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Aindling/Todtenweis

10.06.2019

56-Jährige stirbt nach Badeunfall bei Todtenweis

Vor zwei Jahren wurde die neue Badeinsel im Eisweiher installiert. Auf ihr versuchten Helfer am Sonntag, die 56-Jährige zu reanimieren.
Bild: Anton Treffer

Eine Schwimmerin bekommt im Eisweiher gesundheitliche Probleme. Zeugen und Wasserwacht sind sofort zur Stelle. Rettungshubschrauber fliegt die Frau ins Uniklinikum.

Ein schwerer Badeunfall ist am Pfingstsonntag im Eisweiher im Gemeindegebiet Todtenweis passiert. Eine 56-jährige Frau bekam am Nachmittag im Wasser gesundheitliche Probleme. Obwohl sofort Helfer zur Stelle waren, sie auf die Badeinsel zogen und dort reanimierten, starb die Frau nach Informationen unserer Zeitung später in der Uniklinik Augsburg.

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Anton Treffer von der Aindlinger Wasserwacht war selbst bei dem Einsatz dabei. Ihm zufolge war die Frau am Sonntagnachmittag gegen 15 Uhr zusammen mit einem Begleiter schwimmen gegangen. Die beiden seien durch den See und wieder zurück geschwommen. Auf dem Rückweg habe die Frau gesundheitliche Probleme bekommen. Die beiden hätten gerade noch die Badeinsel im See erreicht, als die Frau das Bewusstsein verloren habe.

Frau wird rund eine Stunde lang reanimiert

Zwei Badegäste, die sich zu dieser Zeit in der Nähe im Wasser aufhielten, bekamen das Drama mit und halfen dem Begleiter der Frau, sie auf die Badeinsel zu ziehen. Dort begannen sie mit der Herzdruckmassage. Die Wasserwacht, die am Sonntagnachmittag Wachdienst am See hatte, war Treffer zufolge ebenfalls schnell vor Ort und leistete Erste Hilfe. Zu den sieben Helfern der Aindlinger Wasserwacht kamen weitere Kräfte der Wasserwacht aus Derching (Friedberg) sowie der Rettungsdienst und ein Rettungshubschrauber dazu.

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Rund eine Stunde lang sei die Frau am See reanimiert worden, so Treffer. Der Hubschrauber flog sie schließlich ins Uniklinikum Augsburg. Informationen unserer Zeitung zufolge ist die Frau, die aus dem westlichen Landkreis Aichach-Friedberg stammt, dort inzwischen gestorben. Die Polizei wollte das auf Nachfrage am Pfingstmontag weder bestätigen noch dementieren.

Vor 17 Jahren ertrank ein Augsburger im See

Der letzte tödliche Badeunfall an den Sander Seen ist 17 Jahre her. Damals kam an einem Sonntagnachmittag im Mai ein 47-jähriger Augsburger ums Leben. Er ging schwimmen, obwohl das Wasser nur 15 Grad kalt war, und kehrte nicht mehr zurück. Nach einer großen Suchaktion barg ein Taucher der Wasserwacht Aindling den leblosen Körper des Vermissten. Der Notarzt versuchte noch, den 47-Jährigen zu reanimieren. Letztlich konnte aber nur noch dessen Tod festgestellt werden. Der Mann gehörte zu einer Gruppe von sieben Personen, die ab dem Vormittag am Westufer des Sees campiert und gegrillt hatte. Nach damaligen Angaben der Polizei war dabei auch Alkohol im Spiel.

Nach dem Einsatz vom Sonntag setzten sich die Helfer der Wasserwacht zu einem Gespräch zusammen. Treffer zufolge versuchten vor allem die Älteren, den Jüngeren beizustehen, die einen derart dramatischen Einsatz bis dahin noch nicht erlebt hatten. „Ich selber kann das Gott sei Dank gut wegstecken“, sagt Treffer. Die jüngeren Mitglieder der Wasserwacht, die im Einsatz waren, bekämen viel Rückhalt von ihren Eltern, die ebenfalls bei der Wasserwacht seien.

Auch die Helfer brauchen manchmal Hilfe

Treffer weiß: „Unterm Einsatz denkt man gar nicht darüber nach.“ Da zähle nur, dass alles funktioniere. Im Lauf der nächsten Tage werde es noch einmal eine Nachbesprechung geben. Dabei gehe es zum einen darum, was wie gut gelaufen sei, aber auch darum, wie es den Helfern gehe. In Fällen wie am Sonntag hätte die Wasserwacht die Möglichkeit, den Kriseninterventionsdienst hinzuzurufen – nicht nur am Einsatztag, sondern auch in den Tagen danach. Zumindest am Sonntag machte die Wasserwacht davon jedoch nicht Gebrauch.

Der Badeunfall vom Sonntag reiht sich ein in eine Serie von Badeunfällen in der Region. Sie begann am Sonntag vor einer Woche mit Beginn der sommerlichen Temperaturen. So ertrank ein 20-Jähriger im Hamlarer See im Landkreis Donau-Ries, nahe Ingolstadt trieb ein 78-Jähriger leblos in einem See. Ein 16-Jähriger wurde abgetrieben, als er in Augsburg im Lech schwimmen ging; er gilt seither als vermisst. Die Suche nach ihm wurde erfolglos eingestellt.

In unserem Podcast "Augsburg, meine Stadt" erzählt ein Retter der Wasserwacht von seinem harten Job - und wie ihm sein Hund dabei hilft, Leben zu retten. Mehr Infos finden Sie hier.

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