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Projekt

30.01.2019

AWO-Heim Aichach entsteht an alter Stelle neu

Das AWO-Heim an der Oskar-von-Miller-Straße in Aichach wird abgerissen und neu gebaut. Pläne, das Heim auf dem Neusa-Gelände neu zu errichten, haben sich zerschlagen.
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Das AWO-Heim an der Oskar-von-Miller-Straße in Aichach wird abgerissen und neu gebaut. Pläne, das Heim auf dem Neusa-Gelände neu zu errichten, haben sich zerschlagen.
Bild: Erich Echter

Arbeiterwohlfahrt wollte auf dem Neusa-Gelände ein neues Heim mit Betreutem Wohnen und Kindergarten schaffen. Aus diesem Plan wird nichts

Dass die Arbeiterwohlfahrt (AWO) in Aichach ein neues Seniorenheim bauen will, stand schon länger fest. Die Frage war allerdings, wo. Anstelle des rund 40 Jahre alten Maria-Simon-Heims an der Oskar-von-Miller-Straße oder auf dem von der AWO favorisierten Neusa-Gelände? Dort wollte sie ein Heim mit Betreutem Wohnen und Kindertagesstätte kombinieren.

Um alle drei Bestandteile unterzubringen, hätte sie zwei Grundstücke gebraucht. Das eine hätte die Stadt der AWO gerne gegeben, sagte Aichachs Bürgermeister Klaus Habermann am Dienstag auf Nachfrage. Doch das Nachbarareal, auf dem sich das Juze befindet, habe die Stadt aus haushaltsrechtlichen Gründen nicht für das Betreute Wohnen zusagen können. Man habe das mehrfach geprüft, so Habermann. Nach dem entsprechenden Beschluss in der nichtöffentlichen Sitzung des Aichacher Stadtrats zieht die AWO die Konsequenzen.

Das zweite Grundstück war der Knackpunkt

Heinz Münzenrieder, Vorsitzender des Präsidiums der schwäbischen AWO, erklärte den Bau des Seniorenheims auf dem Neusa-Gelände am Dienstag für gestorben. Die AWO habe das zweite Grundstück nicht sofort haben wollen. Dann, wenn es frei geworden wäre, hätte die AWO dort eine Einrichtung für Betreutes Wohnen bauen wollen. Münzenrieder sagt: „Das wäre eine schöne Sache gewesen.“ Die fehlende Zusage für dieses zweite Grundstück sei letztlich „der Knackpunkt gewesen“.

25 Heime hat die AWO in Schwaben. Münzenrieder zufolge ist sie dabei, an möglichst vielen Standorten Nachbargrundstücke zu kaufen. „Wir bauen nur noch Heime mit Betreutem Wohnen.“ Ins Heim gehe niemand gerne. Wenn es aber ein Betreutes Wohnen in der Nachbarschaft gebe, sei der Kontakt zum Heim da und der Wechsel falle leichter. Nun hake der Verband das Projekt in Aichach ab. Münzenrieder betont: „Wir sind jetzt nicht beleidigt, sondern schauen nach vorne.“ Die AWO will nun doch das Maria-Simon-Heim abreißen und auf dem 7000-Quadratmeter-Grundstück, das ihr gehört, neu bauen. Diese Pläne hatte sie im vergangenen Jahr verworfen. Zu aufwendig, zu teuer und eine zu große Belastung für Heimbewohner und Personal – so damals die Argumente. Jetzt kommt es doch anders.

Jetzt müssen die Architekten ran

Münzenrieder sagt: „Das ist nicht ganz unproblematisch. Aber wir bringen das schon hin.“ In Bobingen (Landkreis Augsburg) und Memmingen seien ähnliche Projekte im Bau. Es gebe also Erfahrung damit. Das Maria-Simon-Heim werde abgerissen. Erst sei die eine Hälfte an der Reihe. Ihre Bewohner würden in die andere Hälfte verlegt und müssten dort zum Teil mit Zwei-Bett-Zimmern Vorlieb nehmen. Dann folge die andere Hälfte. Damit der Platz nicht knapp wird, müsse das Heim bei den Neuaufnahmen bremsen, kündigt Münzenrieder an. „Eigentlich ab jetzt schon.“

Nun müssten die Architekten ran. „So schnell wie möglich“ soll es vorwärts gehen. „Bis 2021/2022 müssen wir es haben.“ In zwei Jahren läuft die Betriebserlaubnis des Heimes aus – wobei Münzenrieder darin angesichts des geplanten Neubaus kein großes Problem sieht.

Er betont: „Wir versprechen den Aichachern, dass wir ein modernes Haus bauen.“ Dort würde „eine ganz andere Atmosphäre“ herrschen, die Lebensqualität der Bewohner steige. Das Maria-Simon-Heim hat etwa 120 Plätze, im neuen Haus sollen es circa 90 sein. Betreutes Wohnen und einige Wohnungen für Studenten oder Auszubildende soll es trotzdem geben; nicht so den Kindergarten. Zwölf bis 15 Millionen Euro werde die AWO investieren. Was die Gebühren im neuen Heim angehe, hätten die Bewohner „keine gravierenden Änderungen“ zu befürchten. Sein Verband sei schließlich gemeinnützig orientiert.

Das sagt der Aichacher Bürgermeister

Der Bürgermeister bedauert, dass die AWO ihre Pläne auf dem Neusa-Gelände aufgibt. Er habe sich das Projekt dort gut vorstellen können, so Habermann. Das eine Grundstück hätte die Stadt dem Verband gerne gegeben, den zweiten Teil der Forderung habe sie zum jetzigen Zeitpunkt nicht erfüllen können. Er könne das Juze nicht ohne Alternativstandort zur Disposition stellen. Die Stadt habe derzeit so viele große Projekte, dass sie nicht noch ein neues Juze bauen könne. Einen Neubau der AWO am alten Standort halte er für genauso gut, so Habermann. Die Stadt will die Kita-Pläne auf dem Neusa-Gelände nun selbst weiterverfolgen. (mit bac)

Lesen Sie dazu auch den Artikel „AWO will in Aichach neue Wege gehen“ und den Kommentar "Aichacher AWO-Projekt hatte Charme"

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