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Aktion

11.04.2017

Affinger rufen zu Solidarität mit Rudi Fuchs auf

„Mehr Fairness und Gerechtigkeit für Rudi Fuchs“ steht auf den T-Shirts dieser Unterstützer. Sie finden das Urteil des Münchner Verwaltungsgerichts gegen ihren Ex-Bürgermeister ungerecht und solidarisieren sich mit ihm.
Bild: Foto: Thomas Born

Ist das Urteil des Verwaltungsgerichts München gerecht? Manche Affinger sind anderer Ansicht und tun sich nun zusammen.

Das Urteil des Verwaltungsgerichts München gegen den früheren Affinger Bürgermeister Rudi Fuchs, wonach er sein komplettes Ruhestandsgehalt verlieren soll, sorgt in Affing weiter für gehörigen Diskussionsstoff.

Etliche Affinger haben sich nun in einer spontanen Aktion zusammengetan, um ihre Solidarität mit Fuchs deutlich zu machen. Die Idee dazu kam Marion Götz beim Spazierengehen. Sie rief ihre Freundin Rita Widmann an und die war sofort dabei. Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte Widmann gestern: „Das Urteil ist nicht gerecht.“ Dass das Gericht Fuchs die ganzen Bezüge streiche, sei unangemessen. Die, die sich an der Solidaritätsaktion beteiligen, wollten „ein Zeichen der Menschlichkeit“ setzen, Fuchs moralisch den Rücken stärken und seinen Gegnern den Wind aus den Segeln nehmen, sagt Widmann.

Deshalb wollen sie nun im Alltag T-Shirts mit dem Aufdruck „Mehr Fairness und Gerechtigkeit für Rudi Fuchs“ tragen – sei es beim Einkaufen, sei es beim Joggen. Außerdem ist eine Unterschriftensammlung geplant. Rita Widmann, Schwägerin von Gemeinderat Andreas Widmann, betont, dass die Aktion keinen politischen Hintergrund hat: „Wir wollen Rudi Fuchs einfach nur sagen: Wir finden, du hast es gut gemacht.“ Rita Widmann stellt klar, dass sich jeder an Gesetze halten müsse. Doch Strafe sei in ihren Augen dazu da, um etwas zu vergelten oder um zu verhindern, dass jemand noch einmal etwas Schlimmes tue. Ihre Ansicht ist: „Hier ist keine Vergeltung nötig, weil niemand geschädigt worden ist. Und er und jemand anders wird das auch nie wieder tun.“ Allenfalls ein Denkzettel sei angebracht, aber keine Strafe dieses Ausmaßes.

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Mit dieser Meinung steht sie nicht alleine da. Zahlreiche Leserbriefschreiber bezeichneten in unserer Zeitung das Urteil als unverhältnismäßig und warfen dem Gericht vor, Fuchs und seine Familie zu zerstören. Einzelne erinnerten daran, dass die Gemeinderäte den Bürgermeister alljährlich entlasteten – trotz der rechtswidrigen Stundungen der Gewerbesteuer, die in Affing schon vor Fuchs’ Amtszeit Praxis waren.

Bürgermeister Klaus Habermann übt schwere Kritik am Urteil

Auch der Zweite und der Dritte Bürgermeister, Gerhard Faltermeier und Stefan Matzka, stellten sich in Leserbriefen an unsere Zeitung hinter Fuchs. Aichachs Rathauschef Klaus Habermann kritisierte in seiner Funktion als Kreisvorsitzender des Gemeindetags das Urteil des Münchner Verwaltungsgerichts scharf. Dessen Entscheidung ist noch nicht rechtskräftig. Fuchs hat bereits angekündigt, in Berufung vor dem Verwaltungsgerichtshof (VGH) zu gehen.

Hintergrund des Urteils der Disziplinarkammer ist ein Strafbefehl des Amtsgerichts Aichach, das im August 2014 eine elfmonatige Bewährungsstrafe und eine Geldbuße von 15000 Euro gegen Fuchs verhängte. Der Vorwurf: Untreue in zehn Fällen wegen der Stundung von Gewerbesteuern und Beleidigung von Gemeinderäten und Verwaltungsmitarbeitern. Fuchs akzeptierte den Strafbefehl. Im September 2014 trat er als stellvertretender Landrat zurück. Danach war er im Krankenstand. Fuchs beantragte den frühzeitigen Eintritt in den Ruhestand. Zum 1. August 2015 ging der damals 57-Jährige in Pension.

Ab und zu trifft Rita Widmann ihn auf der Straße. Sie sagt über die Vorgänge der vergangenen Jahre: „Das ist existenzvernichtend gewesen. Seine Gesundheit und sein Auskommen sind ruiniert.“ Wie die Solidaritätsaktion weitergehen soll, ist derzeit noch nicht entschieden. „Wir warten erst einmal die Resonanz ab.“ (mit jca, cli)

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