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Pöttmes

28.01.2019

Ärztehaus eingeweiht - Praxen sind im Betrieb

Zum kirchlichen Segen für das Ärztehaus trafen sich in der Praxis von Dr. Tamás Borvendég: (von links) Holzheims Bürgermeister Robert Ruttmann, Landtagsabgeordneter Peter Tomaschko, Bürgermeister Franz Schindele, Borvendég, die Landtagsabgeordneten Christina Haubrich und Simone Strohmayr, Pfarrerin Cornelia Dölfel, Pfarrer Thomas Rein und Landrat Klaus Metzger.
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Zum kirchlichen Segen für das Ärztehaus trafen sich in der Praxis von Dr. Tamás Borvendég: (von links) Holzheims Bürgermeister Robert Ruttmann, Landtagsabgeordneter Peter Tomaschko, Bürgermeister Franz Schindele, Borvendég, die Landtagsabgeordneten Christina Haubrich und Simone Strohmayr, Pfarrerin Cornelia Dölfel, Pfarrer Thomas Rein und Landrat Klaus Metzger.

Das Ärztehaus in Pöttmes ist nun eröffnet. Eine Gundelsdorfer Delegation nutzt den Termin, um auf eine andere Baustelle aufmerksam zu machen.

Viele Besucher nutzten am Samstag den Tag der offenen Tür im Pöttmeser Ärztehaus , um sich in dem Gebäude umzusehen. Drei Damen aus dem Ortsteil Gundelsdorf waren sich einig: „Sehr schön, viel Licht, großzügige Wartezimmer.“ Eine von ihnen fügte hinzu: „Die Steuergelder sind gut angelegt.“ Eine Besucherin aus Pöttmes betonte, sie sei froh, dass mit dem kommunalen Ärztehaus die niedergelassenen Ärzte im Ort blieben und dass Nachfolger für die in Rente gegangenen Mediziner gefunden worden seien. Wie berichtet, haben sich vier örtliche Arztpraxen eingemietet. Darunter drei Allgemeinmediziner – Dr. Edmund Schindele , Bruder von Bürgermeister Franz Schindele , Dr. Haxhi Kerolli und Dr. Rita Mallison – sowie Rheumatologe Dr. Tamás Borvendég.

Großer Andrang herrschte am Samstag im Pöttmeser Ärztehaus. Die offizielle Einweihungsfeier war gleichzeitig ein Tag der offenen Tür. Viele Bürger aus Pöttmes und Umgebung nutzten die Gelegenheit, um die modernen Räume zu besichtigen.

Im Dezember begann der Umzug der Praxen

Im Dezember begannen die Praxen, nach und nach in ihre neuen Räume an der Bürgermeister-Rohrmüller-Straße umzuziehen. Baubeginn für das Projekt war im Frühjahr 2017 gewesen. Die Gesamtkosten belaufen sich laut dem dritten Bürgermeister der Gemeinde, Thomas Huber , auf circa 5,5 Millionen Euro. Er hatte das Projekt federführend für die Gemeinde betreut.

Die Festredner stimmten überein, dass mit dem Gebäude mitten im Ort ein zukunftsweisendes Projekt zum Wohle aller realisiert wurde. Der katholische Pfarrer Thomas Rein sagte: „Ein Segen für Pöttmes.“ Er und seine evangelische Kollegin Cornelia Dölfel erteilten dem Haus den kirchlichen Segen.

Honoratioren blicken auf bewegte Geschichte des Projekts zurück

Zunächst waren die Honoratioren im kleinen Festzelt auf dem Vorplatz auf die bewegte Geschichte des ehrgeizigen Unterfangens eingegangen. Die Idee keimte bereits mitten im Kommunalwahlkampf vor knapp sechs Jahren, sagte Bürgermeister Schindele. Alle politischen Gruppierungen hätten damals den Bau eines Ärztehauses befürwortet. Mit dem Projekt wollte die Gemeinde Mediziner unterschiedlicher Fachrichtungen vor Ort halten beziehungsweise von außerhalb holen.

Nach dem Grundstückserwerb an der Bürgermeister-Rohrmüller-Straße und den Mietverträgen mit vier Ärzten war vor zweieinhalb Jahren Baubeginn. Trotz etlicher Unwägbarkeiten gelang es den Planern und Bauherren, das Haus fristgerecht Ende November vergangenen Jahres fertigzustellen. Trotz Mehrkosten seien die Gesamtkosten von 5,5 Millionen im Rahmen der vorab veranschlagten fünf Millionen geblieben, so Schindele.

