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Aichach-Friedberg

20.03.2015

Achtung, Autofahrer: Die Kröten wandern wieder

Im Lichtschein eines vorbeifahrenden Autos krabbelt eine Kröte über eine Landstraße. In diesen Tagen beginnt die Krötenwanderung.
Bild: Symbolfoto: Patrick Pleul, dpa

Experten rechnen damit, dass in den nächsten Tagen die Kröten zu wandern beginnen. Naturschützer bitten um Rücksicht

Aichach-Friedberg Noch ist es den Kröten und Fröschen zu kalt. Sie sitzen für die Wanderung zu ihren Laichplätzen aber in den Startlöchern. Wenn das Wetter mitspielt, könnte es an diesem Wochenende losgehen, vermutet Eva Mannweiler von der Aichacher Ortsgruppe des Bund Naturschutz (BN). Denn laut Wetterbericht soll es dann regnen, und Feuchtigkeit spielt für die Amphibien eine wichtige Rolle.

Die Naturschützer haben bereits mit ihren Vorbereitungen begonnen. Am Samstag hätten sie an der Straße zwischen Oberwittelsbach und Mauerbach einen Krötenzaun aufgestellt, erzählt Mannweiler. Seit vergangenem Jahr sammeln die Mitglieder des Bund Naturschutz dort die Tiere ein.

In Hiesling (Stadt Aichach) stand bisher auch jedes Jahr ein Krötenzaun. Seit die Straße ausgebaut wurde, ist das nicht mehr notwendig. Unter der Straße ist eine Leiteinrichtung für die Tiere gebaut worden und die Amphibien können unterirdisch zum Weiher kommen. „Das hat bis jetzt ganz gut geklappt“, sagt Mannweiler. Dafür hat sich am Hieslinger Weiher durch die Asphaltierung der Straße nach Sankt Georg, die die Tiere auch überqueren, ein neues Problem ergeben. Die Autofahrer „rasen wie die Wilden“, so Mannweiler.

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Nachdem die Amphibien nachts wandern, regten die Naturschützer bei der Stadt an, die Straße nachts für die Dauer der Wanderung zu sperren oder ein Schild mit Tempobegrenzung aufzustellen. Die Stadt habe dies abgelehnt, bedauert Mannweiler. Sie appelliert an die Autofahrer, in Waldstücken und im Bereich von Tümpeln in den nächsten Wochen vorsichtig zu fahren.

Zwei Komponenten spielen eine große Rolle. Das ist einmal die Bodentemperatur, die laut Gustav Wenger von der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt bei minimum fünf, besser bei acht Grad Celsius liegen soll. Der zweite wichtige Faktor ist Feuchtigkeit. Beides hat bisher nicht gepasst. „Ich gehe davon aus, dass der große Schub noch kommen wird“, sagt Wenger.

Die Zahl der wandernden Tiere schwankt jedes Jahr. „Wir hatten schon Frühjahre, die für die Tiere schwierig waren, weil es lange trocken war“, erklärt Wenger. In anderen Jahren gab es bei idealen Bedingungen Explosionswanderungen. An manchen Übergängen nimmt die Zahl ab.

Dafür besiedeln die Tiere an anderer Stelle neue Gewässer. „Zahlen bekommt man nur dort, wo gesammelt wird“, so Wenger. Bei Leiteinrichtungen, wie es sie in Hiesling oder bei der Maria-Eich-Kapelle zwischen Oberbernbach und Motzenhofen gibt, könne man nur schätzen. An der Maria-Eich-Straße steht zusätzlich ein mobiler Krötenzaun. Es habe sich gezeigt, dass die Leiteinrichtung nicht lang genug ist, sagt Wenger. Mit der Population von Erdkröte und Grasfrosch ist er zufrieden.

Bei den beiden Arten laufe die Fortpflanzung zufriedenstellend. Auch der Bergmolch gehört zu den Amphibienarten, die mit am weitesten vertreten sind im Landkreis. Als Problem sieht Wenger, dass die Tiere auch suboptimale Möglichkeiten zum Laichen annehmen. Wie zum Beispiel an der Strecke von Bitzenhofen (Gemeinde Dasing) nach Haberskirch (Stadt Friedberg). Dort nutzen die Tiere im Bereich der Brücke über die Autobahn ein Regenwassersammelbecken. Die seltene Kreuzkröte laicht auch in Pfützen auf Spargelfeldern.

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