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Aindling-Neßlach

14.05.2020

75 Jahre Kriegsende: Auf der Suche nach Neßlach

Die alte, aber der Zeit angepasste erneuerte Bausubstanz sorgt in Neßlach immer noch für eine ländlich geprägte Idylle. Dominant ist der Bauernhof der Besteles (rechts).
Bild: Rupert Reitberger

Plus Amerikanische Soldaten fanden nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs den kleinen Aindlinger Weiler Neßlach nicht. Für den Ort war die versteckte Lage großes Glück.

Sie geben dem Wittelsbacher Land einen besonderen Reiz: Die kleinen Orte oder Weiler, die ihren Charme in die Zeit nach der NS-Diktatur und dem Zweiten Weltkrieg hinübergerettet haben. Einen dieser Weiler haben die damaligen Befreier der amerikanischen Armee jedoch nicht gefunden. In diesen Tagen jähren sich das Ende des Zweiten Weltkriegs und die Kapitulation am 8. beziehungsweise 9. Mai 1945 zum 75. Mal.

Aus drei Anwesen beziehungsweise Höfen besteht der Weiler Neßlach, der damals zur noch selbstständigen Gemeinde Hausen zählte, seit der Gebietsreform jedoch zum Markt Aindling gehört. Dicht umsäumt von Wäldern, war Neßlach nur durch einen unscheinbaren Feldweg, mit Bäumen fast zugewachsen, erreichbar. Damals, ohne Navigationssystem, fanden die amerikanischen GIs Neßlach schlichtweg nicht.

Erst Ende der 60er Jahre wurde die Verbindung ausgebaut

Der Weiler überstand Krieg und Nachkriegszeit unbeschadet. 1968 begannen die damals selbstständigen Gemeinden Igenhausen und Hausen, den Gemeindeverbindungsweg neuzeitlichen Verhältnissen anzupassen. Igenhausens damaliger Bürgermeister, Rupert Reitberger, erinnert sich: Der Verbindungsweg habe vor allem in den Hohlwegbereichen einen Gegenverkehr nicht zugelassen. Der alte Trassenverlauf ist heute noch sichtbar.

Der frühere Hohlweg zwischen Hirschbach und Neßlach lässt den damaligen Verkehrsverlauf noch erahnen. Gegenverkehr war nicht möglich.
Bild: Rupert Reitberger

Für die neue Straßentrassierung war Grunderwerb nötig. Hausens damaliger Bürgermeister, Michael Heinrich, bat seinen Igenhausener Kollegen, die Verhandlungen auch für die Gemeinde Hausen zu führen. Reitberger verhandelte erfolgreich auf fremdem Terrain. Seitdem besteht die Verbindung von der Kreisstraße AIC4 von Igenhausen über Hirschbach und Neßlach zur Einmündung in die Staatsstraße bei Weichenberg im jetzigen Zustand.

Alte Bausubstanz ist in Neßlach noch vorhanden

Alte Bausubstanzen liegen den Wohnhäusern und Hofstellen in Neßlach zugrunde, jedoch den Erfordernissen und dem Komfort der neuen Zeit angepasst. Dominierend ist der Hof des „Baur von Neßling“, wie er landläufig genannt wird, also der Familie Thomas und Sieglinde Bestele, ehemals Karl und Leni Betzmeier. Umgeben von vielen Wiesen stechen die Haus-, Hof- und Bauerngärten ins Auge. Ein vor einigen Jahren erneuertes Hofkreuz mit altem Baumbestand der Besteles und der fast nahtlose Übergang zur benachbarten Baumschule rundet diese Idylle ab.

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