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Aichach

11.10.2018

Aichach: Kurzer Weg vom Stadtgarten zum Bahnhof

Ähnlich wie die Griesbachbrücke beim Neusa-Gelände soll die Eisenbahnbrücke über den Flutgraben beim Stadtgarten zum Bahnhof hinüber nach ihrem Umbau aussehen: mit horizontaler Sprossung. Die alten Teile wie Widerlager, Stahlträger und Gleis bleiben erhalten, die Schwellen werden nur ergänzt wo nötig. Auf einem Schild steht der Name des Gewässers.
Bild: Entwurf: Brugger Landschaftsarchitekten

Gleisbrücke über Flutgraben wird in Aichach für Radler und Fußgänger umgebaut

Eine kurze Verbindung vom Stadtgarten zum Bahnhof soll in Aichach geschaffen werden: Die Eisenbahnbrücke für den früheren Gleisanschluss der Beck-Mühle wird für Fußgänger und Radfahrer umgebaut. Zwei Entwürfe für das Projekt im Rahmen des Grünzugs an der Paar präsentieren im Aichacher Bauausschuss Landschaftsarchitekt Hans Brugger und Mitarbeiterin Ulrike Hörl.

Am Grünzug an der Paar, der in Verbindung mit dem Hochwasserschutz entstanden ist, stehen noch einige Arbeiten aus. Das Wegesystem soll noch komplettiert werden: zum Bahnhof, zum Beckmühlengelände und nach zum Schneitbacher Weg. Dazu zählt auch die Gleisbrücke zum Bahnhof, wie Ulrike Hörl erläuterte. Er sei eine schnelle Anbindung nicht nur für die Bewohner der Beckinsel, sondern auch für die Bürger aus Ober- und Unterschneitbach, Ecknach und vom Plattenberg. Sie wird 2,50 Meter breit, damit Begegnungsverkehr von Radfahrern möglich ist.

Beim Umbau der Brücke legen die Planer Wert darauf, den Bestand weitmöglichst zu erhalten. „Der historische Bezug soll bewahrt werden“, so Hörl. „Man soll sehen, dass das eine Eisenbahnbrücke zur Beckmühle war. Nicht saniert werden müssen laut Hörl die Widerlager und Stahlträger der Brücke. „Sie bleiben erhalten ihrer Patina, den Graffiti und dem Rost.“ Auch das Gleis soll bleiben, ebenso die Schwellen. Die Eichenbohlen werden nur dort, wo es notwendig ist, ausgetauscht oder ergänzt. Das ist bei etwa zehn der Schwellen nötig.

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Die Brücke soll in ihrer Optik zu den alten Teilen passen. Hörl schlug deshalb wetterfesten Baustahl, auch Cortenstahl genannt, vor. Vorteil: Er verursacht kaum Unterhaltskosten. Die Variante 1, die Hörl vorstellte, ist an der Optik der Griesbach-Brücke beim Neusa-Gelände orientiert mit horizontalen Sprossen. „Sie sollen zusammengehören“, sagte Hörl – auch mit Blick auf die Paarbrücke beim Schneitbacher Weg, die voraussichtlich 2019/2020 angegangen wird.

Der Boden wird ebenfalls aus Cortenstahl sowie einem Gemisch aus Kunstharz mit Quarzsand hergestellt, der optisch dem wassergebundenen Belag der Wege im Stadtgarten ähnelt. Der Belag sei zugelassen und bilde gleichzeitig einen Korrosionsschutz für die Blechteile. Erol Duman (BZA) hätte lieber einen Belag gehabt, der den Blick auf die alten Teile im Unterbau der Brücke freigibt. Davon riet allerdings Helmut Baumann vom Bauamt ab, der durch Wassereintrag Schäden befürchtete. Hörl erläuterte, das Büro habe bewusst auf die Verwendung von Gitterrosten verzichtet, weil die Brücke einen leichten Bogen macht, Hunde ungern über Roste laufen und die Ausführung in Cortenstahl ein Vermögen kosten würde.

Die Variante 2 unterscheidet sich nur das Geländer: Es hätte eine vertikale Sprossung. Der Bauausschuss war sich allerdings mit Hörl und Brugger einig, dass diese Brücke massiver, schwerer wirken würde. Kristina Kolb-Djoka hatte Bedenken, dass die horizontale Sprossung für Kinder gefährlich werden könnte, wenn sie am Geländer hochklettern. Hörl entgegnete, das sei bei dem leicht nach innen geneigten, 1,20 Meter hohen Geländer mit zusätzlichem Handlauf kaum möglich.

Mit 11:1 Stimmen (Gegenstimme von Duman) beschloss der Bauausschuss die Ausschreibung für die Variante 1. Wie Hans Brugger erläuterte, soll sie über den Winter laufen, die Aufträge möglichst im Januar vergaben werden, so dass bereits im Februar und März Werkstattarbeiten erfolgen können. Die Kostenschätzung beläuft sich auf rund 220000 Euro.

In der gleichen Sitzung wurde im nichtöffentlichen Teil der Planungsauftrag für den letzten Bauabschnitt des Grünzugs an der Paar vom Stadtgarten bis zum Düker erteilt. Er ging an das Büro Brugger Landschaftsarchitekten in Aichach.

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