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Neujahrsschießen

02.01.2019

38 Geschütze lassen in Sielenbach die Erde beben

Mit lautstarkem Donnerhall wurde in Sielenbach das neue Jahr begrüßt. 38 Geschütze von Vereinen aus der ganzen Region standen dabei aufgereiht hinter dem Dorfplatz.
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Mit lautstarkem Donnerhall wurde in Sielenbach das neue Jahr begrüßt. 38 Geschütze von Vereinen aus der ganzen Region standen dabei aufgereiht hinter dem Dorfplatz.
Bild: Alice Lauria

Über 200 Besucher kommen zum Neujahrsschießen in Sielenbach. Am Ende folgt ein krönender, lautstarker Abschluss. Ein Verein hat die weiteste Anreise.

Der Wind ist eisig kalt. Trotzdem kommen am Dienstag über 200 Zuschauer zum 16. Neujahrsschießen im Ecknachtal hinter dem Sielenbacher Dorfplatz. An diesem ersten Tag des neuen Jahres treffen sich bei Nieselregen und dunklen Wolken 38 Kanoniere und Standböllerschützen aus 22 Vereinen. Die weiteste Anreise haben die Fuschbachtaler Böllerschützen aus Vachendorf im Chiemgau.

Ein besonderes Schmankerl präsentieren Simon Wackerl und Michael Wald mit seiner Ehefrau vom Krieger- und Soldatenverein Todtenweis. Sie haben vier Stangenbüchsen dabei. Die ersten Handfeuerwaffen überhaupt – auch Handrohre genannt – gelten als Vorreiter der späteren Gewehre. Zwar kommen sie mit ihrem Knall nicht an die lauteren unter den Kanonen heran. Dennoch steckt deutlich mehr „Bumms“ in ihnen, als man meinen möchte.

Kanone des Krieger- und Soldatenvereins Sielenbach bleibt konkurrenzlos

Was den „Bumms“ angeht, kann auch heuer keiner die selbst gebaute Kanone des Krieger- und Soldatenvereins Sielenbach übertreffen. Das dritte der vier heimischen Geschütze lässt wahrlich die Erde beben und die Knie erzittern. Die zahlreichen Kinder unter den Zuschauern halten sich an die Anweisungen von Schießleiter Franz Moser. Er rät, mit der flachen Hand die Ohren zu bedecken und den Mund zum Druckausgleich leicht zu öffnen. Viele tragen auch Kopfhörer und Ohrenstöpsel zum Schutz.

Bürgermeister Martin Echter erinnert bei seiner Begrüßung daran, dass die heimischen Vereine wie der Krieger- und Soldatenverein (KSV) Sielenbach „unseren Vorgängern und Vätern“ verpflichtet seien. Der Ablauf der insgesamt sechs Schießübungen läuft streng nach Vorschrift und nach exakter Anleitung des Schießleiters ab. Nach der Aufforderung zum „Laden“ folgt das „Zünder setzen“, die Kontrolle „Sicherheit anzeigen“ müssen alle Schützen und Kanoniere mit Handzeichen bestätigen. Daraufhin senkt sich die Fahne und der Befehl lautet „Feuer“.

Am Ende folgt ein ohrenbetäubender Knall

Nachdem alle 38 anwesenden Geschütze der Reihe nach mit einem Schuss vorgestellt werden, folgt in der gleichen Reihenfolge ein langsames Reihenfeuer im Abstand von drei Sekunden. Danach schießen die 38 Kanonen und Standböller nochmals im schnellen Reihenfeuer kurz nacheinander. Nach einer kurzen Pause bei Kanonenwurst und Glühwein mit musikalischer Begleitung der Sielenbacher Blaskapelle folgen zwei weitere Reihenfeuer – einmal gegen und einmal im Uhrzeigersinn. Hierbei folgt auf den ersten Standplatz der Letzte, auf den Zweiten der Vorletzte und so weiter. Als krönender Abschluss werden alle 38 Geschütze gleichzeitig zu einem Salutschuss mit ohrenbetäubendem Lärm abgefeuert.

Franz Moser bittet vor diesem letzten Schuss um einen Moment der Stille, da der Salut zum Gedenken an den im vergangenen Jahr verstorbenen Kameraden Michael Redl vom KSV Tandern/Randelsried abgegeben wird.

Im Publikum sind in diesem Jahr unter anderem der Vorsitzende der Bayerischen Kameraden- und Soldatenvereinigung (BKV), Kreisverband Wittelsbacher Land, Ulrich Kosub sowie sein Stellvertreter Hans Härtl. Auch Aichach-Friedbergs Landrat Klaus Metzger mischt sich diesmal unter die Zuschauer.

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