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Spaß auf zwei Rädern – mit dem Autoführerschein 125er Roller fahren

Ist die neu eingeführte Schlüsselzahl B 196 im Führerschein eingetragen, dürfen Besitzer eines Autoführerscheins jetzt auch Roller bis 125 Kubik fahren.
Bild: luckybusiness/stock.adobe.com

Seit 1. Januar darf man mit dem Autoführerschein auch Zweiräder bis 125 Kubik Hubraum fahren – unter bestimmten Bedingungen. Was dafür nötig ist.

Bei der Fahrschule Tischmacher klingelt seit Wochen das Telefon heiß. Grund ist die so genannte Schlüsselzahl B 196, die seit 1. Januar 2020 erlaubt, mit dem ganz normalen Autoführerschein (Führerscheinklasse B) auch Zweiräder mit 125 Kubikzentimeter Hubraum, zu fahren. Bisher durfte man damit nur Mopeds und Roller mit einer Geschwindigkeit von höchstens 45 km/h (50 Kubik Hubraum) fahren. Viele Autofahrer freuen sich und wollen direkt auf den zweirädrigen Flitzer umsteigen. Peter Hitzler, Geschäftsführer der Fahrschule Tischmacher, erklärt im Interview, dass vorher noch ein paar Bedingungen erfüllt sein müssen.

Nehmen wir an, ich bin 21 Jahre alt, habe mit 17 Jahren meinen Autoführerschein gemacht und möchte jetzt die Möglichkeit nutzen und mit dem 125er Roller meines Vaters fahren, geht das?
Peter Hitzler: Klares Nein. Hier fehlt es gleich an ein paar Dingen. Zum einen muss man mindestens 25 Jahre alt sein, seit mindestens fünf Jahren im Besitz des Führerscheins Klasse B sein und man muss die entsprechende Eintragung der Schlüsselzahl B 196 im Führerschein vorweisen können.

Wie und wo komme ich denn an die Eintragung?
Peter Hitzler: Voraussetzung für die Erlaubnis ist eine spezielle Fahrerschulung. Sie schreibt mindestens vier mal 90 Minuten theoretische und mindestens fünf mal 90 Minuten praktische Ausbildung auf dem 125er-Zweirad vor. Bestimmte Mindestsachgebiete müssen dabei inhaltlich abgedeckt sein. Ist alles absolviert und hat der Fahrer seine Fahrkompetenz ausreichend unter Beweis gestellt, stellt die Fahrschule eine Bescheinigung über die erfolgreiche Teilnahme aus und er kann sich die Schlüsselzahl innerhalb eines Jahres bei der Behörde in den Führerschein eintragen lassen.

Was darf mit der Eintragung der Schlüsselzahl B 196 alles gefahren werden?
Peter Hitzler: Alle Fahrzeuge, welche der Klasse A1 zuzurechnen sind: Die Fahrerlaubnis der Klasse B kann mit der Schlüsselzahl B 196 erteilt werden für Krafträder (auch mit Beiwagen) mit einem Hubraum von bis zu 125 Kubikzentimetern, einer Motorleistung von nicht mehr als elf kW, bei denen das Verhältnis der Leistung zum Gewicht 0,1 kW/kg nicht übersteigt. Entsprechende Fahrzeuge mit Elektroantrieb sind zulässig.

Kann man mit der Eintragung der Schlüsselzahl dann später auch höhere Motorradklassen fahren?Peter Hitzler: Nein. Da die Schlüsselzahl B 196 keine eigenständige Fahrerlaubnisklasse darstellt, greift auch nicht die Aufstiegsregelung von Klasse A1 auf A2 oder Klasse A. Hierfür ist der normale Umfang einer Führerscheinausbildung vorgeschrieben.

Darf mit der Eintragung auch außerhalb von Deutschland gefahren werden?
Hitzler: Nein. Mit der Schlüsselzahl B 196 dürfen innerhalb Deutschlands Fahrzeuge der Klasse A1 gefahren werden. Außerhalb Deutschlands nicht.

Infokasten „Voraussetzungen“

  • Fahrer mindestens 25 Jahre alt und seit mindestens fünf Jahren im Besitz der Fahrerlaubnis Klasse B
  • mindestens vier mal 90 Minuten theoretische und fünf mal 90 Minuten praktische Ausbildung, danach liegt im Ermessen des Fahrlehrers, ob der Fahrer weitere Unterrichtsstunden benötigt
  • Mit der Teilnahmebescheinigung der Fahrschule kann die Eintragung im Führerschein durch die Behörde erfolgen
  • Fahrerlaubnis nur in Deutschland gültig