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Pöttmes

24.11.2018

Ärztehaus öffnet im Dezember

Das Ärztehaus in Pöttmes ist nahezu fertig. Das Foto zeigt das Haus von der Nordwestseite aus. Links hinter dem Gebäude verläuft der Kirchweg. Links am Bildrand ist der Eingang zu sehen.
Bild: Nicole Simüller

Es sind nur noch Restarbeiten in dem Gebäude im Pöttmeser Ortskern zu erledigen. Bald ziehen die ersten Arztpraxen um.

Lächelnd und ganz versunken steht Mareile Homeyer vor ihrem neuen Arbeitsplatz. Sie mag sich gar nicht mehr trennen von dem großen Schreibtisch in der Praxis von Rheumatologe Dr. Tamás Borvendég im Erdgeschoss des Pöttmeser Ärztehauses. Endlich habe sie genug Platz, sagt sie strahlend. Am 7. Januar wollen Borvendég und seine Mitarbeiter die ersten Patienten in ihrer Praxis an der Bürgermeister-Rohrmüller-Straße empfangen.

Die vier örtlichen Arztpraxen, die sich hier eingemietet haben, ziehen ab Dezember nach und nach ein. Schließlich sollen ja nicht alle Praxen zeitgleich wegen des Umzugs geschlossen sein. Bei der offiziellen Schlüsselübergabe im Gasthof Krone am Donnerstagabend erklärt Dritter Bürgermeister Thomas Huber, dass die Mediziner noch ein wenig auf ihre Schlüssel warten müssen. Im Ärztehaus sind letzte Restarbeiten zu erledigen. Beim Rundgang fällt auch den Praxismitarbeitern das ein oder andere auf, was noch gemacht werden muss. Huber beruhigt: Die Mängel seien bereits notiert. Er hat das Projekt federführend für den Markt Pöttmes begleitet. Architekt Stefan Schrammel sagt später augenzwinkernd, er habe vergeblich versucht, ihn als Bauleiter abzuwerben.

Huber lehnt dankend ab und lässt erkennen, dass ihm dieses eine Projekt erst einmal genügt: „Manchmal hab’ ich gedacht, ich werd’ wahnsinnig.“ Den Gästen berichtet er schmunzelnd von dem mehr oder minder erfolgreichen Unterfangen, zwischen fünf verschiedenen Sprachen der Arbeiter von 36 Firmen auf der Baustelle den Durchblick zu behalten. Und von seinen Orientierungsversuchen im Paragrafendschungel zwischen Baurecht, Brandschutz, Hygienevorschriften und Arbeitsplatzverordnungen.

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Schlüsselübergabe im Ärztehaus in Pöttmes
Bild: Nicole Simüller und Vicky Jeanty


Druck beim Bau des Gebäudes noch allgegenwärtig

Trotz aller Scherze wird deutlich, unter welchem Druck das Gebäude entstand. Weil die Mediziner die Mietverträge für ihre bisherigen Praxen gekündigt hatten, musste das Ärztehaus pünktlich fertig werden. Im Frühjahr 2017 war Baubeginn. Immer wieder straffte Bauleiter Martin Geck den Bauzeitenplan. Zumal gleich am Anfang der Baugrund Probleme machte und Zeit- und Kostenrahmen ordentlich durcheinander brachte. Fünf Millionen Euro Gesamtkosten waren vorgesehen, rund 5,5 Millionen sind es Huber zufolge am Ende geworden. Zum einen wegen der teureren Entsorgung für den belasteten Aushub. Zum anderen, weil statt der geplanten Dachgeschosswohnung eine vierte Praxis eingebaut wurde.

Während Rheumatologe Borvendég das Erdgeschoss für sich hat, finden sich im ersten Stock zwei Allgemeinarzt-Praxen: Dr. Rita Mallison und ihr Team machen zwischen Weihnachten und Neujahr eine Woche Notfallpraxis in den neuen Räumen. Den anderen Teil der ersten Etage bezieht der Arzt, dessen Name am längsten nicht offiziell bekannt gegeben worden war: Dr. Edmund Schindele. In der Gemeinde hatte es sich freilich längst herumgesprochen, dass auch der Bruder von Bürgermeister Franz Schindele ins Ärztehaus zieht. Er will am 14. Dezember starten. Von Nervosität keine Spur: „In unserem Job darf man nicht so schnell nervös werden“, sagt er und lacht. Die Vorfreude sei umso größer. Im Dachgeschoss siedelt sich Dr. Haxhi Kerolli an, ebenfalls Allgemeinmediziner.

Ende Januar soll das Haus in Verbindung mit einem Tag der offenen Tür eingeweiht werden. Es ist behindertengerecht gebaut. Eine Behindertentoilette ist gleich am Eingang, ein Aufzug führt in die oberen Stockwerke. Das Gebäude ist an die örtliche Fernwärme angeschlossen.

Auch Stefan Schrammel vom gleichnamigen Architekturbüro bezeichnet das Ärztehaus als „keine einfache Baustelle“. Es sei „in sehr, sehr kurzer Zeit viel bewegt“ worden. Huber verteilt Honiggläser an die von ihm „geschundenen“ Architekten und Planer. „Damit die Wunden heilen“, wie er sagt. Am Ende überwiegt der Stolz: „Das ist unser Projekt“, sagt Huber zu seinen Ratskollegen. Der Gemeinderat habe den Bau beschlossen und durchgezogen. „So etwas braucht Mut. Nichts zu tun, ist wesentlich einfacher.“ Den Ärzten wünscht er ein gutes Händchen und den Patienten – wenn sie schon zum Doktor müssten –, dass sie gerne ins Ärztehaus gehen und gesund wieder herauskommen.

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