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Prozess in Aichach

13.11.2019

69-Jähriger zeigt Mädchen Porno-Bilder

Ein 69-Jähriger musste sich am Aichacher Amtsgericht wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern verantworten.
Bild: Archivfoto: Katja Röderer

Plus Ein 69-Jähriger bestreitet den Vorwurf, der Tochter seiner Freundin pornografische Bilder gezeigt zu haben. Er bezichtigt Elfjährige der Lüge.

Zeichnungen von nackten Menschen und pornografische Posen zeigte ein 69-Jähriger aus dem Raum Aichach im Frühjahr einem elfjährigen Mädchen. Er selbst bestreitet das. Die Tochter seiner damaligen Freundin lüge, sagte er jüngst vor dem Jugendschutzgericht am Aichacher Amtsgericht. Der 69-Jährige hatte gegen einen Strafbefehl über 6300 Euro (90 Tagessätze zu je 70 Euro) wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern Einspruch eingelegt.

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Das Mädchen vertraut sich seiner Cousine an

Die heute Zwölfjährige hatte sich zunächst ihrer Cousine anvertraut und erzählt, dass sie seit drei Tagen nicht mehr schlafen könne. Auf Nachfrage erzählte sie von den Besuchen des 69-Jährigen. Er habe ihr in ihrem Zimmer in einem Buch Zeichnungen von nackten Menschen, auch beim Liebesakt, gezeigt, Das erzählte das Mädchen später der Polizei. Die Cousine schockte besonders, dass der Angeklagte das Mädchen dabei auch am Bauch und der Hand gestreichelt hatte.

Der 69-Jährige spricht von Sexualaufklärung

Der Angeklagte zeigte sich betroffen über den Vorwurf. Er sei als Kind misshandelt worden und würde deshalb „niemals etwas tun, was andere nicht wollen“, betonte er. Der 69-Jährige gab an, dass er Passagen aus dem angesprochene Buch übersetzt hatte und das Buch aufgeschlagen auf dem Tisch in seinem Zimmer lag. Das sei jedoch für seine damalige Freundin gedacht gewesen, der Mutter der Elfjährigen. Vor Gericht räumte er ein, dem Mädchen aus dem Buch Zeichnungen von weiblichen und männlichen Geschlechtsorganen gezeigt zu haben. Zur Sexualaufklärung, wie er sagte. Er bestritt jedoch, vor ihr zu den pornografischen Darstellungen geblättert zu haben. Dafür sei sie doch zu jung, sagte er vor Gericht.

69-Jähriger zeigt Mädchen Porno-Bilder

Beim Präsentieren der Bilder fühlt sich das Mädchen unwohl

Das Mädchen beschrieb ihr damaliges Verhältnis zum Angeklagten als „eigentlich gut“. Sie sagte: „Ich habe ihn als Freund empfunden.“ Er sei öfter in ihr Zimmer gekommen und habe mit ihr gesprochen. Dass sie sich die Bilder habe ansehen sollen, habe sie nicht verstanden. Sie habe sich dabei unwohl gefühlt, so die Zwölfjährige, die bestätigte, dass es Zeichnungen aus dem Buch waren, das die Polizei bei dem Angeklagten gefunden hatte.

Der Richter traut einer Elfjährigen eine solche Lüge nicht zu

Staatsanwalt Lukas Peltsarszky hielt dem Angeklagten zugute, dass er nicht vorbestraft ist. Ebenso, dass es sich bei den Abbildungen um Zeichnungen – eher Strichmännchen – und keine Fotos handelte. Das Leugnen des Angeklagten sprach aus Sicht des Staatsanwalts gegen ihn ebenso wie die Tatsache, dass das Mädchen von den Zeichnungen schwer betroffen gewesen sei. Peltsarszky plädierte wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern für eine sechsmonatige Bewährungsstrafe und eine Geldstrafe. Richter Walter Hell schloss sich dem an. Er verurteilte den Angeklagten zu sechs Monaten auf Bewährung. Außerdem muss er 2000 Euro an das Fritz-Felsenstein-Haus in Königsbrunn zahlen. Sowohl bei der Polizei als auch vor Gericht habe das Mädchen die gleiche Aussage gemacht, begründete Hell. Eine Lüge so durchzuziehen traue er keiner Elfjährigen zu, so der Richter. Zum Angeklagten sagte er: „Sie hätten ihr diese Aussage ersparen können.“ Weil er das nicht getan hatte, kam für Hell eine Geldstrafe nicht mehr in Betracht.

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