraucher Initiative errechnet hat. Beim  Staub wischen verbrennen Putzwütige in einer Viertelstunde 37  Kilokalorien, beim Wischen des Fußbodens 60 Kilokalorien und beim  Schrubben der Badfliesen 74 Kilokalorien.  (afp, AZ)

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