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Aichach-Friedberg

29.07.2020

5G-Ausbau: Pöttmes und Inchenhofen haben nun das Turbo-Handynetz

In Aichach-Friedberg gibt es nun die ersten ultraschnellen Mobilfunkstandorte. Wer jetzt schon über 5-G verfügt und wie der weitere Ausbau laufen wird.
Bild: Christoph Dernbach, dpa (Symbolbild)

Plus In Aichach-Friedberg gibt es die ersten 5G-Mobilfunkstandorte. Wer jetzt schon über das Turbo-Handynetz verfügt und wie der weitere Ausbau abläuft.

Mit dem Handy jemanden anrufen. Selbst das ging bis vergangenes Jahr im Aichacher Stadtteil Griesbeckerzell nicht. Zumindest bei gewissen Anbietern ist nun ein Anruf möglich. Die Datenübertragung ist aber nach wie vor nicht schnellste. In anderen Kommunen im Kreis Aichach-Friedberg geht es seit Kurzem deutlich schneller mit der neuesten Technologie – dem sogenannten 5G-Netz.

In diesem können Daten 100-mal schneller übertragen werden als im bisherigen LTE-Netz. Die Telekom hat mehrere Funkmasten im Wittelsbacher Land aufgerüstet – mit dabei sind Pöttmes und Inchenhofen, wie das Unternehmen auf Nachfrage bestätigte. 5G bezeichnet die fünfte Mobilfunkgeneration. Sie entwickelt die bisherigen Standards 2G (GSM), 3G (UMTS) und 4G (LTE) weiter. Der 5G-Standard ermöglicht eine Datenübertragung nahezu in Echtzeit, und es sind Übertragungsraten von bis zu 20 Gigabit pro Sekunde möglich – genügend Bandbreite, um immer mehr vernetzte Geräte gleichzeitig zu versorgen. Das teilte das Unternehmen mit. Wo bislang nur Übertragungsraten auf Basis von UMTS möglich waren, werden jetzt LTE sowie 5G ausgestrahlt.

Mobilfunkausbau: So geht es im Kreis Aichach-Friedberg voran

Für die Aufrüstung sei keine bauliche Veränderung an den Masten notwendig, erklärte ein Unternehmenssprecher. Im Technikraum der Anlage musste lediglich ein sogenanntes Base-Band eingebaut werden, das sinngemäß dem Einbau einer zusätzlichen Festplatte im PC entspricht. Die Mobilfunkstation erkennt nun, ob sich ein LTE- oder 5G-Handy in der Funkzelle aufhält, und versorgt es je nach Bedarf. Auch ältere Handys werden weiterhin bedient. Derzeit kann 5G nur von ganz neuen Geräten verarbeitet werden.

Um einen 5-G-Standort freizugeben, muss die Telekom bei der Bundesnetzagentur eine Genehmigung einholen. Die Kommunen werden darüber informiert, haben nach Aussage des Telekom-Sprechers aber kein Vetorecht, weil es sich um bestehende Standorte handelt. Dass Pöttmes mit dabei ist, darüber zeigte sich Daniel Maile, IT-Experte des Marktes Pöttmes, überrascht: „Wir wussten von nichts, aber es ist natürlich gut, dass wir dabei sind, auch wenn ich nicht glaube, dass alle Ortsteile schon mit dabei sind.“ Ähnlich ging es auch Inchenhofens Bürgermeister Anton Schoder: „Wir haben ein Informationsschreiben bekommen, mehr aber auch nicht. Auf jeden Fall freuen wir uns, dass wir hier eine schnelle Übertragung haben.“

5G: Stadt Aichach hofft auf baldigen Ausbau

Noch nicht beim 5-G-Ausbau dabei ist die Stadt Aichach. IT-Experte Gerhard Wintermayr hofft, dass der Ausbau möglichst bald weitergehe. „Es ist ein erster Schritt der Telekom. Wir bekommen jetzt keine Panik, dass wir noch nicht dabei sind. Wir waren damals beim DSL- Pilotprojekt, und jetzt sind es eben andere“, so Wintermayr, der hinzufügt: „Über 5G verfügt ohnehin noch nicht jeder, da es eine sehr neue Technologie ist. Wichtig ist zunächst, dass wir keine weißen Flecken mehr im Kreis haben. Dort, wo man gar keinen Empfang hat, da nützt dann auch das beste Handy nichts.“

Neben Pöttmes und Inchenhofen dürfen sich auch die Kissinger, Meringer und Friedberger über die schnelle Übertragung freuen. Warum genau diese Kommunen ausgewählt wurden? Markus Jodl, Pressesprecher bei der Telekom, erklärt: „Das hängt von vielen Faktoren ab. Wir haben nicht so viel Einfluss, weil wir Firmen für die Umrüstung beauftragen. Die orientieren sich an logistischen Faktoren. Voraussetzung ist in jedem Fall, dass bereits die Masten zur Verfügung stehen.“ Bis Ende des Jahres sollen laut Telekom deutschlandweit 75 Prozent der Bevölkerung von der neuen Technik profitieren, bis 2025 dann fast alle, also auch der Landkreis Aichach-Friedberg. (mit clst)

Lesen Sie dazu auch den Kommentar: 5G – es wird höchste Zeit

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