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Aichach-Friedberg
25.11.2021

Historie: Ein mutiger Mönch rettet eine Monstranz vor den Nazis

Erzabt Öxler beim Schlusssegen mit der Sirchenrieder Monstranz im September 2015: Die Monstranz von St. Ottilien hatte ein Mönch aus dem Ort im Zweiten Weltkrieg vor dem Zugriff der Nazis gerettet.
Foto: Heike John (Archivbild)

Das Buch "Altbayern in Schwaben" widmet sich der Heimatgeschichte im Wittelsbacher Land. Frater Aegidius aus Sirchenried versteckt eine Monstranz.

Heimatgeschichte aus dem Wittelsbacher Land steht bei der Buchreihe "Altbayern in Schwaben" im Mittelpunkt. Sieben Autoren haben neun Beiträge für den reich bebilderten 19. Band verfasst. Wir stellen sie in einer Serie vor. Der Leiter des Redaktionsteams, Wolfgang Brandner, hat sie zusammengefasst. Hubert Raab erzählt "Wie die Monstranz von St. Ottilien im Zweiten Weltkrieg nach Sirchenried kam":

Die Katholische Kirche war während der Herrschaft des Nationalsozialismus und insbesondere im Zweiten Weltkrieg Repressalien ausgesetzt. Das bekam auch Franz Hörmann zu spüren, der seine familiären Wurzeln in Sirchenried (heute Gemeinde Ried) bei Mering hatte. 1939 war er nach seinem Abitur in Dillingen in das Kloster St. Ottilien eingetreten und konnte dort am 14. März 1940 sein Klostergelübde ablegen. Er erhielt den Ordensnamen Frater Aegidius. Sein Vater Josef Hörmann war Bahnvorstand von Türkenfeld.

Der Mönch aus Sirchenried versteckt die Monstranz im Kinderwagen

Frater Aegidius setzte sich eifrig für die Erhaltung der Kirchenschätze von St. Ottilien ein. Gut eingewickelt und in einem Kinderwagen versteckt (!), brachte er die wertvolle Monstranz des Klosters mit der Ammersee-Eisenbahn in seinen Geburtsort Sirchenried, wo sie unversehrt zunächst im Heustadel und später im Kirchturm den Zweiten Weltkrieg überstand.

70 Jahre später kehrt die Monstranz nach Sirchenried zurück

70 Jahre waren seit dem Ende des Krieges vergangen, als sich einige Sirchenrieder an die Geschichte mit der Monstranz erinnerten. Sie fassten einen Plan. Josef Ring, Alfred Abold und Manfred Kistler fuhren eines Tages gemeinsam nach St. Ottilien und suchten dort den seit 2013 amtierenden Erzabt Wolfgang Öxler auf. Bei dem gewährten Treffen brachten sie ihm ihr Anliegen vor, ob es nicht möglich sei, einmal eine heilige Messe mit der großen Monstranz in St. Nikolaus in Sirchenried zu feiern. Der Erzabt zeigte sich sofort bereit, den Wunsch persönlich zu erfüllen. Am Sonntag, 13. September 2015, kam der Erzabt mit der Monstranz nach Sirchenried und feierte mit der Dorfgemeinschaft, die sich vollzählig in der Kirche versammelt hatte, ein feierliches Hochamt. (AZ)

Bezug: Der vollständige Beitrag ist erschienen im Band "Altbayern in Schwaben 2020". Dieser ist im örtlichen Buchhandel für 15,90 Euro erhältlich (ISBN 978-3-9813801-8-7) oder beim Landratsamt: www.lra-aic-fdb.de/hier-leben/kultur/altbayern-in-schwaben

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