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Todtenweis

20.01.2020

79 Stimmen für Konrad Carl als Bürgermeisterkandidat

Der Kampf um den Chefsessel im Todtenweiser Rathaus ist spannender geworden.
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Der Kampf um den Chefsessel im Todtenweiser Rathaus ist spannender geworden.

Plus Zehn weitere Kandidaten stehen für Gemeinderat Todtenweis auf gemeinsamer Liste von CSU, Freien Wählern und Bürgerwillen 2002.

Konrad Carl staunte nicht schlecht: „Ich bin echt überwältigt, wie viele Leute da herinnen sind.“ Nicht weniger als 125 Besucher füllten am Freitagabend den Golling-Saal, als die CSU Todtenweis, die Freien Wähler Todtenweis und der Bürgerwille 2002 Todtenweis ihre Kandidaten für die Kommunalwahlen am 15. März nominierten.

Erwartungsgemäß wurde Carl wieder zum Bewerber für das Amt des Bürgermeisters gekürt. 79 Ja-Stimmen gab es für ihn, eine Nein-Stimme und zwei Enthaltungen. Der amtierende Gemeindechef taucht zudem auf Platz eins der Kandidaten für den Gemeinderat auf.

Zwei neue Gesichter im Kreis der Kandidaten

Dort stehen zehn weitere Namen, deren Zustimmung vorab bereits vorgelegen hatte. In der Versammlung wurde außerdem Franz Riß vorgeschlagen, der aber eine Kandidatur ablehnte.

Lediglich zwei neue Gesichter tauchen im Kreis der Kandidaten auf: Andreas Berger, der technische Leiter der Lechraingruppe (Wasserversorgung), und Jakob Mägele, der in der Justizvollzugsanstalt in Kaisheim als Anstaltslehrer tätig ist.

Max Haberl, der früher 18 Jahre lang dem Gemeinderat angehörte, leitete die Wahlen. Am Ende seiner Ausführung konnte er sich eine politische Anmerkung nicht verkneifen. Ihm erscheint es unverständlich, warum in dieser Kommune die AfD bei Wahlen so viele Stimmen auf sich vereinigen kann.

Unter den Zuhörern ist Herausforderer Bernhard Riß

Für wenige Sekunden zeigte sich Konrad Carl mit beiden Armen, die nach oben gingen, in Siegerpose, als das klare Votum für ihn als Bürgermeisterkandidat bekannt gegeben worden war.

Im Saal war als Zuhörer auch Bernhard Riß, der vor einigen Wochen an gleicher Stelle als sein Herausforderer für dieses Amt nominiert worden war, als die Liste mit dem Namen „Zukunft für Todtenweis“ festgelegt wurde.

Wie die anderen Bewerber um einen Sitz im neuen Gemeinderat am westlichen Rand des Landkreises Aichach-Friedberg stellte sich auch Konrad Carl vor: 58 Jahre alt, verheiratet, drei Kinder, seit 1996 im Gemeinderat, seit sieben Jahren nach dem plötzlichen Tod von Thomas Riß Bürgermeister, zuvor seit 2008 die Nummer zwei, außerdem stellvertretender Vorsitzender des CSU-Ortsverbands und Vorsitzender des Fischereivereins Todtenweis.

Sie wollen am 1. Mai in den Gemeinderat von Todtenweis einziehen: stehend, von links Peter Wolf, Richard Eberle, Peter Haberl, Jakob Mägele, Thomas Eberle, Siegfried Wittmann, Andreas Berger und Michael Hofberger sowie vorne Petra Wackerl, Konrad Carl und Monika Schieferle.
Foto: Johann Eibl

Neues Bauland wird Thema sein

Dann widmete sich Carl ausführlich den Themen in der Kommunalpolitik. Neues Bauland müsse ausgewiesen werden, um der nachwachsenden Bevölkerung eine Perspektive zu Hause zu ermöglichen; außerdem wollen nach wie vor auswärtige Bürger zuziehen.

„Mit der Wasserversorgung stehen wir sehr gut da“, betonte der Bürgermeister und verwies auf den neuen Brunnen. Dann kam er auf die Entsorgung von Abwasser zu sprechen und die Überlastung der Kläranlage, ohne den Namen des betreffenden Unternehmens zu nennen: „Wir sind einen sehr großen Schritt weiter. Die Firma hat schon gehandelt.“

Das Kinderhaus muss erweitert werden

Dass Altbürgermeister Josef Kodmeir, der ebenfalls erschienen war, vor 15 Jahren die Generalsanierung und den Ausbau der Grundschule vorantrieb, stellte Carl ebenfalls als wichtigen Punkt heraus. Das Kinderhaus muss erweitert werden, damit ausreichend Platz für die Betreuung der kleinen Buben und Mädchen vorhanden ist. Es steht eine Erweiterung in Form einer Turnhalle zur Debatte.

Beim Marktplatz der Generationen stellte der Bürgermeister besonders das Engagement von Petra Wackerl heraus. Auf den öffentlichen Gebäuden wolle man Photovoltaikanlagen errichten.

Grundstücke bringen Geld in die Kasse

Dann widmete sich Konrad Carl der finanziellen Situation dieser Gemeinde, die sich nicht nur aufgrund der archäologischen Funde bei der Erweiterung des Gewerbegebiets (wir berichteten) verschlechtert hat: „Wir werden in diesem Jahr alle Grundstücke verkaufen. Das wird sich alles wieder normalisieren.“ Durch den Verkauf kämen rund 1,5 Millionen Euro in die Gemeindekasse.

Das Interesse an Flächen sei so groß, dass man die Areale zweimal verkaufen könnte. An Gewerbesteuer musste die Kommune 700000 Euro zurückzahlen. Daraus folgerte der Bürgermeister: „Dass da der Haushalt auseinanderbricht, ist selbstverständlich.“


Die Gemeinderatskandidaten:

  • 1., 2. und 3. Listenplatz Konrad Carl, 58 Jahre, Sand, Bürgermeister.
  • 4., 5. und 6. Petra Wackerl, 59, Todtenweis, Speditionskauffrau, 110 Stimmen.
  • 7. und 8. Peter Haberl, 54, Todtenweis, Landwirt, 103.
  • 9. und 10. Michael Hofberger, 49, Todtenweis, Technische-Lieferanten-Manager, 85.
  • 11. und 12. Richard Eberle, 54, Sand, Objektleiter, 77.
  • 13. und 14. Monika Schieferle, 47, Todtenweis, Leitung Fachambulanzen einer Klinik für Kinder und Jugendliche, 64.
  • 15. und 16. Andreas Berger, 51 Jahre, Todtenweis, Umweltschutztechniker, 63.
  • 17. und 18. Thomas Eberle, 52, Sand, Wassermeister, 58.
  • 19. und 20. Peter Wolf, 38, Todtenweis, Fertigungsplaner, 57.
  • 21. und 22. Siegfried Wittmann, 55, Todtenweis, Projektleiter Schlüsselfertigbau, 43.
  • 23. und 24. Jakob Mägele, 39, Todtenweis, Anstaltslehrer, 42.


Konrad Carl wurde in einer eigenen Abstimmung auf die Plätze 1, 2 und 3 der Liste gesetzt. (jeb)

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