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Aichach

19.07.2020

Abi 2020: Schüler erreichen trotz Trump und Corona Top-Ergebnisse

Einen ungewohnten Anblick bot die Aula des Deutschherren-Gymnasiums bei der Abiturfeier. Die Eltern verfolgten die Feierlichkeiten daheim über die Bildschirme, Lehrer von der Galerie aus.
Bild: Gerlinde Drexler

Plus Die Abiturfeier am Aichacher Deutschherren-Gymnasium verläuft diesmal ganz anders als je zuvor. Die Eltern schauen zu Hause zu, Redner schicken Videobotschaften.

Der Abistreich war gestrichen, der Abiball abgesagt und eine Abifahrt war erst recht nicht möglich. Auch die Abiturfeier verlief am Deutschherren-Gymnasium (DHG) in Aichach jetzt wegen der Corona-Auflagen ganz anders als in den Vorjahren. Trotz Lernen in schwierigsten Zeiten hätten sich die Abiturienten wacker geschlagen, war der Tenor der Reden, die teilweise per Video übertragen wurden. Mit einem Abiturschnitt von 1,0 waren Patricia Lechner und Alexander Leischner die Jahrgangsbesten.

Die Lehrer saßen auf der Galerie, die Eltern verfolgten daheim vor dem Bildschirm die live übertragene Zeugnisverteilung. Die Aula, in der die Abiturienten mit Sicherheitsabstand saßen, bot heuer einen ungewohnten Anblick. Schulleiterin Renate Schöffel brachte es so auf den Punkt: „Außergewöhnliche Ereignisse erfordern auch außergewöhnliche Abschlussfeiern.“ Genau wie die Abiturienten war sie froh, dass eine Feier in diesem Rahmen überhaupt möglich war.

Landrat Klaus Metzger schickte seine Glückwünsche an die Abiturienten per Videobotschaft.
Bild: Gerlinde Drexler

Die Schüler hätten „eine besondere Leistung in einer besonderen Zeit“ erbracht, sagte auch Landrat Klaus Metzger in seiner Videobotschaft. „Sie haben etwas geschafft, was auf den letzten Metern von extrem widrigen Umständen begleitet war.“ Er wünschte den Abiturienten, dass sie immer auf Menschen treffen, die ihnen wohlgesonnen sind, und dass sie – vielleicht auch erst im zweiten oder dritten Anlauf – den Beruf finden, der sie erfüllt. Zu den Abschlussschülern sagte er: „Greifen Sie nach den Sternen, aber bleiben Sie bitte mit beiden Beinen auf dem Boden.“

Tomaschko: Stolz auf das Erreichte sein

Auch Landtagsabgeordneter Peter Tomaschko ging in seiner Videobotschaft auf die vergangenen Monate ein: „Sie haben bewiesen, dass Sie in schwierigsten Zeiten mit Engagement, Mut und Zielstrebigkeit Ihre Aufgabe absolvieren konnten.“ Die Abiturienten könnten „wirklich stolz“ darauf sein, was sie erreicht haben, betonte er.

Schulleiterin Renate Schöffer übergab die Zeugnisse, wie hier bei Anna-Maria Appel, heuer mit Abstand.
Bild: Gerlinde Drexler

Von einer „verrückten Zeit“ sprach auch Bürgermeister Klaus Habermann, einer der wenigen Redner, die live an der Abiturfeier im Gymnasium teilnahm. Über Nacht habe die Pandemie alles auf Null gestellt, so Habermann und überlegte laut, ob das eine Erfahrung sei, „die wir alle mal gebraucht haben“. Für die Abiturienten sei das „eine besondere Herausforderung, aber auch eine Zeit, die sie im weiteren Leben begleiten wird“. Gerade so schwierige Zeiten könnten helfen, sich auf das wirklich Wesentliche im Leben zu konzentrieren, war seine Überzeugung.

Der Abschluss sei ein vollwertiges Abitur, betonte Elternbeiratsvorsitzender Michael Feucht. „Mit diesem Erfolg in der Tasche müssen die Pläne jetzt angepasst werden.“ Anstelle des abgesagten Abiballs könnten die Schüler in einem Jahr vielleicht eine große Wiedersehensfeier organisieren, schlug Feucht vor. Mit der Hochschulreife hätten sie eine solide Basis und alle Chancen, einen guten Platz in einer Welt zu finden, die sich „nicht nur wegen Corona in einem rasenden Wandel befindet“.

Kim Scheidler und Louis Utz hielten die Abiturrede.
Bild: Gerlinde Drexler

Mit viel Humor gingen Kim Scheidler und Louis Utz in ihrer Abiturrede auf die nicht ganz alltägliche Situation ein. Er habe schon immer mal „Hallo an das Publikum vor den Fernsehgeräten sagen wollen“, meinte Utz. „Wir können stolz auf uns sein, dass wir trotz der weltweit schwierigen Umstände uns perfekt vorbereiten konnten.“ Das DHG habe sowohl Donald Trump als auch einer geschlossenen Aichacher Diskothek M1 standhalten können. Nach der Schulschließung im März war „Schluss mit lustig“. Trotzdem konnten die beiden dem Ganzen in ihrer Rede noch etwas Positives abgewinnen: „Das verlorene Hitzefrei haben wir in der Quarantäne aufgeholt.“

Mit einer glatten 1,0 waren Patricia Lechner (3. von links) und Alexander Leischner (4. von links) die Jahrgangsbesten. Neben den weiteren Einserabgängern mit einem Abidurchschnitt bis zu 1,5 sind auf dem Foto (von links) Schulleiterin Renate Schöffer, Anton Niedermayr, Vorsitzender des Fördervereins, Bürgermeister Klaus Habermann, stellvertretender Schulleiter Frank Schweizer, und Michael Feucht, Vorsitzender des Elternbeirats.
Bild: Gerlinde Drexler

Trotz der widrigen Umstände sei der Abschluss „höchst erfolgreich“, freute sich Schulleiterin Schöffer. Neben zwei 1,0-Abituren gab es sieben mit einem Notendurchschnitt bis 1,5 und 23 weitere mit einer eins vor dem Komma. „Verlasst Euch auf Euer Wissen und Euren Fleiß“, gab sie den Schülern mit. Kurz ging Schöffer auf die Freitagsdemos gegen den Klimawandel ein: „Ich bin stolz auf Euch, dass Ihr eigene Ideen hattet und sie außerhalb der Schulzeit umgesetzt habt.“

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