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Prozess Aichach

25.05.2020

2,27 Promille: Wilde Fahrt über Wiese endet vor Gericht

Weil ein 31-Jähriger aus Augsburg mit seinem Auto alkoholisiert im Raum Affing unterwegs war, stand er nun vor Gericht.
Bild: Alexander Kaya (Symbol)

Plus Ein Betrunkener kommt bei Affing von der Fahrbahn ab und demoliert sein Auto. Warum er trotzdem noch Glück hat und was hinter der Fahrt steckt.

Er fuhr einen Leitpfosten, ein Verkehrszeichen und mehrere Sträucher um. Das stoppte einen stark alkoholisierten 31-jährigen Augsburger im Dezember 2019 jedoch nicht. Bei seiner Weiterfahrt im Raum Affing fuhr er noch über eine Wiese und gegen ein weiteres Verkehrszeichen, das dadurch auf die Mittelinsel geschleudert wurde. Wegen vorsätzlicher Trunkenheit im Verkehr und Fahrerflucht stand er kürzlich vor dem Aichacher Amtsgericht. Was damals in ihn gefahren war, wusste er nicht mehr.

Einer Autofahrerin war in der Nacht das Auto aufgefallen, weil es sehr langsam und in Schlangenlinien über beide Fahrbahnen fuhr. Man habe von hinten gesehen, dass das Auto kaputt sei, sagte sie vor dem Amtsgericht aus. Wie sich später herausstellte, hatte das Auto unter anderem einen platten Reifen, die Scheibe einen Sprung und die Fahrerseite war ziemlich demoliert.

2,27 Promille: Autofahrer hält Zeugin für Taxi

Als das Auto auch noch zu rauchen anfing, hätte sie den Fahrer mit Lichthupe und Hupe darauf aufmerksam machen wollen, so die Zeugin. Der hielt daraufhin auch am Straßenrand an. Was dann geschah, beschrieb die Zeugin so: „Der Fahrer hat mir den Autoschlüssel entgegengestreckt und gefragt, ob wir das Taxi sind.“ Ein Alkoholtest ergab später, dass der 31-Jährige, der als Paketzusteller arbeitet, 2,27 Promille hatte. Man habe gemerkt, dass er alkoholisiert war, sagte die Zeugin. „Aber man hat mit ihm reden können.“

Die herbeigerufene Polizei vollzog die Alkoholfahrt des 31-Jährigen nach. Von Augsburg kommend war er gegen 2 Uhr morgens Richtung Affing unterwegs gewesen. Warum, konnte sich der Angeklagte vor Gericht nicht mehr erklären, gab aber alles zu. Vor Beginn der Fahrt hätte er ein paar Stunden lang in einer Bar gesessen und getrunken. In seinem angetrunkenen Zustand war der 31-Jährige dann in einer leichten Rechtskurve von der Straße abgekommen und hatte zunächst einen Leitpfosten überfahren. Dann fuhr er über einen Grünstreifen, fuhr ein Verkehrszeichen und mehrere Sträucher um, ackerte über eine Wiese und fuhr gegen ein Verkehrszeichen. Weiter ging die Fahrt über die Mittelinsel und den Gehweg und den Vorplatz einer Bank, bis er schließlich am Straßenrand anhielt.

Prozess in Aichach: Angeklagter muss an das Rote Kreuz zahlen

Trotz des hohen Promillewertes sah Staatsanwalt Burkard Weiß keine verminderte Schuldfähigkeit. Seine Begründung: „Er wusste, was er tat und hat sich mit der Zeugin noch unterhalten können.“ Das Geständnis des Angeklagten, der ohne Verteidiger vor Gericht stand, war der einzige Punkt, den Weiß zu seinen Gunsten auslegte. Außerdem war der Angeklagte vorbestraft und schon mehrmals zu Geldstrafen verurteilt worden.

Der Staatsanwalt plädierte für eine Freiheitsstrafe in Höhe von sieben Monaten. Allerdings noch zur Bewährung. Als Auflage soll der Angeklagte 2500 Euro zahlen und der Führerschein für weitere 15 Monate gesperrt sein.

In seinem Urteil folgte Amtsrichter Walter Hell dem Staatsanwalt. Die 2500 Euro muss der Angeklagte an das Rote Kreuz zahlen. Hell hatte den Eindruck, dass der 31-Jährige ein Alkoholproblem hat. Sein Rat: „Das müssen Sie in Angriff nehmen, sonst werden Sie noch im Gefängnis landen.“ Der Angeklagte nahm das Urteil an. Er hat trotz allem Glück: Obwohl er seit dem Unfall keinen Führerschein mehr hat, beschäftigt ihn sein Arbeitgeber weiter als Beifahrer.

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