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Gewalt

28.02.2018

29-Jähriger schlägt Lebensgefährtin ins Gesicht

Bild: Ralf Lienert

Eine Frau versucht ihr blaues Auge zu vertuschen und erfindet eine Geschichte. Jetzt muss der Mann dafür bezahlen.

Um ihr blaues Auge zu erklären, hatte sich eine 26-Jährige eine fadenscheinige Geschichte ausgedacht. Sie sei von Männern angegriffen worden, die ihren Hund stehlen wollten, erzählte sie der Polizei. Die Beamten merkten schnell, dass da etwas foul war und erfuhren bald die richtige Geschichte: Die 26-Jährige war von ihrem Lebensgefährten geschlagen worden. Den Strafbefehl wegen vorsätzlicher Körperverletzung akzeptierte der 29-Jährige aus dem südlichen Landkreis, er legte aber Einspruch gegen die Höhe des Tagessatzes ein. Gestern fand die Verhandlung vor dem Amtsgericht Aichach statt.

Dabei tischte der Angeklagte dem Gericht eine kurios klingende Geschichte als Erklärung auf. Er sei im Flur am Boden gekniet und habe gearbeitet. Im Vorbeigehen sei seine Lebensgefährtin mit dem Knie gegen seine Schläfe gestoßen. Und zwar genau an der Stelle, an der er wegen eines Arbeitsunfalls erst genäht worden sei. Der 29-Jährige weiter: „Ich bin mit dem Hinterkopf gegen den Schrank geschlagen und habe Sterne gesehen.“ Seine Freundin habe sich entschuldigt und sich zu ihm hinuntergebeugt, um ihm hochzuhelfen. Beim Aufstehen erwischte er laut seiner Aussage nicht die Hand der 26-Jährigen, sondern gab ihr aus Versehen eine Ohrfeige.

Das sagte auch seine Lebensgefährtin vor Gericht so aus. Laut ärztlichem Attest hatte sie ein blaues Auge und eine Schwellung im Gesicht sowie eine Prellung an der Schulter. Die Verletzung an der Schulter erklärte die 26-Jährige damit, dass der Hund sie aus dem Bett geworfen habe.

Lebensgefährtin erfindet Geschichte

Einer Freundin gegenüber traute sich die junge Frau nicht, den tatsächlichen Grund für die Verletzungen anzugeben. Sie erfand die Geschichte von den Männern, die ihren Hund stehlen wollten. Daraufhin drängte die Freundin die 26-Jährige, bei der Polizei Anzeige zu erstatten. Dort nahm man ihr die Geschichte nicht ab. Den Beamten erzählte die 26-Jährige schließlich, dass ihr Freund sie mit der Faust ins Gesicht geschlagen habe. Vor Gericht sagte sie aus, dass es nur „eine Watschn“ gewesen sei. Normalerweise schlage ihr Lebensgefährte sie nicht, versicherte die Zeugin in der Verhandlung. Der 29-Jährige besucht inzwischen einen Antiaggressionskurs, um das Ganze aufzuarbeiten. Beide leben momentan von Hartz IV.

Deshalb plädierte Matthias Eberle, Vertreter der Staatsanwaltschaft, dafür, den Tagessatz von 40 auf 15 Euro zu senken. Dem schloss sich Richter Walter Hell in seinem Urteil an. Die Geldstrafe des 29-Jährigen reduziert sich damit von 3600 auf 1350 Euro (90 Tagessätze à 15 Euro). Dazu kommen die Kosten des Gerichtsverfahrens. „Die Probleme werden nicht kleiner, wenn man die Freundin schlägt“, sagte Hell. Er riet dem Mann, den Antiaggressionskurs fortzusetzen. (drx)

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