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Bauantrag in Rehling

26.06.2009

24.000 Junghennen sind Rat zu viel für ein Wohngebiet

Als recht brisant erwies sich ein Bauantrag im Rehlinger Gemeinderat. Ein Landwirt will im Baumweg, also mitten im Dorf, einen Aufzuchtstall für 24 000 Junghennen bauen. Dieses Ansinnen wurde vom Rat klar abgelehnt. Von Josef Abt

Rehling Als recht brisant erwies sich ein Bauantrag im Rehlinger Gemeinderat. Ein Landwirt will im Baumweg, also mitten im Dorf, einen Aufzuchtstall für 24 000 Junghennen bauen. Dieses Ansinnen wurde vom Rat klar abgelehnt.

Mit dem Bauantrag war der Gemeinderat schon in der vorletzten Sitzung konfrontiert worden. Um offene Fragen zu klären, war der Antrag zurückgestellt worden. Zwischenzeitlich hatte der Bauwerber den Bauantrag zweigeteilt. Dem Gemeinderat lag nun zum einen ein Bauantrag zur Errichtung einer landwirtschaftlichen Mehrzweckhalle vor, zum anderen eine Bauvoranfrage zum Bau eines Aufzuchtstalls für 24 000 Junghennen. Ohne Gegenstimme wurde dem Antrag auf den Neubau der landwirtschaftlichen Mehrzweckhalle zugestimmt.

Zum Thema Aufzuchtstall gab es aber eine klare Abfuhr für den Antragsteller. Das Landratsamt war der Meinung, nach immissionsrechtlicher Prüfung und Sonderbeurteilung sei das Vorhaben genehmigungsfähig, wenn Auflagen eingehalten werden. Die Kreisbehörde betrachtet das Umfeld als Dorfgebiet. Mit einer "immissionsrechtlichen Sonderbeurteilung" müsse zum nächstgelegenen Wohnhaus nur ein Abstand von 60 Metern eingehalten werden. Das sei der Fall. In dem Fall wäre die Genehmigung für 21 000 Junghennen möglich.

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Für Bürgermeister Alfred Rappel steht und fällt das Bauvorhaben damit, wie das angrenzende Baugebiet bewertet wird. Der Bebauungsplan für das westliche Wohngebiet "An der Kapellenstraße" war vor Jahren auf Wunsch des Landratsamtes aufgehoben worden. Dennoch sei das Gebiet als Wohngebiet zu sehen, war sich der Rat einig, "und in einem Wohngebiet kann diesem Bauvorhaben aus immissionsrechtlicher Hinsicht nicht zugestimmt werden." Einstimmig wurde die Bauvoranfrage abgelehnt.

Anwohner haben Unterschriften gegen das Projekt gesammelt

Wie kritisch das Bauvorhaben von den Bürgern beurteilt wird, zeigt eine Unterschriftenliste, die Anwohner der Gemeinde vorgelegt haben. Sie befürchten durch den Junghennenstall zusätzliche Immissionen. Eine weitere Geruchsbelästigung, zusätzlich zu der bestehenden Biogasanlage, wollen sie nicht hinnehmen.

Sehr intensiv diskutiert hat der Rat auch die "immissionsrechtliche Sonderbeurteilung" durch das Landratsamt. Diese sei "nicht gerechtfertigt", da in die Bewertung die Biogasanlage nicht mit einbezogen wurde, heißt es in einem Zusatzbeschluss des Gemeinderats.

Dieser Beschluss fand mit 9:5 Stimmen nicht die volle Mehrheit: Es wurden auch Stimmen laut, dem Landwirt die Chance zum Neuanfang mit einem anderen Erwerbszweig nicht ganz zu verschließen. Nachdem der Landwirt durch ein Großfeuer im vergangenen Jahr seinen gesamten Gebäudebestand verloren hat, sei er zu einer Neuinvestition gezwungen. "Was haben die Landwirte in unserem Dorf eigentlich noch für Möglichkeiten?", lautete eine Wortmeldung.

"Der Bauernstand muss in einem Dorf wie Rehling auch weiterhin gesichert werden", waren sich die fünf Räte einig. Ohne Gegenstimme blieb ein weiterer Bauantrag von Karl Bachmeir, besser gesagt eine Tektur zum Bauantrag eines Fermenters zur Biogasanlage. Hier soll nur noch einer statt bisher zwei Motoren eingesetzt werden. Zudem wird eine Abgasfackel für diese Biogasanlage installiert. Ohne Gegenstimme blieb auch ein Bauantrag aus Sägmühl zur Erweiterung einer Imbissbude, die von 42 auf über 80 Quadratmeter vergrößert wird.

Die Diskussion ist geschlossen.

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