1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. 22-Jähriger sticht auf Stadtplatz mit Messer mehrfach auf Freund ein

Prozess in Aichach

25.03.2019

22-Jähriger sticht auf Stadtplatz mit Messer mehrfach auf Freund ein

Wegen einer Messerattacke musste sich ein 22-Jähriger vor dem Amtsgericht Aichach verantworten.
Bild: Archivfoto: Christian Kirstges

Plus Ein 22-Jähriger ist wütend über eine Behauptung und attackiert einen 27-Jährigen auf dem Aichacher Stadtplatz mit einem Messer. Der ist ihm deshalb offenbar nicht böse.

Den ersten Angriff mit dem etwa 30 Zentimeter langen Fleischermesser konnte ein 27-Jähriger aus dem Raum Aichach abwehren. Etwa 45 Minuten später traf er den 22-jährigen Angreifer auf dem Aichacher Stadtplatz wieder. Dabei kam es zu einer Rangelei, bei der der 22-Jährige aus dem Raum Aichach seinen Kontrahenten am Oberarm verletzte. Gestern musste sich der Angreifer wegen versuchter gefährlicher Körperverletzung, Bedrohung, gefährlicher Körperverletzung und Sachbeschädigung vor dem Aichacher Amtsgericht verantworten. Dabei kam Kurioses zutage.

Als die Polizei im April vergangenen Jahres zu einer Schlägerei zwischen zwei farbigen Männern auf dem Stadtplatz gerufen wurde, flüchteten beide. Sie ließen einen Rucksack zurück. So konnte die Polizei den Angreifer ermitteln.

Er sticht auf dem Stadtplatz in Aichach mehrfach auf den Kontrahenten ein

Nachdem ihn die Polizisten bei seiner Freundin aufgestöbert hatten, erzählte er ihnen folgende Geschichte: Ein Unbekannter habe ihn angegriffen. Er habe sich mit dem Messer verteidigt, um sich zu schützen. Um den Unbekannten zu finden, legte die Polizei dem Angeklagten Lichtbilder vor und ermittelte in Asylbewerberkreisen – ohne Erfolg.

ecsImgBannerNewsletter250x370@2x-1315723864673274678.jpg

Zwei Wochen später kam der 27-Jährige auf die Polizeiwache und gab sich als das Opfer zu erkennen. Seine Geschichte klang anders. Er erzählte, dass ihn der Angeklagte zuerst bedroht habe und plötzlich mit dem Messer auf ihn losgegangen sei. Der 27-Jährige konnte dem ersten Angriff jedoch ausweichen und blieb unverletzt. Später habe der Angeklagte auf dem Stadtplatz mehrfach mit dem Messer auf ihn eingestochen und am Arm verletzt. Etwa eine Woche lang habe er Schmerzen gehabt, sagte der 27-Jährige. Die drei Zentimeter lange Narbe ist noch heute zu sehen. Als Grund für die Auseinandersetzung nannte der 27-Jährige einen Streit auf einer Feier. Dort soll der Angeklagte seine Freundin geschlagen haben. Weil der 27-Jährige das erzählt hatte, sei der 22-Jährige auf ihn losgegangen. Das Kuriose: Beide sind befreundet. Der 27-Jährige gab deshalb im Krankenhaus an, dass eine heruntergefallene Schere die Wunde verursacht habe.

Angeklagter entschuldigt sich für die Messerattacke auf dem Aichacher Stadtplatz

Nach einem Rechtsgespräch zwischen Verteidiger Moritz Bode, Lukas Wolf von der Staatsanwaltschaft und Richterin Anna-Maria Kraus gab der Angeklagte den Angriff zu. Der Vertreter der Staatsanwaltschaft rechnete dem Angeklagten das Geständnis an. Ebenso, dass er Reue zeigte und sich bei dem 27-Jährigen vor der Verhandlung entschuldigt hatte. Strafverschärfend wertete Wolf, dass der Angeklagte beim ersten Angriff gedroht habe, er werde den 27-Jährigen umbringen. Wolf plädierte für eine 16-monatige Bewährungsstrafe und 100 Stunden gemeinnützige Arbeit.

Der Verteidiger wies darauf hin, dass sich sein Mandant vom 27-Jährigen provoziert gefühlt habe. Zudem gehe der 22-Jährige regelmäßig zur Jugend- und Familienberatung. Bode sprach sich für eine zehnmonatige Bewährungsstrafe und 100 Sozialstunden aus.

Besonders schwer wog für Richterin Kraus das Hantieren mit dem großen Messer. „Sie können froh sein, dass der andere nicht schlimmer verletzt wurde“, sagte sie zum Angeklagten. Außerdem wusste er damals schon, dass ein paar Tage später eine Verhandlung vor dem Jugendgericht wegen Körperverletzung anstand. Diesmal stand der 22-Jährige als Erwachsener vor Gericht. Kraus verurteilte ihn zu einer 14-monatigen Bewährungsstrafe. Außerdem muss er 100 gemeinnützige Stunden leisten.

Themen folgen

Die Diskussion ist geschlossen.

Das könnte Sie auch interessieren