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Affing

25.02.2015

Affing packt den Hort-Neubau an

In Affing soll ein neuer Hort entstehen. An der Umsetzung aber schieden sich im Gemeinderat die Geister.
Bild: Symbolfoto: Matthias Becker

Alle Ratsmitglieder sind für einen Hort. Einen Planungswettbewerb wollen sich aber nur acht leisten.

Affing In der Sondersitzung zur Betreuung der Schulkinder machte der Affinger Gemeinderat am Dienstag Nägel mit Köpfen. Einstimmig entschied er sich für den Neubau eines Hortes. Bei der Umsetzung allerdings schieden sich die Geister.

Ein Teil hätte sich lieber mehr Zeit gelassen und einen Planungswettbewerb ausgerufen. Die Mehrheit (10:8 Stimmen) entschied sich aber dafür, die Umsetzung gleich anzupacken. Architekt Markus Schneider konnte mit dem Auftrag für eine Entwurfsplanung nach Hause gehen – und für eine Fleißaufgabe.

Der Gemeinderat beriet zwei Stunden über das Thema, bei dem er sich grundsätzlich einig war: Ein Hort muss gebaut werden. Schwer fiel die Entscheidung dennoch, vor allem was den Weg zum neuen Gebäude anbelangt. Dafür gibt es zwei Gründe: Sie heißen Geld und Zeit. Für den Neubau, in dem Hort und Mittagsbetreuung unterkommen werden, hat Architekt Schneider die Kosten grob auf 2,75 Millionen Euro geschätzt.

Um das Gebäude bis September 2017 fertig zu haben, muss die Planung bis 30. September bei der Regierung von Schwaben eingereicht sein. Ist man einen Tag später dran, verschiebt sich die Genehmigung um ein Jahr, informierte Rektor Karsten Weigl.

Der Schulleiter legte noch einmal die Argumente für die Übergangslösung mit Container und den Neubau vor. Dabei betonte er auch, eine Ganztagsschule sei in diesem Fall keine Alternative. Sie biete keine Ferienbetreuung wie ein Hort und sei im ländlichen Affing schwer umzusetzen, zumal der Bedarf der Eltern nicht da sei. Weigl versicherte, die Regierung halte das Affinger Konzept mit dem Neubau für zukunftsfähig, sie „steht da voll dahinter“.

Amtierender Bürgermeister Markus Winklhofer machte deutlich, dass zwar noch kein Rechtsanspruch auf einen Hortplatz besteht. Aber Ministerpräsident Horst Seehofer habe eine Garantie für die Betreuung von Schülern bis 14 Jahren ab dem Jahr 2018 ausgesprochen. Affing sei Vorreiter im Landkreis bei den Krippenplätzen gewesen und wolle von klein auf die Betreuung der Kinder gewährleisten „Das ist die politische Linie der Gemeinde Affing seit Jahren“, so Winklhofer. Ebenso betonte er, dass man bei den Eltern im Wort stehe.

Denn die Diskussion drehte sich vor allem um den Punkt Zeitdruck. Josef Schmid etwa wollte sich diesem „Damoklesschwert“ nicht aussetzen. Er forderte mehrere Planungsangebote, darunter eines für eine Funktionalausschreibung. Auch Gerhard Faltermeier wollte sich mehr Zeit lassen und hielt ein weiteres Jahr mit Containern als Übergangslösung für verkraftbar. Andere plädierten dafür, Architekt Schneider, mit dem man gute Erfahrungen gemacht habe, gleich einen Auftrag zu erteilen. Auch dieser könne zwei bis drei Vorschläge machen, schlug Josef Tränkl vor.

Auf Antrag von Josef Schmid stimmte der Gemeinderat namentlich über einen Planungswettbewerb ab. Für diesen sprachen sich neben ihm auch Xaver Lindermeir, Christine Schmid-Mägele, Georg Engelhard, Georg Brandmeier, Albert Gutmann, Gerhard Faltermeier und Andreas Widmann aus. Die Mehrheit von zehn Räten war dagegen.

Gegen die Stimmen von Lindermeir und Engelhard erhielt Schneider danach den Auftrag für die Entwurfsplanung „mit geringstmöglichem Kostenaufwand“ (Winklhofer) und mehreren Varianten. Ziel ist es, dass man die Unterlagen zum Stichtag, 30. September, bei der Regierung von Schwaben einreichen kann.

Einen Kommentar zum Thema lesen Sie in den Aichacher Nachrichten (Donnerstagsausgabe). 

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