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Inchenhofen

11.05.2020

Abschied vom Inchenhofer Rathaus: Karl Metzger genießt seine freie Zeit

Von 1996 bis 2020 war Karl Metzger Bürgermeister von Inchenhofen. In seiner Zeit brachte er viele Projekte ins Rollen.
Bild: Gerlinde Drexler (Archiv)

Plus Nach 24 Jahren im Amt kann sich der Inchenhofener Ex-Bürgermeister Karl Metzger seine Zeit wieder freier einteilen. Auf welche Projekte er besonders stolz ist.

Sie waren zum Teil Jahrzehnte im Amt und haben ihre Gemeinden geprägt. Zum 1. Mai haben gleich zehn von 16 Bürgermeistern im Aichacher Land aufgehört. In einer Serie verabschieden wir die langjährigen Bürgermeister und erkundigen uns, wie ihre Nachfolger die ersten Tage im Amt erlebt haben.

Seinen Tag kann sich Karl Metzger jetzt einteilen, ohne auf irgendwelche Termine Rücksicht nehmen zu müssen. 24 Jahre lang war der 71-Jährige ehrenamtlicher Bürgermeister der Gemeinde Inchenhofen. Er hatte bei der Kommunalwahl im März erneut kandidieren wollen. Doch nach einem Bürgerentscheid, demzufolge der neue Rathauschef sein Amt nun hauptamtlich ausübt, konnte Metzger nicht mehr antreten: Er hatte die Altersgrenze für das Hauptamt bereits überschritten.

Seine Bilanz nach vier Amtsperioden: „In Inchenhofen hat sich schon was getan.“ Zwei Projekte lagen ihm besonders am Herzen: der Bau der Kindertagesstätte und des neuen Feuerwehrhauses. Für seine Verdienste verlieh ihm der Gemeinderat die Marktmedaille in Gold.

Inchenhofen: Metzger setzt mit Gemeinderat um die 60 Projekte um

42 Jahre alt war Metzger, als er 1990 das erste Mal als Mitglied des Gemeinderats im Sitzungssaal des Rathauses saß. Mit Alois Rottenkolber und Lorenz Nefzger war er bei der Kommunalwahl als Vertreter des Bürgerwillens ’84 in das Gremium gewählt worden. Sechs Jahre später setzte er sich als Bürgermeisterkandidat mit 53,4 Prozent gegen Amtsinhaber Bernhard Kaltenstadler und Mitbewerber Anton Moll durch. „Das war ein Erdrutschergebnis, eine Mordsüberraschung“, erinnert sich Metzger.

Zu den vielen Themen, die er mit dem Gemeinderat während der folgenden vier Amtsperioden in Angriff nahm, sagt der 71-Jährige: „Das kann man gar nicht alles auflisten. Es waren an die 60 Projekte.“ Eine große Maßnahme war zum Beispiel die Erneuerung des Kanals in der Pöttmeser und Reifersdorfer Straße. Rund 1,2 Millionen Euro investierte die Gemeinde in den Ausbau der Ortsverbindungsstraße von Unterbachern nach Ingstetten. Als ein Markenzeichen der Gemeinde bezeichnet Metzger, „dass wir von allen vier Himmelsrichtungen einen Radweg haben“.

Historische Markttage in Inchenhofen

Weitere Projekte, die ihm spontan einfallen, sind die Sanierung der Turnhalle und der Brandschutz mit dem zweiten Rettungsweg an der Grundschule oder die Feier zum 600-jährigen Bestehen des Marktes im Jahr 2000 und die daraus resultierenden Historischen Markttage. Zu seinen besonders schönen Erlebnissen gehört die Renaturierung des Rossmooses: „Ein auch für den Naturschutz vorzeigbares Projekt.“

Vor rund 20 Jahren stand die Ertüchtigung der Inchenhofener Kläranlage an. Dafür wurden eine Druckleitung zur Paar und ein Rückhaltebecken sowie ein Rechenfang mit Einhausung gebaut. Für den Anschluss an die neue gemeinsame Großkläranlage an der Paar mit der Nachbarkommune Kühbach werden die Rechenanlage und das Pumpenhaus an der alten Kläranlage umgebaut. Nach Inbetriebnahme der neuen Kläranlage im Sommer stehen noch der Umbau des bisherigen Vor- und Nachklärbeckens sowie eine Erhöhung des Rückhaltevolumens an.

Metzger ist stolz auf das Kinderhaus St. Leonhard

Zu den Projekten, auf die der Bürgermeister besonders stolz ist, gehört das Kinderhaus St. Leonhard: „Das haben wir in Zusammenarbeit mit der Kirche in relativ kurzer Zeit realisiert, während andere noch überlegt haben, ob sie es brauchen.“ Auch von den Kosten her sei es damals günstiger gewesen, als es heute der Fall wäre, ist er überzeugt. Ein weiterer Höhepunkt ist das in diesem Jahr eingeweihte neue Haus für die Freiwillige Feuerwehr.

Rückblickend sagt Metzger: „Ich kann schon eine Bilanz vorweisen, die sich sehen lassen kann.“ Während seiner Zeit als Bürgermeister gehörten die Dienstage und Donnerstage normalerweise ihm – wenn nicht gerade Termine in der Gemeinde anstanden. Jetzt kann er über seine Zeit frei verfügen. „Es ist schon sehr angenehm, wenn man plötzlich keine Termine mehr hat“, sagt Metzger. Er könne sich den Tag jetzt einteilen, ohne sich viele Gedanken darüber machen zu müssen, was auf ihn zukomme. „Ich genieße mit meiner Frau das Leben.“

Lesen Sie auch wie sich der neue Bürgermeister in Inchenhofen einfindet.

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