Newsticker

Seehofer rechnet mit Corona-Warn-App Mitte Juni
  1. Startseite
  2. Lokales (Aichach)
  3. Abschied vom Rathaus: Neuer Lebensabschnitt für Lotterschmid

Kühbach

22.05.2020

Abschied vom Rathaus: Neuer Lebensabschnitt für Lotterschmid

Johann Lotterschmid hat sich nach 24 Jahren aus dem Kühbacher Rathaus verabschiedet.
Bild: Gerlinde Drexler (Archiv)

Plus 24 Jahre lang war Johann Lotterschmid Bürgermeister der Marktgemeinde Kühbach. Jetzt ist der 70-Jährige froh, den Kopf wieder für andere Dinge frei zu haben.

Sie waren zum Teil Jahrzehnte im Amt und haben ihre Gemeinden geprägt. Zum 1. Mai haben gleich zehn von 16 Bürgermeistern im Aichacher Land aufgehört. In einer Serie verabschieden wir die langjährigen Bürgermeister und erkundigen uns, wie ihre Nachfolger die ersten Tage im Amt erlebt haben.

Ein ganz neues Gefühl ist es für Johann Lotterschmid, sich für jede Arbeit Zeit nehmen zu können. Der 70-Jährige war 24 Jahre lang Bürgermeister von Kühbach. Eine Zeit, die er nie als Last empfunden hatte. Rückblickend merkt er aber schon nach der kurzen Zeit im Ruhestand, mit wie vielen Themen er sich unbewusst doch ständig beschäftigte.

Johann Lotterschmid hat endlich Zeit, Liegengebliebenes daheim aufzuarbeiten

Leichter als gedacht fällt Johann Lotterschmid der neue Lebensabschnitt. Er sei gerade dabei, alles Liegengebliebene daheim aufzuarbeiten, erzählt er. Er genießt es, außen vor zu sein, nicht mehr alles mitzubekommen und nichts mehr entscheiden zu müssen. Ganz außen vor ist er allerdings noch nicht. Voraussichtlich bis Ende Mai, bis zu den konstituierenden Sitzungen beim Kläranlagenzweckverband, dem Schulverband oder der Verwaltungsgemeinschaft, ist er dort noch jeweils als Vorsitzender eingebunden.

 

Beim Wasserzweckverband Halsbachgruppe war er als Vorsitzender kürzlich sogar gefordert, weil es viel Aufregung wegen eines Rohrbruchs in Unterbernbach gab. Seit 1972 ist der 70-Jährige Verbandsrat im Zweckverband, die vergangenen 20 Jahre war er Vorsitzender. Voraussichtlich wird er das auch bleiben. Die Mitglieder des Zweckverbands hätten ihn für eine weitere Periode vorgeschlagen, erzählt Lotterschmid.

Über 500 Sitzungen in 24 Jahren Amtszeit als Kühbacher Bürgermeister

Ein Thema, das ihn besonders in seiner letzten Amtsperiode als Rathauschef beschäftigte, war der Neubau der Verbandskläranlage, die Kühbach gemeinsam mit dem Markt Inchenhofen betreiben wird. Drei Bürgerbegehren und verschiedene Klagen waren deswegen von einigen wenigen Gegnern angestrengt worden. Lotterschmid betont: „Der Gemeinderat und ich waren uns immer sicher, dass wir das Richtige tun.“

Auf insgesamt 502 Sitzungen kommt Lotterschmid, wenn er addiert, wie oft sich Gemeinderat und Ausschüsse in seiner 24-jährigen Amtszeit trafen. Sein Fazit: „Wir haben einiges erreicht und brauchen uns nicht zu verstecken.“

Als Beispiele nennt er die Umgehungsstraße, die auch den Bau des neuen Sportgeländes oder die Erweiterung des Gewerbegebiets möglich machte. Mindestens 100 Bauplätze habe die Gemeinde in seiner Amtszeit ausgewiesen und mehrere Millionen in den Kanalbau investiert.

Corona-Krise sorgte für schwierigste Haushaltsplanung in seiner Zeit

Einzig die Corona-Krise machte Lotterschmid einen Strich durch die Rechnung. Sie bescherte ihm in diesem Jahr eine der schwierigsten Haushaltsplanungen in seiner Zeit als Bürgermeister. Mehrmals musste der Kämmerer den Etat umplanen, weil zum Beispiel der Ansatz für die Gewerbesteuer nach unten korrigiert werden musste.

 

Trotz der schwierigen Etatplanung war Lotterschmid schon bei der Haushaltssitzung zuversichtlich: „Der neue Gemeinderat hat noch alle Möglichkeiten, dagegen zu steuern oder neu zu justieren.“ Auch jetzt ist er überzeugt: „Kühbach steht auf alle Fälle so gut da, dass es das locker überbrücken kann.“

Mit etwas Abstand zu seinem Amt hat er inzwischen das Gefühl, dass „eine gewisse Last entfällt“. Er habe am Anfang gar nicht wahrgenommen, dass ihn als Bürgermeister so viele Dinge beschäftigten, erkennt er rückblickend. „Man ist im Kopf mit ziemlich vielen Baustellen unterwegs.“ Das fiel ihm erst auf, als er seinen Nachfolger Karl-Heinz Kerscher einarbeitete. Lotterschmid sagt: „Man weiß gar nicht, wo man anfangen soll zu erzählen.“

Auch bei der Freizeitgestaltung kam Lotterschmid Corona in die Quere

Inzwischen findet der ehemalige Bürgermeister es „gar nicht so schlecht, dass einen das nichts mehr angeht“. Auch bei seiner Freizeitgestaltung kam ihm die Corona-Krise in die Quere. Seinen Frühschoppen am Sonntagmorgen, der ihm heilig ist, kann er zurzeit nicht besuchen. Ebenso wenig seinen Stammtisch. Sein Hobby Radfahren kann er dagegen nach wie vor pflegen und im Winter werde er wieder Skifahren gehen können, hofft Johann Lotterschmid.

Lesen Sie dazu auch, wie es Karl-Heinz Kerscher als neuer Bürgermeister ergeht.

Hier die weiteren Folgen aus unserer Serie:

Themen folgen

Sie haben nicht die Berechtigung zu kommentieren. Bitte beachten Sie, dass Sie als Einzelperson angemeldet sein müssen, um kommentieren zu können. Bei Fragen wenden Sie sich bitte an moderator@augsburger-allgemeine.de.

Bitte melden Sie sich an, um mit zu diskutieren.

Das könnte Sie auch interessieren