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Aichach

17.07.2019

3000 Euro Strafe für Aichacher Drängler auf der B 300

Vor dem Aichacher Amtsgericht musste sich nun ein 36-Jähriger verantworten, der auf der B300 bei Dasing gedrängelt haben soll.
Bild: Symbolfoto Marcus Führer, dpa

Ein 36-jähriger Aichacher fährt bei Dasing dicht auf den Wagen seines Vordermanns auf und betätigt die Lichthupe. Vor Gericht zieht er seinen Einspruch gegen den Strafbefehl wegen Nötigung zurück.

Wer drängelte oder behinderte hier wen bei Dasing auf der B300 im November 2018? Mit dieser Frage musste sich kürzlich Amtsrichter Walter Hell auseinandersetzen. Ein 36-Jähriger aus Aichach hatte gegen einen Strafbefehl wegen Nötigung Einspruch eingelegt.

Vor dem Amtsgericht Aichach zeigte sich, dass sich die Geschichten der beiden Fahrer ähneln. Mit ein paar entscheidenden Unterschieden.

B 300: Lichthupe betätigt, um dem anderen zu zeigen, dass er überholen will

Viel zu langsam war aus Sicht des 36-Jährigen ein Fahrer abends im Bereich der Krake bei Dasing auf der B300 unterwegs. Und das auch noch auf der linken Fahrspur. Deshalb habe er den Abstand leicht verkürzt und die Lichthupe betätigt, um dem anderen zu zeigen, dass er überholen will, sagte der Aichacher vor Gericht aus. Statt Platz zu machen, blinkte der andere Fahrer links, um zu zeigen, dass er auf dieser Spur bleiben will. Daraufhin fuhr der 36-Jährige auf die rechte Fahrbahn, das Auto vor ihm ebenfalls.

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Der Aichacher wechselte wieder nach links – ebenso sein Vordermann. „Dann versuchte er, mich auszubremsen“, sagte der 36-Jährige im Gerichtssaal. Schließlich habe er ihn rechts überholen können. „Aber es war knapp.“

Im Wesentlichen bestätigte auch der andere Fahrer, ein 38-Jähriger aus dem südlichen Landkreis, diesen Ablauf. Er nannte allerdings einen Grund für sein Verhalten. Er habe zuerst einen Überholvorgang abschließen wollen und deshalb mit dem Blinken signalisiert, dass er auf der Spur bleiben werde, sagte er aus. Der rasante Fahrstil des 36-Jährigen war ihm schon bei der Einfahrt in die Krake aufgefallen. „Am Ende der Krake hing er mir schon am Kofferraum.“

Beide Fahrer zeigten sich gegenseitig an

Laut Aussage des 38-Jährigen war der andere so dicht aufgefahren, dass er nur noch dessen Frontscheibe sah. Nach dem Überholvorgang wollte er sich rechts einordnen. „Im gleichen Moment zieht auch er nach rechts.“ Er sei erschrocken und habe das Auto wieder nach links gezogen, sagte der 38-Jährige aus. „Ich bin fast noch in die Leitplanke.“ Ziemlich sauer fuhr er daraufhin dem Aichacher hinterher, als der ihn schließlich rechts überholt hatte.

Der fühlte sich laut seiner Aussage nun von dem 38-Jährigen bedrängt und fuhr direkt zur Polizei in Aichach, um ihn anzuzeigen. In der Polizeiinspektion trafen beide aufeinander und zeigten sich gegenseitig an.

Richter Hell wies den Angeklagten darauf hin, dass sowohl ein längeres Fahrverbot als auch die Einziehung der Fahrerlaubnis mit anschließender Sperre in Betracht kämen. „Die Wahrscheinlichkeit ist relativ hoch, dass es keinen Freispruch gibt“, sagte Hell.

Nach kurzer Beratung mit seiner Verteidigerin Carina Grübl zog der 36-Jährige seinen Einspruch wieder zurück. Damit bleibt es bei einer Geldstrafe wegen Nötigung in Höhe von 50 Tagessätzen zu je 60 Euro (3000 Euro) und einem dreimonatigen Fahrverbot.

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