Eine Delegation aus Gundelsdorf überreichte dem Landtagsabgeordneten Peter Tomaschko ein Schreiben, in dem die Dringlichkeit einer Umgehungsstraße für ihren Ortsteil noch einmal festgehalten ist: (linkes Bild, von links) Johann Meitinger, Tomaschko, Gerhard Ruisinger, Gabi Gutsmittel, Sophie Hoffmann, Hubert Hell und Sabine Ruisinger. Probesitzen in Opas Wartezimmer (rechts): Die Tochter des Allgemeinarztes Dr. Haxhi Kerolli und ihre Familie nutzten den Tag der offenen Tür, um die neuen Räume zu besichtigen.
Bild: Nicole Simüller

Pöttmes: Das ist im Ärztehaus alles geboten

Das Ärztehaus sei ein „Gemeinschaftsprojekt“ und ein „kommunales Ärztehaus “, betonte er. Er verwies damit auf vage Versprechen von Politikern, die eine flächendeckende medizinische Versorgung auf dem Land versprächen, letztlich jedoch den Kommunen die Erfüllung des Versprechens überließen. Schindele: „Bei genauem Hinsehen sind die Rahmenbedingungen so gestellt, dass das Praxissterben auf dem Land weitergehen wird.“

Eine Bedarfsplanung sehe vor, dass aufgrund der Arztdichte in Aichach der Markt Pöttmes auch dann überversorgt sei, wenn kein Hausarzt mehr vor Ort praktiziere. „Deswegen war es wichtig und richtig, selbst zu handeln.“ Erfreulicherweise werde noch heuer ein Internist die Nachfolge von Dr. Eva Wetzel antreten und in der Praxis von Rita Mallison arbeiten, verkündete er. Mallison hatte seit Längerem nach einem Kollegen gesucht.

Landrat Klaus Metzger bestärkte die Pöttmeser in ihrer Vorgehensweise: „Selber anpacken, sich nicht auf Versprechen verlassen“, sagte er. In Pöttmes habe man Weichen gestellt. Die medizinische Versorgung und die Pflege gehörten zu den größten Herausforderungen im Landkreis.

CSU-Landtagsabgeordneter Tomaschko: "Glückstag für Pöttmes"

Von einem „Glückstag“ für Pöttmes und die Region sprach CSU-Landtagsabgeordneter Peter Tomaschko. Er überbrachte die Glückwünsche der bayerischen Gesundheitsministerin Melanie Huml , verwies jedoch auf die zunehmend rigiden Vorgaben der Kassenärztlichen Vereinigung Bayern (KVB), mit denen sich Ärzte konfrontiert sähen.

Architekt Stefan Schrammel bemühte den römischen Architekten Vitruv, dessen drei Hauptanforderungen – utilitas (Nützlichkeit), firmitas (Festigkeit), venustas (Schönheit) – gleichermaßen im Ärztehaus zur Geltung kämen. Entstanden sei ein Komplex, der in Ausstattung, Funktionalität, Bauweise und äußerer Gestaltung den aktuellen Anforderungen und künftigen Erwartungen entspreche. Schrammel dankte den am Bau beteiligten Handwerkern für die hervorragende Arbeit und der Gemeindeverwaltung für die vertrauensvolle Unterstützung. Namentlich nannte er Peter Fesenmeir vom Bauamt. Bauleiter Martin Geck und Dritter Bürgermeister Thomas Huber hätten mit höchstem Engagement und zielstrebig alle Maßnahmen mitgetragen. „Ich bin stolz, dass das Ärztehaus sehr schön geworden ist“, betonte Schrammel.

Gesamtes Ärztehaus ist behindertengerecht

Das ganze Gebäude ist außerdem behindertengerecht. Thomas Huber ergänzte: „Im Erdgeschoss haben wir einen zusätzlichen Wickeltisch eingerichtet.“ Er nahm die ersten Anregungen der Besucher und einiger Ärzte auf. Mit Rücksicht auf ältere Patienten soll ein Geländer im Flur der Praxis von Dr. Rita Mallison angebracht werden. „Es gibt immer noch was zu verbessern“, so Huber. Ginge es nach der Enkeltochter von Allgemeinmediziner Dr. Haxhi Kerolli, müssten die Wände in Opas Praxis in bunten Farben gestrichen werden. „Das sieht hier ein bisschen wie im Krankenhaus aus“, sagte sie.

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